Heute vor einem Jahr fand die erste Autobahnblockade der Gruppe „Letzte Generation“ statt. Aktivistinnen und Aktivisten klebten sich seitdem in vielen Städten an die Straßen und sorgten damit für Ärger – aber auch für Aufmerksamkeit.

Volontäre: Anna-Sophie Kächele (ask)

Seit einem Jahr blockieren Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ immer wieder Straßen, Brücken und Autobahnzufahrten, nach Angabe der Umweltschutzbewegung bislang 1250 Mal. Um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen, greifen sie zu öffentlichkeitswirksamen Mitteln und bringen damit Autofahrer und Politiker gegen sich auf. Doch auch wenn die „Letzte Generation“ mit ihren Aktionen für heftige Reaktionen sorgt, die Gruppe wertet die anhaltende Berichterstattung als Erfolg: „Innerhalb eines Jahres ist die Letzte Generation unignorierbar geworden.“ Nun sollen die Aktionen noch deutlich ausgeweitet werden, wie Sprecherin Aimée van Baalen am Montag sagte. „Der Widerstand wird größer als je zuvor.“ Was genau geplant ist, sagte sie nicht.

Aktivisten protestierten schon 2021 mit einem Hungerstreik für eine radikale Klimawende und handelten damit ein Gespräch mit Olaf Scholz aus. Nachdem der Bundeskanzler auf die Forderungen der Gruppe nicht einging, folgten Straßenblockaden sowie Proteste in Museen, Stadien, an Erdölpipelines oder Flughäfen. Fotos der Aktionen finden Sie in unserer Bildergalerie.

Breite Unterstützung fehlt

Umfrage in der Bevölkerung
In einer Civey-Umfrage vom November sagten 86 Prozent der Befragten, die „Letzte Generation“ schade mit ihrem Vorgehen dem Anliegen des Klimaschutzes.

Reaktionen aus der Politik
FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai sprach im November von einer „besorgniserregenden Radikalisierung von Teilen der Klimabewegung.“ CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warnte sogar vor der Entstehung einer „Klima-RAF“. Verfassungsschutzpräsident Thomas Haldenwang hält diesen Vergleich für „Nonsens“.