Landschaftspark Region Vom Spielplatz bis zum Rundwanderweg

So ähnlich könnte es künftig am Neckar in Mundelsheim aussehen. Hier soll ein Spielplatz mit dem Thema Wasser entstehen. Foto: Eibe

Mundelsheim, Remseck und Besigheim profitieren im Rahmen des Landschaftsparks Neckar von Förderungen durch den Verband Region Stuttgart.

Ludwigsburg - Mit dem Landschaftspark Region Stuttgart soll Landschaft geschützt, aufgewertet und gestaltet werden. Jahr für Jahr unterstützt der Verband Region Stuttgart (VRS) Städte und Gemeinden dabei mit einer Förderung. Im Kreis Ludwigsburg haben sich Mundelsheim, Besigheim und Remseck beworben. Sie erhalten einen Zuschuss von 50 Prozent.

 

Mundelsheim räumt mit einer Kofinanzierung durch den VRS einen der größten Brocken überhaupt ab. 150 000 Euro gibt es vom Verband für einen Spiel- und Aufenthaltsort am Wasser, der zugleich Ausgangspunkt für die ebenfalls kofinanzierte Käsbergrunde und Ausflugsfahrten mit dem Neckar Käpt’n ist. „Wir freuen uns sehr über den Zuschuss“, sagt der Mundelsheimer Bürgermeister Boris Seitz. „Aber wir haben auch ein gutes Konzept abgeliefert.“

Mit dem Bau des Spielplatzes soll es bald losgehen

Dieses sieht auf der einen Seite des Radwegs am Neckar einen Spielplatz zwischen Käsberghalle und dem Alexanderstift vor. Auf der anderen wird es Sitzgelegenheiten und eine Anlegestelle geben. Losgehen soll es so schnell wie möglich und deshalb mit dem Spielplatz: Denn hier wurden dem Gemeinderat schon erste Pläne vorgelegt. Das Thema Wasser soll im Vordergrund stehen, unter anderem könnte ein Spielschiff entstehen. Da die Spielgeräte gerade „eine brutale Lieferzeit“ haben, sollen auch bald Nägel mit Köpfen gemacht werden, betont Seitz. Er hofft, dass „wir den Spielplatz bis zum Sommer zu 70 bis 80 Prozent fertig bekommen“.

Lesen Sie aus unserem Angebot: 75 Ausflugsziele rund um Stuttgart

Die andere Seite des Radwegs, also die am Fluss, zu gestalten, wird etwas diffiziler, da auch das Wasser- und Schifffahrtsamt sowie das Landratsamt mit ins Boot genommen werden müssen. Die Anlegestelle und Sitzgelegenheiten sollen deshalb etwas später entstehen. Alles in allem rechnet Boris Seitz mit Kosten von rund 300 000 Euro, von denen besagte 150 000 vom VRS kommen.

Neckar-Schwarzpappeln in Remseck erhalten

Nach Remseck fließen im Rahmen des Landschaftsparks Neckar 5000 Euro. Sie werden in ein 10 000 Euro teures Projekt mit Neckar-Schwarzpappeln gesteckt. Dabei handelt es sich um männliche Bäume mit dem Genotyp 35 im Bereich der Rems. „Dieser Baum ist nach Angaben des Arbeitskreises zur Erhaltung der Neckar-Schwarzpappel der einzige bekannte Baum mit diesem Genotyp im ganzen Neckareinzugsgebiet“, informiert der Pressesprecher der Stadt, Philipp Weber. „Wir möchten diesen Genotyp der Neckar-Schwarzpappel vermehren und in Remseck erhalten“, so Weber. „Je nach Nachzuchterfolg ist die Weitergabe der Pflanzen über die Baumschule Waller an andere Kommunen angedacht.“

Lesen Sie aus unserem Angebot: Region unterstützt Wasenuferprojekt

Das Ganze sei ein Bestandteil des städtischen Projektes „Biologische Vielfalt“ und könne in die Biotopverbundplanung integriert werden. Die Pappel steht im Gewann Furtgärten in der Nähe der Rems. Dort sollen nach erfolgreicher Zucht auch circa fünf weitere Neckar-Schwarzpappeln gepflanzt werden. Dieser Bereich zählt zum Naturschutzgebiet Unteres Remstal.

Rundwanderweg bietet schönen Ausblick auf Stadt und Flüsse

In Besigheim wird künftig ein Rundwanderweg durch die Steillagen den Landschaftspark Region Stuttgart bereichern. Das Projekt wird mit rund 18 000 Euro gefördert. Die Idee sei vor vier bis fünf Jahren entstanden, berichtet der Stadtbaumeister Andreas Janssen und verweist auf ähnliche Projekte in Benningen und Kirchheim.

Der Rundwanderweg startet in der historischen Altstadt, führt durch den Enzpark zum Bahnhof und dort die Löchgauer Steige hinauf, die auf halber Höhe im Panoramaweg mündet. Dieser befindet sich aber in einem schlechten Zustand, ihn herzurichten verschlinge„den Löwenanteil der Kosten“, so Janssen. Oben auf dem Niedernbergweg gibt es dann einen grandiosen Ausblick auf die Stadt und die Flüsse. Mit Zwischenstopp an der Aussichtskanzel geht es anschließend die Himmelsleiter wieder hinunter, am Weinbaupavillon vorbei und zurück in die Stadt. Bis zum Spätsommer sollen, so hofft der Stadtbaumeister, Wege und Staffeln hergerichtet sowie Schilder aufgestellt sein.

Die Neckar-Schwarzpappeln an der Murr

100 Bäume
Die Aktion des Gemeindetages wurde mit der Aktion der Hegegemeinschaft Einzugsgebiet Murr kombiniert. In diesem Zuge wurden Anfang 2020 insgesamt 55  der seltenen Bäume, die auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, auf Kirchberger Gemarkung gesetzt. Acht weitere wurden in Murr gepflanzt, fünf zudem in Steinheim, wo es noch wenige Altbäume gibt. Insgesamt waren es 100 Bäume entlang der Murr, das ist die größte zusammenhängende Population am Fluss, sagt Vlado Pajurin, Sprecher der Hegegemeinschaft. Anders als in Remseck wurden in Kirchberg, Murr und Steinheim männliche und weibliche Bäume leicht verschiedener Genotypen gepflanzt, damit die natürliche Vermehrung gewährleistet ist. Die Pappeln sollen die Murr beschatten und so vor übermäßiger Erwärmung schützen, die für Fische und andere Wasserlebewesen tödlich enden kann.

Nachpflanzung
Die Bäume, die damals gepflanzt wurden, gedeihen gut, so Vlado Pajurin. Es seien noch junge Bäume, aber „sie haben einen angenehmen Zuwachs“. Vier Stück seien eingegangen, sie sollen vermutlich dieses Frühjahr nachgepflanzt werden.

Weitere Themen