Landesmuseum auf Google Arts & Culture präsent Der weiten Welt Lust auf Stuttgart machen

Auch die wichtigsten Stücke der „Fashion“-Schau sind bei Google zu finden. Foto: Landesmuseum Württemberg/ Hendrik Zwietasch
Auch die wichtigsten Stücke der „Fashion“-Schau sind bei Google zu finden. Foto: Landesmuseum Württemberg/ Hendrik Zwietasch

Das Landesmuseum Württemberg ist nun auch auf Google Arts & Culture präsent. Die Meinungen gehen auseinander, was das bringt.

Kultur: Adrienne Braun (adr)
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Stuttgart - Es ist ein Kraftakt. Seit Jahren sind die Museen dabei, ihre Bestände zu digitalisieren. Das heißt nicht nur, Fotos zu machen, sondern möglichst viele Informationen zusammenzutragen über Herkunft, Machart, Bedeutung der Schätze, die man besitzt. Open Access lautet das Schlagwort der Zeit, das meint, dass wissenschaftliche Literatur für alle digital zugänglich sein sollte – und nicht nur gedruckt in Regalen einzelner Bibliotheken stehen sollte. Der offene Zugang bezieht sich aber auch auf Kunstwerke und Museumssammlungen. Deshalb kann man auf den Webseiten der großen Museen deren Bestände anschauen. 15 420 Kunstwerke stehen etwa im digitalen Katalog der Staatsgalerie Stuttgart bereit.

Durch virtuelle Ausstellungsräume laufen

Das Landesmuseum Württemberg geht nun einen Schritt weiter. Seit Kurzem präsentiert das Museum auch auf Google Arts & Culture Werke aus seiner Sammlung. Die „Fashion“-Ausstellung im Alten Schloss ist derzeit zwar geschlossen, bei Google kann man die Schau nun zumindest digital besuchen und das Wichtigste über sie erfahren. „Google Arts & Culture wurde aus touristischer Perspektive entwickelt, deshalb wollen wir das Haus dort sichtbar machen“, sagt Christian Gries, der im Landesmuseum die neue Abteilung für digitale Museumspraxis und IT leitet. Fortan werden auf der Plattform nicht nur Objekte gezeigt, sondern auch „multimediale Erzähleinheiten“, wie Gries es nennt – zum Beispiel ein interaktives Raumpanorama, in dem man sich bewegen kann. „Das ist eher ein Teaser, mit dem man die Leute abholt“, sagt Gries, das Angebot werde aber stetig anwachsen. „Für jede Sonderausstellung wird es künftig eine Erzähleinheit geben.“

Auf der internationalen Kulturplattform von Google bieten viele große Museen der Welt virtuelle Rundgänge durch ihre Ausstellungsräume an und stellen Fotografien in hoher Auflösung zur Verfügung. Als Google vor neun Jahren mit der Plattform an den Start ging, waren etwa die Tate Gallery in London und das New Yorker Metropolitan Museum of Art dabei oder die Uffizien in Florenz. Inzwischen sind mehr als 2000 Museen und Archive vertreten, so dass auch das Landesmuseum Württemberg nicht länger fehlen wollte.

Das Linden-Museum ist schon lange auf der Plattform präsent

Das Linden-Museum Stuttgart ist sogar schon seit 2015 bei dem kostenfreien Projekt mit dabei. Die Motivation war, „über eine populäre globale Plattform, die seinerzeit stark beworben wurde, auf unser Museum aufmerksam zu machen“, sagt der Museumssprecher Martin Otto-Hörbrand. Google Arts & Culture habe die Möglichkeit gegeben, das Linden-Museum „in einen internationalen Kontext zu setzen.“ Das Stuttgarter Museum stellt mehrere herausragende Objekte der Sammlung vor – so kann man ein Foto der Bazarzeile aus dem afghanischen Tashqurgan anklicken oder eine Schale aus dem 13. Jahrhundert. Auch für das Linden-Museum ist das aber eher ein „Teaser“, um das Publikum auf das Museum und dessen Website aufmerksam zu machen. Dort bietet man seit Anfang Dezember mit der „Sammlung digital“ eine eigene Plattform „mit substanziellen Informationen über unsere Objekte“, so Otto-Hörbrand.

Die Staatsgalerie Stuttgart sieht keinen Nutzen

Die Meinungen gehen auseinander, ob Google Arts & Culture tatsächlich ein nützliches Werbeinstrument für ein Museum ist. Die Staatsgalerie Stuttgart wird auf der Plattform zwar erwähnt, das Museum selbst füttert sie aber nicht mit Material oder Bildern aus den eigenen Beständen. Man habe im Haus überlegt, die Sammlung dort mit einzustellen, sagt die Museumssprecherin Helga Huskamp, „da aber nicht wirklich ersichtlich ist, welche Vorteile die Staatsgalerie davon hätte, wurde die Entscheidung erst mal nicht getroffen, und das Thema ist in den Hintergrund gerückt.“




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