Luxusauto-Diebstähle Gestohlener Porsche in Oberfranken entdeckt

Von Wolf-Dieter Obst 

Wer Luxusautos besitzt, die sich schlüssellos öffnen und starten lassen, sollte etwas mehr aufpassen. Die Diebesbanden, die den Sesam-öffne-dich-Effekt für sich missbrauchen, lassen ungebremst Autos verschwinden. Ein Stuttgarter Porsche-Besitzer hat Glück. Sein Wagen kam nur 254 Kilometer weit.

Tückische Schlüssellos-Technik: Autodiebe ließen zuletzt in Stuttgart-Botnang Fahrzeuge verschwinden. Foto: dpa
Tückische Schlüssellos-Technik: Autodiebe ließen zuletzt in Stuttgart-Botnang Fahrzeuge verschwinden. Foto: dpa

Stuttgart - Ein in Botnang gestohlener Porsche Cayenne ist wieder gefunden worden: Der Wagen stand 254 Kilometer entfernt in einem Waldstück bei Pegnitz, im oberfränkischen Landkreis Bayreuth. Die unbekannten Diebe hatten ihn mit laufendem Motor zurückgelassen – ehe eine Polizeistreife ihn entdeckte. Warum die Täter die über 100 000 Euro teure Beute stehen ließen, ist unklar.

Der weiße Porsche Cayenne war in der Nacht zum Donnerstag in der Chopinstraße in Botnang gestohlen worden. Ganz offensichtlich war dabei eine Tätergruppe am Werk, die seit Monaten bevorzugt Porsche, aber auch andere Luxuswagen, mit schlüsselloser Türtechnik verschwinden lässt. Mit einem Trick werden die Signale des nachts im Haus abgelegten Funkschlüssels abgefangen und fürs Öffnen des Fahrzeugs missbraucht. Damit kann auch der Wagen gestartet werden.

Vor Bayreuth endete die Fahrt

Auf diese Weise dürfte auch der weiße Porsche in Botnang erbeutet worden sein. Wie sich nun zeigt, dürften die Diebe damit über die A 81 und A 6 Richtung Nürnberg geflüchtet sein. Anschließend ging es auf der A 9 in Richtung Bayreuth. Dann aber fuhren sie an der Ausfahrt Pegnitz von der Autobahn – und wenige Kilometer entfernt in ein Waldstück zwischen den Ortschaften Horlach und Weidlwang.

Eine Polizeistreife entdeckte den verlassenen Wagen am Donnerstag gegen 16.45 Uhr. „Der Motor lief noch“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken, „deshalb hatten wir die Täter in der Nähe vermutet.“ Doch eine Großfahndung verlief ergebnislos. Warum der Motor lief, kann sich die Kripo in Bayreuth nicht erklären. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Wagen dort an Komplizen übergeben werden sollte – der Motor muss dabei am Laufen gehalten werden, weil er sich sonst nicht mehr starten lässt. Der Täter hat ja keinen Schlüssel.

Das Original-Kennzeichen war noch dran

Wie dreist die Diebesbanden vorgehen, zeigt die Tatsache, dass das originale Stuttgarter Kennzeichen montiert war. Offenbar fürchteten die Täter nicht, bei einer Fahndung aufzufallen. Ein weiterer Porsche Cayenne, der am 17. April in Botnang gestohlen worden war, bleibt dagegen verschwunden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die gestohlenen Fahrzeug unverhofft wieder auftauchen. Ende Januar dieses Jahres beispielsweise waren auf dem Killesberg ein Porsche Panamera und ein Mercedes AMG GLE verschwunden. Die zusammen 290 000 Euro teuren Fahrzeuge wurden von den Tätern in Tschechien zurückgelassen.

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