Kreisverwaltung Der Landkreis Esslingen übernimmt Asylbewerber-Unterkünfte

In der Schorndorfer Straße leben zurzeit   46 Flüchtlinge. Foto: Roberto Bulgrin
In der Schorndorfer Straße leben zurzeit 46 Flüchtlinge. Foto: Roberto Bulgrin

Der Leasing-Vertrag für die Häuser in der Klosterallee und in der Schorndorfer Straße läuft aus. Da der Landkreis Esslingen jedoch davon ausgeht, dass die Flüchtlingszahlen in der Pandemie weiter steigen könnten, übernimmt er die Immobilien zum Ende des Jahres.

Esslingen: Thomas Schorradt (adt)
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Esslingen - Der Landkreis Esslingen bereitet sich darauf vor, dass die Flüchtlingszahlen im Laufe der Corona-Pandemie wieder steigen könnten. Vom Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags hat sich die Kreisverwaltung deshalb grünes Licht für den Kauf von drei Wohnmodulen zur Unterbringung von Asylbewerbern geben lassen. Zwei der Gebäude stehen in der Schorndorfer Straße und in der Kloster­allee in Esslingen, das dritte in der Robert-Bosch-Straße in Filderstadt.

Ablösebetrag in Höhe von 145.000 Euro

Alle drei Unterkünfte waren in der Zeit von September 2015 bis Juli 2016, auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszuzugs, auf Flurstücken der Stadt Esslingen und einem privaten Grundstück in Filderstadt erstellt worden. Aus haushalterischen Gründen hatte der Landkreis damals ein Leasingmodell favorisiert: „Jetzt wollen wir die Häuser in unser Eigentum übernehmen“, erklärte der Esslinger Landrat, Heinz Eininger.

Um den Bau zu finanzieren, hatte der Landkreis damals Leasingverträge mit der damaligen Deutschen Leasing für Sparkassen und Mittelstand abgeschlossen. Die Verträge mit der Gesellschaft, die jetzt unter dem Namen Deutsche Leasing AG firmiert, enden im Laufe dieses Jahres. Laut Vertrag hätten die Gebäude an die Deutsche Leasing zurückgegeben werden müssen. Um im Falle eines größeren Flüchtlingsaufkommens handlungsfähig zu bleiben, übernimmt der Landkreis die Immobilien jedoch zum Ende des Jahres. Dabei wird für die beiden Esslinger Häuser ein Ablösebetrag von zusammen 145.000 Euro fällig. Die Unterkunft in Filderstadt als die größte in dem Trio, geht für einen Betrag von 118.000 Euro in den Besitz des Landkreises über. Durch die Abschreibung über die Restlaufzeit der Pachtverträge werden die Investitionen durch das Land refinanziert.

Sieben Quadratmeter pro Bewohner

Die Gebäude in der Schorndorfer Straße sind für eine Kapazität von 72 Plätzen ausgelegt. In der Klosterallee könnten – bei einem Platzbedarf von sieben Quadratmetern pro Bewohner – bei voller Belegung 74 Asylbewerber unterkommen. In Filderstadt ist Platz für insgesamt 90 Bewohner. Aktuell sind alle drei Unterkünfte nur zum Teil belegt. In der Schorndorfer Straße haben nach Angaben der Landkreisverwaltung 46 Flüchtlinge eine Bleibe gefunden, in der Klosterallee sind es 45. In der Filderstädter Robert-Bosch-Straße leben derzeit 41 Asylbewerber.

Ähnlich wie in Esslingen und Filderstadt ist der Landkreis zuletzt in Hochdorf verfahren. In der dort im Volksmund als „Bergdorf“ bekannt gewordenen Siedlung haben zum Höhepunkt des Flüchtlings­zuzugs noch rund 240 Menschen gelebt. Derzeit sind es gerade noch die Hälfte. Der Landkreis hat sich die Anlage, vier zwei­geschossige Holzmodulbauten für die Unterbringung sowie ein fünftes kleineres Verwaltungsgebäude, als Ausweichmöglichkeit auf Dauer gesichert – falls plötzlich ganze Familien vor der Türe stehen oder andere Unterkünfte saniert werden müssen. Auch damals schon hatten die weltpolitischen Unwägbarkeiten den Entschluss nahe gelegt.




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