Leuze-Bad in Stuttgart Kinderland wegen Legionellen geschlossen
Bei Routineuntersuchungen sind im Kinderland des Leuze-Bads Legionellen festgestellt worden. Was bedeutet das für die anderen Bereiche in der Therme, und wie geht es nun weiter?
Bei Routineuntersuchungen sind im Kinderland des Leuze-Bads Legionellen festgestellt worden. Was bedeutet das für die anderen Bereiche in der Therme, und wie geht es nun weiter?
Das Kinderland im Mineralbad Leuze in Stuttgart-Berg bleibt in den nächsten Tagen geschlossen. Denn bei einer routinemäßigen Kontrolle des Wassers im Becken ist ein erhöhter Wert an Legionellen festgestellt worden. Die Bakterien seien ausschließlich im Kinderland aufgetreten, daher können die Gäste alle anderen Bereiche des Bads und der Sauna weiterhin ohne Einschränkungen nutzen, sagt Jens Böhm, der Sprecher der Stuttgarter Bäderbetriebe, auf Nachfrage unserer Zeitung.
Um die Legionellen zu beseitigen, hat das Leuze-Team gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen umgehend eine sogenannte Hochchlorung des Wassers im gesamten Beckensystem einschließlich der Leitungen vorgenommen. An diesem Freitag soll eine Kontrollmessung stattfinden, um die Wirkung dieser Maßnahme zu überprüfen. Bis das Ergebnis aus dem Labor vorliegt, dauert es aber zehn Tage. Mindestens so lange bleibt das Kinderland daher vorsorglich geschlossen. „Wir werden die Zeit nutzen und auch noch einmal die Technik von einer Fachfirma überprüfen lassen, um die Ursache des Problems zu finden“, sagt Böhm. Derzeit gehen die Bäderbetriebe davon aus, dass ein Defekt bei der Filterdesinfektionsanlage die Ursache ist.
Im Oktober hatte eine Kontrolluntersuchung aller Becken stattgefunden. Das Ergebnis lag am 6. November vor. Damals wurde eine geringe Verunreinigung des Beckenwassers im Kinderland durch Legionellen festgestellt. Daraufhin wurden in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt vorsorglich die aerosolbildenden Attraktionen im Kinderland abgestellt und eine Filterdesinfektion veranlasst. Die Nachmessung am 5. Dezember bestätigte dann eine deutliche Verbesserung der Werte. Am 11. Dezember wurde erneut gemessen. Das Ergebnis erreichte die Bäderbetriebe am Mittwoch, 3. Januar. „Die Werte waren zwar unter den Richtwerten, aber sie waren nah dran. Wir wollten dann nicht abwarten, sondern haben den Kinderbereich umgehend gesperrt. Dies geschah vorsorglich und zum Schutz unserer Badegäste“, sagt Böhm.
Legionellen sind Bakterien, die bei Menschen unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen. Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung reichen diese von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Behandelt wird eine Infektion mit Antibiotika. Legionellen sind weltweit verbreitete Umweltkeime, die in geringer Anzahl natürlicher Bestandteil von Oberflächengewässern und Grundwasser sind. Die Bakterien vermehren sich am besten bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad. Besonders in künstlichen Wassersystemen wie Wasserleitungen in Gebäuden finden die Erreger bei entsprechenden Temperaturen gute Wachstumsbedingungen. In Ablagerungen und Belägen des Rohrsystems können sich die Legionellen besonders gut vermehren.
In Hallen- und Freibädern gibt es immer wieder Probleme mit Legionellen, weshalb die Wasserqualität engmaschig kontrolliert werden muss. Im Falle eines Falles sei es wichtig, umgehend und schnell zu handeln, betont Böhm. Die jüngsten Fälle in den Stuttgarter Bädern waren 2015 im Freibad Rosental, 2016 im Solebad Cannstatt und 2018 im Leo-Vetter-Bad. Betroffen von dem Befall war jeweils die Duschanlage.