Kreisverbandstag in Weinstadt Feuerwehr fordert Unterstützung

Ein Brand in einer Müllsortieranlage in Backnang und viele andere Dinge haben die Feuerwehr dieses Jahr beschäftigt. Foto: Stoppel/Archiv
Ein Brand in einer Müllsortieranlage in Backnang und viele andere Dinge haben die Feuerwehr dieses Jahr beschäftigt. Foto: Stoppel/Archiv

Bei ihrer Kreisverbandsversammlung in Großheppach haben die Brandbekämpfer den Landrat und Politiker in die Pflicht genommen. Die überwiegend ehrenamtlich organisierten Lebensretter benötigten mehr Unterstützung, sagte der Verbandsvorsitzende Georg Spinner. Die Feuerwehr müsse sich an gesellschaftliche Veränderungen anpassen.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)
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Weinstadt - Von brennenden Mülleimern über einen Hochhausbrand bis zu einem Gefahrgutunfall – 1700 Mal ist die Feuerwehr im Rems-Murr-Kreis allein in den vergangenen zwölf Monaten alarmiert worden. Kaum ein Einsatz sei wie der andere gewesen, sagte Georg Spinner am Samstag in der Großheppacher Prinz-Eugen-Halle. Bei der Jahresversammlung der Kreisfeuerwehren hat sich der Verbandsvorsitzende vor zahlreichen Vertretern der Freiwilligen Brandbekämpfer für deren geleistete Arbeit bedankt, aber auch bei dem Landrat Richard Sigel und mehreren Landtagsabgeordneten um mehr Unterstützung für die überwiegend ehrenamtlich organisierten Lebensretter geworben.

24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche und 365 Tage im Jahr seien die Löschmänner und -frauen einmal mehr in Bereitschaft gewesen, betonte Spinner in seinem gemeinsam mit dem Kreisbrandmeister Andreas Schmidt moderierten Jahresrückblick. Doch mit den Löscheinsätzen allein sei es nicht getan gewesen. Von der Putzete bis zur Flüchtlingshilfe: die Feuerwehr sei stets parat gestanden, wenn nach ihr gerufen wurde.

Mittlerweile türme sich vor den Floriansjüngern aber ein Berg auf, der rein ehrenamtlich kaum noch zu bewältigen sei. Schließlich gebe es noch weitere Bereiche, die wichtig seien und die Spinner mit den „vier F“ – Familie, Firma, Freunde, Freizeit – bezeichnete. Insbesondere der Beruf verlange den Feuerwehrleuten, die alles stehen und liegen lassen müssen, wenn sie alarmiert werden, einiges an Flexibilität ab.

„An diese gesellschaftlichen Veränderungen wird sich auch die Freiwillige Feuerwehr anpassen müssen“, so Spinner. Der Landesfeuerwehrverband habe eigens ein Strategiepapier vorgelegt, in dem Anregungen gegeben würden, wie das Ehrenamt besser unterstützt und wie Anreize geschaffen werden könnten, die dazu beitragen, dass sich weiterhin Nachwuchskräfte für eine Mitgliedschaft in der Feuerwehr interessieren.

90 Exemplare dieses Strategiepapiers hat Spinner dem neuen Landrat Richard Sigel mitgegeben, als Anregung für ihn und die Kreisräte. Sigel versprach, dass der Kreis nach Möglichkeiten suchen werde, die Feuerwehr zu unterstützen. Auch mit hauptamtlichem Engagement, „denn mit Wertschätzung allein wird es nicht gehen“.

Auch die Landtagsabgeordneten Willi Halder (Grüne), Jochen Haußmann (FDP), Gernot Gruber (SPD) und Claus Paal (CDU) wurden in einer Talkrunde von Georg Spinner und Andreas Schmidt für die Belange der Feuerwehr sensibilisiert. Alle betonten ihr Verständnis und ihre Wertschätzung, konkrete Versprechungen machte indes keiner der Abgeordneten.

Aber auch die Freiwillige Feuerwehr selbst wird nicht um mehr Flexibilität herumkommen. Angesichts zahlreicher notwendiger Fahrzeug- und Gerätebeschaffungen und teilweise anstehender baulicher Umstrukturierungen müsse über Kooperationen und interkommunale Lösungen nachgedacht werden, sagte der Kreisbrandmeister Andreas Schmidt, der den Kreis offenbar demnächst in Richtung Innenministerium verlassen wird. Das Landratsamt hat das bereits mit einem Gefahrgutfahrzeug vorexerziert, das von der Behörde gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Winnenden genutzt wird.




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