Leinfelden-Echterdingen Wirbel um geplantes Parkhaus über den Gleisen

Von Natalie Kanter 

SPD und Freie Wähler in Leinfelden-Echterdingen fühlen sich schlecht informiert und fordern ein mit dem Flughafen abgestimmtes Konzept. Die Baubürgermeisterin spricht derweil von einem unerwünschten „riesigen Klotz“.

Der Flughafen braucht mehr Parkplätze. Foto: Archiv Natalie  Kanter
Der Flughafen braucht mehr Parkplätze. Foto: Archiv Natalie Kanter

Leinfelden-Echterdingen - Die SPD-Fraktion macht in Sachen weitere Parkplätze am Flughafen Druck. „Das Kommunalparlament soll endlich über die Pläne des Airports informiert werden“, sagt Fraktionschef Erich Klauser unserer Zeitung. Die Fraktionen wollen ins Boot geholt werden. Klauser hat der Verwaltungsspitze am Rande des jüngsten Technischen Ausschusses einen Antrag überreicht, den auch Hans Huber, Fraktionschef der Freien Wähler, unterschrieben hat. Die Verwaltung wird in diesem Papier aufgefordert, bis spätestens Ende Februar dem Gemeinderat ein mit dem Flughafen abgestimmtes Konzept vorzulegen. In diesem soll es Antworten auf offene Fragen zum Parken am Flughafen und der Messe geben. Die Pläne der Flughafen GmbH sollen dem zuständigen Fachausschuss präsentiert und erläutert werden.

In der Begründung heißt es: „Beim Besuch des Gemeinderates bei der Flughafenverwaltung gab es erneut Dissens zwischen Verwaltungsspitze und der Flughafengeschäftsleitung.“ Der zuständige Technische Ausschuss sei bislang nicht informiert und in die Meinungsbildung einbezogen. Dies solle nachgeholt werden.

Das Parkhaus würde keine weiteren Flächen versiegeln

Zum Hintergrund: Der Flughafen möchte auf der Gemarkung von L.-E. ein Parkhaus bauen. „Der Flughafen wird mehr Parkraum brauchen“, sagt Johannes Schumm, Sprecher der Flughafen-Gesellschaft, unserer Zeitung. Deshalb werde derzeit ein Paket mit mehreren Bausteinen geprüft. Zu diesem Paket gehöre eine Erweiterung bestehender Parkhäuser, aber auch der Bau eines neuen – über den S-Bahn-Gleisen. Zum Verständnis: Die Züge fahren von Echterdingen kommend in einem offenen Trog, bis sie unter dem Flughafen verschwinden. 20 Meter von dieser Stelle entfernt, könnte sich ein 120 Meter langes Gebäude über die Gleise spannen, in dem 1200 bis 1400 Autos Platz finden. Der Vorteil: Für dieses Parkhaus werden keine weiteren Flächen versiegelt.

Diese Pläne wurden vor einem starken Jahr erstmals publik. Der Aufsichtsrat des Flughafens hatte sie bereits genehmigt. Johannes Schumm sagt aber dazu: „Die Entscheidung wurde vorbehaltlich der Zustimmung der Stadt L.-E. getroffen.“ Will heißen, die Große Kreisstadt ist Herr des Verfahrens. Baubürgermeisterin Eva Noller aber hält wenig von einem Parkhaus über dem S-Bahn-Trog. Das soll sie vor Kurzem beim traditionellen Jahresgespräch des Gemeinderates und der Verwaltungsspitze mit Verantwortlichen des Flughafens erneut kundgetan haben.

Parkhaus passt laut Noller städtebaulich nicht

Unserer Zeitung sagt die Bürgermeisterin: „Von diesem Parkhaus halte ich tatsächlich nicht so viel.“ Es passe städtebaulich nicht hinein. „Das wäre ein riesiger Klotz“, sagt Noller. Und damit auch kein geeigneter, repräsentativer Eingang für die Airport City. „Ich denke, es gibt andere Möglichkeiten“, erklärt sie. Schließlich steht in Echterdingen bereits ein Parkhaus. Möglicherweise könnten die Stadt und der Flughafen dort gemeinsame Sache machen.

Nächste Woche wird die Baubürgermeisterin dazu ein Telefongespräch mit dem Flughafen-Geschäftsführer Walter Schoefer führen. Sie will ihm ein Treffen für Anfang des Jahres vorschlagen. Im Anschluss könnten die Pläne dann auch dem Gemeinderat präsentiert werden. „Wir haben vom Gemeinderat den klaren Auftrag erhalten, gemeinsam mit dem Flughafen zu planen“, sagt Noller. Dazu passt, dass Flughafensprecher Johannes Schumm unserer Zeitung sagt: „Uns ist ein gutes Miteinander wichtig.“ Deshalb habe man angeboten, in den Gemeinderat zu kommen und dort im Detail über die Parkhaus-Pläne zu berichten.

OB Roland Klenk hat den Fraktionen derweil versprochen, bis Mitte Februar zumindest einen Sachstandsbericht zu dem Thema zu liefern. Wolfgang Haug (FDP)erinnerte in diesem Zusammenhang an einen Antrag der L.E. Bürger/FDP vom Sommer dieses Jahres. Er bat darum, sämtliche Parkhäuser in diesen Bericht einzubeziehen – also auch jenes in Echterdingen.