LBBW-Immobilien in Stuttgart Eine Baulücke in der Stadt soll sich bald schließen

In der Baugrube an der Eberhardstraße wächst Gras. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Seit einem Jahr klafft an der Eberhardstraße 18 – 22 in Stuttgart eine große Baugrube, weil das Baurecht für ein Quartier mit gemischter Nutzung fehlt. Das soll sich bald ändern.

Seit inzwischen fast einem Jahr klafft im Zwickel zwischen der Eberhard-, Stein- und Geißstraße in der Stuttgarter City eine mächtige Baulücke. Hier residierte einst eine Tanzschule, spannte sich die Eiermann-Kachelfassade des Kaufhofs über die Straße und die Fassade. „Vier Giebel“, so heißt das Bauprojekt der Immobilienabteilung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), sollen die Lücke füllen. Kommen die, wie derzeit viele Wohnbauprojekte, wegen Kosten- und Zinssteigerungen unter die Räder?

 

Mitnichten, sagt der Investor, dem spektakulären Abriss soll ein ebensolcher Neubau folgen. Stuttgarter Altstadthäuser würden neu interpretiert. Von historischem Charme mit nachhaltiger Bauweise, detailreicher Natursteinfassade und markanter Giebeldachstruktur ist die Rede. Die äußere Form ging im Jahr 2017 aus einem Architektenwettbewerb unter elf Büros hervor, bei dem das Juryergebnis mehrheitlich Flachdächer sah, bis der Gemeinderat zu den Giebeln schwenkte und das zeitplatzierte Büro vorzog. Das galt als Politikum.

Warten auf die Baugenehmigung

Die nun lange Ruhephase hat ihren Grund in der fehlenden Baugenehmigung. Als der Bauantrag für den Entwurf des Büros Jo Franzke (Frankfurt) gestellt worden war, gab es noch keinen neuen Bebauungsplan für das Eckgrundstück, so die Stadtverwaltung. Er sei am im Februar 2023 in Kraft getreten. Es fehlte also die Grundlage für die Prüfung des Antrags. Dann sei klar geworden, dass für die Genehmigung Änderungen im Bauantrag nötig waren.

Inzwischen ist man bei der LBBW Immo zuversichtlich, dass der Genehmigungsbescheid bald ins Haus flattert. „Dann wollen wir zeitnah beginnen. Voraussichtlich im Herbst“, so Aleksandra Boländer, die Sprecherin des Investors. Die Vorbereitungen dazu sind abgeschlossen. Die Banktochter hat die Peter-Groß-Bau aus St. Ingbert als Generalbauunternehmer gewählt. Ein Unternehmen, mit dem LBBW Immo schon bei einem Projekt in Esslingen zusammengearbeitet hat. Der Betrieb werde die Baustelle bis zur Schlüsselübergabe betreuen. Logistisch wird das Vorhaben wegen der engen Nachbarschaft eine Herausforderung werden. Bereits im Juni 2021 war mit der Vermietung von Büroflächen (sieben Einheiten, 5000 Quadratmeter) im ersten bis vierten OG begonnen worden, im Erdgeschoss soll Handel einziehen. Von den 11 270 Quadratmeter Geschossfläche sollen 3731 dem Wohnen gewidmet sein. Das reicht für 41 Wohnungen (2- und 3-Zimmer mit 40 bis 130 Quadratmeter), darunter 28 möblierte Apartments (30 bis 56 Quadratmeter). Sie müssen nach den Kriterien des Stuttgarter Innenentwicklungsmodells (SIM) aufgeteilt werden. Das bedeutet 30 Prozent geförderten Wohnraum, also Sozialmietwohnungen und Mietwohnungen für mittlere Einkommensbezieher.

30 Prozent geförderter Wohnraum

Die Mietwohnungen sollen mit der Bauausführung auf den Markt kommen. Man werde das Projekt trotz aller Herausforderungen wie geplant realisieren, sagt die LBBW Immo, ohne eine Investitionssumme zu nennen. Natürlich sei es „üblich, die Preise dem aktuellen Marktgeschehen anzupassen“. Noch werden keine genannt. Ende 2025 könnten die Lücke an der Eberhardstraße geschlossen sein.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart Sozialwohnungen Baustelle