Lärmbelastung auf den Fildern Wie will die Stadt den Lärm reduzieren?

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Das Amt für Umweltschutz hat den Lärmaktionsplan überprüft. Hat sich die Belastung in Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Möhringen im Vergleich zur letzten Erhebung verschlechtert?

Der Straßenverkehr ist die Lärmquelle Nummer 1 auf den Fildern. Foto:  
Der Straßenverkehr ist die Lärmquelle Nummer 1 auf den Fildern. Foto:  

Filder - Lärm ist belastend und kann in Extremfällen gesundheitliche Schäden hervorrufen. Die Stadt erfasst die Lärmquellen und koordiniert damit Maßnahmen, um die Anwohner besser zu schützen. Im April 2016 wurde die Fortschreibung des Lärmaktionsplans beschlossen, 2017 wurde die Lärmkartierung aktualisiert. Das Amt für Umweltschutz hat die Überprüfung des Lärmaktionsplans nun abgeschlossen. Der Prüfbericht enthält die aktuellen Lärmdaten sowie durchgeführte und geplante Lärmschutzmaßnahmen.

Was hat die Lärmkartierung im Jahr 2017 ergeben?

„Grundsätzlich hat sich der Lärm im Vergleich mit dem Jahr 2012 in den einzelnen Straßen nicht oder nicht wesentlich verändert – das gilt auch für die Straßen in den Filderbezirken“, teilt das Amt für Umweltschutz mit. Die Straßen, an denen die Anwohner den meisten Krach erdulden müssen, liegen demnach hauptsächlich in der Innenstadt. „Bei der Stadtbahn gibt es aber auch im Bereich Möhringen Streckenabschnitte mit einer hohen Lärmbelastung“, sagt das Umweltamt. Diese liegen hauptsächlich an Strecken, die von mehreren Bahnlinien befahren werden, sowie an der Zufahrt zum SSB-Depot. Die Eisenbahn sei für die Filderbezirke kein Lärmschwerpunkt, auch der Flugverkehr nicht.

Die Straßen, an denen es in Vaihingen und Möhringen am lautesten ist, sind vor allem die A 8/A 831, die B 27, die Nord-Süd-Straße sowie die Durchgangsstraßen Hauptstraße, Möhringer Landstraße, Vaihinger Straße und Plieninger Straße.

Welche Maßnahmen zum Schutz der Anwohner sind schon umgesetzt?

Die Stadt hat in den vergangenen Jahren bereits Lärmschutzmaßnahmen umgesetzt: „In einigen Abschnitten konnten wir die Lärmbelastung durch sogenannte Minderungsmaßnahmen reduzieren. So zum Beispiel an der A 831/Gründgensstraße mit einer Lärmschutzwand“, sagt das Umweltamt. Diese habe eine Lärmminderung um bis zu acht Dezibel erzielen können. Ein weiteres Beispiel seien lärmmindernde Fahrbahnbeläge, die unter anderem auf der Robert-Koch-Straße und auf der B 27 in Degerloch bis zur Auffahrt Sonnenberg aufgetragen wurden.

Was plant die Stadt noch, um den Lärm zu mindern?

Der Einbau lärmoptimierter Splittmastixasphalt-Beläge ist noch nicht abgeschlossen. „Hier sind noch weitere Straßenabschnitte geplant, wie zum Beispiel auf der A 8 im Bereich Fasanenhof“, teilt das Amt für Umweltschutz mit.

Auch den Ausbau des Knotenpunkts Nord-Süd-Straße und Breitwiesenstraße zählt die Stadt als Maßnahme zur Lärmminderung. Durch den Ausbau soll der Verkehr besser fließen und Staus reduziert werden. Die Fertigstellung des Vollanschlusses ist noch für dieses Jahr geplant. Die Osterbronnstraße in Dürrlewang soll zurückgebaut werden. Durch breitere Gehwege und Radstreifen auf beiden Seiten wird die Fahrbahn verengt; der Verkehr soll dadurch ausgebremst und die Straße unattraktiver für den Ausweichverkehr werden. Die Kreuzung der Osterbronnstraße mit der Dürrlewangstraße wird zu einem Kreisverkehr umgebaut. Auch an der Peregrinastraße/Laustraße soll ein Kreisverkehr entstehen.

Wie kann der Stadtbahnlärm reduziert werden?

Das regelmäßige Schleifen der Schienen soll zur Lärmminderung der Stadtbahnen beitragen. Jährlich werden dafür mehrere Millionen Euro investiert, teilt die Stadt mit. Bei Streckenneubauten wird geprüft, ob das Gleisbett begrünt werden kann. Nachträglich sei das aufgrund der notwendigen Einstellung des Stadtbahnverkehrs für einen längeren Zeitraum nicht möglich. Eine neue Stadtbahnstrecke entsteht derzeit vom Fasanenhof zum Flughafen und zur Messe. Die U 6 soll voraussichtlich ab 2021 diese Verlängerung fahren. Zudem gibt es Überlegungen, eine Stadtbahndirektverbindung zwischen dem Flughafen und Dürrlewang zu schaffen. Mit dem Ausbau des Stadtbahnverkehrs müssen auch Lärmschutzmaßnahmen an den Strecken umgesetzt werden, teilt die Stadt mit.

Bürger können Anmerkungen an die Stadt richten

Weil sich die Lärmdaten im Vergleich zur letztmaligen Feststellung nicht signifikant geändert haben, hält die Stadt eine vollständige Überarbeitung des Lärmaktionsplans derzeit nicht für erforderlich. Sie soll wie vorgesehen erst im Sommer 2024 erfolgen. Bis dahin sollen noch möglichst viele Lärmschutzmaßnahmen aus dem Lärmaktionsplan von 2016 umgesetzt werden. Neue Maßnahmen sind nach der jetzigen Überprüfung nicht notwendig.

Der Prüfbericht liegt öffentlich aus; die Bürger haben die Möglichkeit, sich bis zum 30. September dazu zu äußern. Der Bericht kann im Internet unter www.stadtklima-stuttgart.de unter den Stichworten Lärm und Lärmaktionsplan abgerufen werden. Zudem liegt er bis zum 27. September im Amt für Umweltschutz, Gaisburgstraße 4, 70182 Stuttgart im Zimmer 417 aus, und zwar jeweils montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr. Anmerkungen nimmt die Landeshauptstadt Stuttgart, Amt für Umweltschutz, unter obiger Adresse sowie per E-Mail an laermminderungsplan@stuttgart.de entgegen, in beiden Fällen bitte das Stichwort Lärmaktionsplan angeben.

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