Dienstunfähigkeit
Es kommt nicht oft vor, dass Spitzenbeamte dienstunfähig werden. Vor allem lassen sich die Fälle kaum vergleichen; Pauschalierungen sind nicht zulässig.

 

Rickenbach
Der Bürgermeister von Rickenbach (Landkreis Waldshut), Norbert Moosmann (41), war 2007 gewählt worden; seit Juli 2010 war er fast durchgehend krank. Derzeit läuft sogar ein Prozess gegen ihn: Er soll im Juli 2011 einen Brandanschlag auf sich selbst vorgetäuscht haben, um höhere Ruhestandsbezügezu bekommen.

Pfronstetten
Großen Ärger gab es in Pfronstetten im Landkreis Reutlingen, wo Michael Waibel bis 2008 Bürgermeister war. Der damals 38-Jährige war ab Mai 2006 immer fast drei Monate krank, um sich dann kurzfristig gesund zu melden, bevor der Amtsarzt eingeschaltet wurde. Im März 2008 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Mannheim
Der Leiter der Mannheimer Kunsthalle, Rolf Lauter, war 2007 wegen großer Differenzen abgesetzt und auf eine weniger exponierte Stelle im Kulturamt versetzt worden. Daraufhin meldete sich der damals 54-Jährige krank. Es kam zu einem Disziplinarverfahren gegen ihn. Im Juni 2009 schied Lauter als Mitarbeiter der Stadt aus. Im Gegenzug wurde das Verfahren eingestellt.

Weissach
Reinhard Riesch (54) hatte sich, wie er selbst sagte, mit dem Bürgermeisteramt in Weissach (Kreis Böblingen) zu viel zugemutet; er war 2006 lange in stationärer Behandlung. Nach neun Monaten der Krankheit verzichtete er auf das Amt und erhielt im Gegenzug einen Beratervertrag, um sozial abgesichert zu sein. Versorgungsansprüche hatte er nicht. In diesem Jahr trat der genesene Riesch als Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Steinenbronn an und holte 32,1 Prozent der abgegebenen Stimmen.