Kriminalität im Strohgäu Jugendliche jagen Passanten nach
Im Fall des Schusses am Ditzinger Bahnhof dauern die Ermittlungen an. Es bleibt nicht der einzige Vorfall.
Im Fall des Schusses am Ditzinger Bahnhof dauern die Ermittlungen an. Es bleibt nicht der einzige Vorfall.
Spätestens nach den beiden Raubüberfällen auf zwei Ditzinger Supermärkte ist das Thema Jugendkriminalität im Strohgäu immer stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. In der Tat hat laut Polizei die Anzahl der Vorfälle, an denen Jugendliche – fast immer aus derselben Gruppierung – beteiligt waren, seit Herbst 2023 merklich zugenommen. Meist sind es Vergehen wie Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung. Zuletzt hat ein Vorfall am Ditzinger Bahnhof Aufsehen erregt, als Zeugen einen Schuss von dort gemeldet hatten.
Die Polizei geht weiterhin von einer Schreckschusspistole aus. Die Ermittlungen in dem Fall dauern aber weiter an. Wie die Polizei auf Anfrage mitteilt, wurde inzwischen mehreren Hinweisen nachgegangen. Weitere Informationen wurden aus ermittlungstaktischen Gründen aber nicht genannt. Eine Festnahme gab es jedenfalls noch nicht.
Weiterhin ist das nur die Spitze des Eisbergs. Allein innerhalb der vergangenen zweieinhalb Wochen wurden beim Polizeirevier Ditzingen vier Vorfälle registriert, die unmittelbar im Zusammenhang mit der genannten Jugendgruppierung stehen – allerdings nicht nur im Stadtgebiet Ditzingen. Denn die Mitglieder der Gruppe kommen nach Erkenntnissen der Polizei auch aus den umliegenden Gemeinden. „Entsprechend waren zwei der genannten Sachverhalte in Korntal-Münchingen, einer in Gerlingen und einer in Ditzingen.“ Fast immer handelt es sich um männliche Täter.
Bei dem Vorfall in Ditzingen machte eine Gruppe Jugendlicher Jagd auf zwei Fremde und verfolgte sie anscheinend völlig grundlos und ohne irgendwelche Forderungen zu stellen. „Zu einer Auseinandersetzung kam es nicht“, heißt es von der Polizei. „Die beiden Geschädigten konnten sich nach Hause flüchten.“