Leinfelden-Echterdingen Mehr Platz für die Betreuung von Kindern

Von Natalie Kanter 

In dem ehemaligen Dozimil der Musikschule am Echterdinger S-Bahnhof soll eine Kita entstehen. Noch nicht klar ist, wie und wo Grundschüler künftig nach dem Unterrichtschluss betreut werden sollen.

Mit diesem Flugblatt wirbt die Stadt L.-E.  um pädagogische Nachwuchskräfte. Foto: N.  Kanter
Mit diesem Flugblatt wirbt die Stadt L.-E. um pädagogische Nachwuchskräfte. Foto: N. Kanter

Leinfelden-Echterdingen - Vor zweieinhalb Jahren ist die städtische Musikschule in den Altbau der Zeppelinschule gezogen. Der Umbau des Gebäudes hat knapp vier Millionen Euro gekostet. Seitdem muss die Stadt keine Miete mehr für die Räume an der Stadionstraße 6 bezahlen. Dort war die Musikschule 20 Jahre lang untergebracht. Das aber könnte künftig wieder anders werden. Die Verwaltung schlägt den Stadträten des Sozialausschusses nun vor, just diese Räume wieder anzumieten.

Sie will dort Platz für die Betreuung von Kindern schaffen. Kostenpunkt mehr als 8500 Euro pro Monat. Die Verwaltung denkt darüber nach, in dem Gebäude am Echterdinger S-Bahnhof eine Kita mit drei Gruppen zu eröffnen. Neun pädagogische Fachkräfte müssten dafür eingestellt werden. Die Räume müssten für 420 000 Euro umgebaut und neu ausgestattet werden. Die Verwaltungsspitze will so ein drängendes Problem lösen. Die Stadt muss, wie berichtet, bis zum Herbst mehr als hundert Kitaplätze schaffen. Insbesondere in Echterdingen kommt die Kommune in Zugzwang.

Waldorfkindergarten und Kinderhaus sollen weitere Gruppen einrichten

Nun also legt die Verwaltung einen Lösungsansatz vor. „Damit würden wir unsere Sorgen loswerden“, sagte Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell unserer Zeitung. Um die Kinderbetreuung in den Jahren 2017/18 sicher zu stellen, schlägt die Verwaltung zudem vor, eine weitere Gruppe im Echterdinger Waldorfkindergarten einzurichten. Auch im Stettener Gudrun-Mebs-Kinderhaus soll es eine zusätzliche Gruppe geben.

Weil aus Kindergartenkindern naturgemäß Schulkinder werden und es mittlerweile normal ist, dass beide Elternteile arbeiten, hat die Stadt ein weiteres Problem zu lösen: Es gilt die Frage zu klären, wie künftig die Betreuung von Grundschülern nach Unterrichtschluss aussehen soll. Das Problem: Es handelt sich um eine freiwillige Aufgabe der Stadt. Die bestehenden Angebote sind rappelvoll. Will heißen, die Stadt müsste nachjustieren, wenn sie dem Bedarf der Eltern gerecht werden will.

„Es ist niemand unversorgt“, verspricht Kalbfell

Vertreter der Elternschaft, der Fraktionen, der Verwaltung und der Schulkindbetreuung haben sich am Dienstagabend hinter verschlossenen Türen getroffen. Auf den mehrstündigen Workshop angesprochen, sagt Kalbfell: „Es wird eine zweite Runde noch vor den Sommerferien geben.“ Dann sollen auch Beschlüsse gefasst werden. Am Dienstag habe man unterschiedliche Positionen ausgetauscht und sich gegenseitig kennengelernt. Karsten Finger, Vorsitzender des Gesamtelternbeirates der Schulen, berichtet von einem „konstruktivem Gespräch “ und einer „guten Atmosphäre“. Man habe sich auf eine Richtung geeinigt, wie man weiter vorgehen möchte. Wenn auch die „Leitplanken“ noch gesetzt werden müssen.

Die Mehrheit der Kinder, deren Eltern bis vor kurzem noch auf eine Zusage für einen Platz in der Schulkindbetreuung gewartet haben, sollen laut Kalbfell in einem Raum der Leinfeldener Ludwig-Uhland-Schule betreut werden. „Es ist niemand unversorgt“, sagt er. Spannend sei auch, wie sich das Kultusministerium entscheide. Wie berichtet, wird das Land möglicherweise wieder die Nachmittagsbetreuung von Halbtagsschülern mitfinanzieren.