Machtpolitik in Leonberg Ein liberaler Coup
Mit der Nominierung von Josefa Schmid und Ursula Kreutel streut die FDP gehörig Salz in die Wahlsuppe.
Mit der Nominierung von Josefa Schmid und Ursula Kreutel streut die FDP gehörig Salz in die Wahlsuppe.
Mit der Nominierung von Josefa Schmid als Kreistagskandidatin ist der Leonberger FDP ein Coup gelungen. Egal, wie man die von OB Cohn kaltgestellte Bürgermeisterin beurteilen mag: Sie ist bekannt und zeigt sich kämpferisch. Die FDP wiederum kann sich als jene Kraft profilieren, die sich dem knallharten Anti-Schmid-Kurs des Oberbürgermeisters demonstrativ entgegenstellt.
Ähnlich verhält es sich mit dem Aufstellen von Ursula Kreutel: Dass die frühere Bürgermeisterin von Weissach für Mängel in der dortigen Verwaltung von ihrem Nachfolger Daniel Töpfer allein verantwortlich gemacht wurde, hatte seinerzeit bei vielen Menschen Kopfschütteln hervorgerufen.
Hatte doch der forsche Verwaltungschef für die Aufarbeitung der Versäumnisse die unglaubliche Honorarsumme von 223 000 Euro ausgegeben. Das entspricht zwei hohen Jahresgehältern. Auch die im Zuge der Greensill-Pleite in den Sand gesetzten 16 Millionen Euro waren gewiss kein Ruhmesblatt, wenngleich ein Gutachter vor zwei Jahren Töpfer sozusagen reingewaschen hatte.
Das aktuelle Zerwürfnis im Leonberger Rathaus und die zum Glück der Vergangenheit angehörende Eisblock-Politik in Weissach zeigen, wie sehr die kommunale Arbeit, die pragmatisch und ideologiefrei den Menschen dienen sollte, mitunter längst von berechnender Machtpolitik mit allen Begleiterscheinungen eingeholt worden ist. Der anstehende Wahlkampf dürfte die Fronten weiter verhärten, birgt aber auch die Chancen einer Klärung und folgenden Stabilisierung.