Leichtathletik: LG Filder Gegen den EM-Frust: zweimal Gold

Auf dem  Weg zum Meistertitel: Emanuel Molleker. Foto: Ralf Görlitz
Auf dem Weg zum Meistertitel: Emanuel Molleker. Foto: Ralf Görlitz

Emanuel Molleker ragt bei den deutschen Mehrkampfmeisterschaften heraus. Insgesamt gewinnt die LG Filder vier Medaillen – und schwankt eine Athletin zwischen Freude und Hadern.

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Wesel/Filder - Es war nur eine kleine Delegation, mit der die LG Filder zu den deutschen Mehrkampfmeisterschaften nach Wesel gereist war. Umso bemerkenswerter ist die Bilanz dieses Wochenendes. Zweimal Gold, zweimal Bronze, dazu ein Kreisrekord. Das Teilnehmerquartett der Startgemeinschaft trumpfte in der Hansestadt am Rhein mächtig auf. Der herausragende Akteur war dabei erneut Emanuel Molleker. Der 17-Jährige wurde seiner Favoritenrolle gerecht und kehrt als doppelter nationaler Titelträger der Altersklasse U 18 heim.

In den Wettbewerb ging Molleker als Nummer zwei der europäischen Zehnkampf-Jahresbestenliste – und mit einer besonderen Motivation. Die coronabedingte Absage der Junioren-EM im italienischen Rieti hatte weh getan. Weggebrochen war damit der eigentliche Saisonhöhepunkt. Zu jenem wurde nun stattdessen die aktuelle Konkurrenz, bei der Molleker zeigen wollte, was gehen kann. Gesagt, getan. Schon zur Halbzeit lag der Youngster klar vorn. Am Ende übertraf er als einziger Athlet erneut die magische 7000er-Grenze. Mit 7119 Punkten hatte er fast 300 Zähler Vorsprung auf den Zweitplatzierten, den Gomaringer Marc Metzger. Auch in den Einzeldisziplinen Weitsprung (7,14 Meter), Kugelstoßen (14,46 Meter) und Hochsprung (1,98 Meter) gelangen Molleker die jeweiligen Tagesbestleistungen.

„Riesiger Leistungssprung“

„Ich bin hochzufrieden, auch wenn ich anfangs etwas Schwierigkeiten hatte, in den Wettkampf richtig reinzukommen“, sagte der frisch gebackene Sieger, der seit einem Jahr am Olympiastützpunkt Stuttgart trainiert und im Sportinternat wohnt. Seither habe er „einen riesigen Leistungssprung gemacht“. Für die LG Filder tritt er seit Januar an. Zuvor trug er das Trikot des Schwarzwald-Clubs LG Baar.

Dass Molleker seinen im Juni in Bernhausen aufgestellten persönlichen Rekord von 7351 Punkten verfehlte, war schließlich Nebensache, zumal es auch so noch eine Zugabe gab. Eine zweite Goldmedaille ging an Molleker über die Mannschaftswertung. Auch in jener belegte die LG Filder den ersten Platz. Mit dem Zweifachgewinner durften sich die Teamkollegen Moritz Eisold und Pascal Schnepp freuen. Eisold schaffte es im Schlussspurt obendrein überraschend noch auf den dritten Einzelrang. Er kam auf insgesamt 6825 Punkte. Schnepp steuerte als Siebzehnter solide 5864 Zähler bei. Zusammen machte dies 19 808 Punkte und bedeutete einen neuen Kreisrekord. Das Trio übertraf seine eigene bisherige Spitzenmarke um 51 Zähler.

Bronze trotz Verletzungspech

„Ein Riesenkompliment an alle meine Schützlinge. Es ist für uns megasuper gelaufen“, bilanzierte der Landes- und LG-Filder-Trainer Florian Bauder – und rechnete dabei auch Tabea Eitel mit ein, wenngleich jene die Meisterschaften mit gemischten Gefühlen verließ. Auch Eitel sicherte sich Bronze, in ihrem Fall im Siebenkampf der U-18-Juniorinnen. Und sie kam mit 5433 Punkten bis auf zehn Zähler an ihre persönliche Bestleistung heran. Aber was wäre erst möglich gewesen, wenn ihr nicht das Verletzungspech zugesetzt hätte? Wegen heftiger Rückenschmerzen musste sich Eitel zwischendurch in physiotherapeutische Behandlung begeben. Zu Silber fehlte ihr im Ziel die Winzigkeit von drei Punkten. Vor ihr platzierten sich schließlich die württembergische Kontrahentin Sandrina Sprengel (LG Steinlach-Zollern, 5699 Punkte) und die Potsdamerin Laura Sophie Duckhorn (5436 Punkte).

Auch Leinfelden-Echterdinger Zufriedenheit

Einen guten fünften Rang erreichte derweil Maurice Meißner von der LG Leinfelden-Echterdingen im Zehnkampf der Altersklasse U 20. Angetreten als Vierter der deutschen Jahresbestenliste, kam er auf 6320 Punkte. In drei Disziplinen stellte Meißner persönliche Bestleistungen auf: im 100-Meter-Sprint (11,46 Sekunden), im Stabhochsprung (4,20 Meter) und im Speerwerfen (50,24 Meter). „Was will man mehr“, lobte die Leinfelden-Echterdinger Cheftrainerin Anjuli Knäsche.

Dagegen blieb ihr zweiter Teilnehmer unter Wert. Julian Graubner fühlte sich nach seiner vor kurzem verabreichten Corona-Impfung etwas schlapp. Das Ergebnis im ­U-18-Feld: Platz 18 mit 5681 Punkten.




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