Kommentar zur Stuttgarter S-Bahn Notstand im Netz

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Die S-Bahn-Debatte im Verkehrsausschuss der Region wird keine Lösung für die schon lange bestehende S-Bahn-Misere bringen. Dafür sind die Versäumnisse in der Vergangenheit zu groß, meint StZ-Redakteur Wolfgang Schulz-Braunschmidt.

Die S-Bahnen in Stuttgart hinken dem Fah Foto: dpa
Die S-Bahnen in Stuttgart hinken dem Fah Foto: dpa

Stutgart - Die S-Bahn-Debatte im Verkehrsausschuss der Region wird auch am Mittwoch keine Lösung für die schon lange bestehende S-Bahn-Misere bringen. Dafür sind die Versäumnisse in der Vergangenheit zu groß. Seit Mitte der 90er Jahre wurde die Infrastruktur dieses Rückgrats des Nahverkehrs vernachlässigt – auch wegen Stuttgart 21. Dabei empfahlen die Verfasser einer Infrastrukturstudie zum Schienenverkehr in der Region wegen zunehmender Verspätungen von S-Bahnen bereits 2003 (!) den Bau eines zusätzlichen Bahnsteigs in der unterirdischen S-Bahnstation Hauptbahnhof. Außerdem sollte ein drittes Gleis zwischen Herrenberg und Nufringen den wachsenden S-Bahn- und Fernverkehr entzerren. Beide Empfehlungen wurden nicht umgesetzt.

Heute ist der Notstand im Netz auch deswegen um so größer: Im Berufsverkehr sind unpünktliche Bahnen und verpasste Anschlüsse längst alltäglich. Doch noch immer wird ein seit Monaten vorliegender Vorschlag für einen zusätzlichen Regionalhalt in Vaihingen nicht angepackt. Dabei müsste allen Verantwortlichen längst klar sein, dass die S-Bahn-Misere nicht durch Abwarten, sondern nur durch Taten und mit viel Geld zu lösen ist.




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