Kritik am Brexit Banksy setzt mit Affen politisches Statement

Von Erdem Gökalp 

Der Streetart-Guerilla-Künstler Banksy hat sich über Instagram mal wieder zu Wort gemeldet. Sein Thema diesmal: der Brexit. Mit einem Post zu einem berühmten Gemälde äußert er sich indirekt zu der politischen Lage im britischen Parlament.

Eine Besucherin geht an dem Gemälde mit dem Titel „Devolved Parliament“ des Graffitikünstlers Banksy im Bristol Museum vorbei. Das Gemälde zeigt das britische Unterhaus von Schimpansen besetzt. Foto: PA Wire
Eine Besucherin geht an dem Gemälde mit dem Titel „Devolved Parliament“ des Graffitikünstlers Banksy im Bristol Museum vorbei. Das Gemälde zeigt das britische Unterhaus von Schimpansen besetzt. Foto: PA Wire

Bristol - Die Verhandlungen um den EU-Austritt Großbritanniens laufen auf Hochtouren. Insbesondere das britische Unterhaus hat in den vergangenen Monaten viel Aufmerksamkeit erregt. Sei es durch den markanten Speaker John Bercow, der es zur Internet-Sensation gebracht hat, oder die endlosen Wahlen im Parlament rund um die möglichen Austritts-Szenarien aus der Europäischen Union.

Affen als Politiker

Nun hat sich auch der weltbekannte Künstler Banksy zu der aussichtslos erscheinenden politischen Lage in Großbritannien geäußert – mit einem Post auf Instagram. Das Bild, das der Künstler auf seinem offiziellen Instagram-Account am Donnerstagnachmittag veröffentlicht hat, zeigt ein Gemälde aus einer Ausstellung des Bristol Museums im Südwesten Englands. Abgebildet ist das britische Unterhaus – das House of Commons. Die grünen Sitze sind so gefüllt, wie man sie aus den Sitzungen des Parlaments kennt, die diese Woche durch die Welt gingen. Nur nicht mit Abgeordneten, sondern mit Affen. Banksys Kommentar dazu: „Lacht jetzt, aber eines Tages wird niemand mehr zuständig sein.“

Banksy versus Bristol Museum

Das Bild ist seit 2009 im Besitz des Museums und wurde im Rahmen einer Übernahme Banksys angebracht. Damals lief das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Museum unter dem Titel: Banksy versus Bristol Museum. Im Rahmen der Aktion hatte der Künstler einige Ausstellungsstücke nach seinem Geschmack in der Ausstellung angebracht und damit laut Angaben des Bristol Museums eine der meist besuchtesten Ausstellungen der Welt zutage gebracht. Die Botschaft des Künstlers anhand des Affenbildes ist 2009 so aktuell wie heute: Die Politiker verlieren die Kontrolle. Es könnten genauso gut Affen an der Macht sein.

Banksy mit Schredderbild in Stuttgart

Die Reaktionen auf das Bild sind schon jetzt umfangreich. Innerhalb von sieben Stunden haben das Bild fast 800 000 Menschen geliked und viele Reaktionen wurden ausgelöst. Stand Donnerstagabend.

Noch immer ist nicht bekannt, wer sich hinter der Gestalt des Künstlers Banksy verbirgt. Immer wieder tauchen seine Bilder oder Kunstaktionen überall auf der Welt auf. Zuletzt hat er mit seinem Schredderbild Aufsehen erregt. Er hatte das Bild bei einer Auktion versucht zu zerstören, anhand einer automatischen Schreddereinrichtung im Rahmen des Gemäldes. Die Zerstörung schlug fehl, die Aktion ging mal wieder um die Welt und das halb-zerstörte Bild wurde zu einem neuen Kunstwerk, das inzwischen in der Staatsgalerie Stuttgart ausgestellt wird.