Maichingen und Magstadt Sindelfinger Trinkwasser-Problem weitet sich aus

Wasser vor dem Verzehr erhitzen. Das müssen jetzt auch die Maichinger und Magstädter. Grund auch hier eine Bakterienbelastung. Foto: Stefanie Schlecht/Stefanie Schlecht

Für weite Teile Sindelfingens gilt weiter: Wasser unbedingt abkochen. Nun wurde das Gebot sogar noch auf Maichingen und Magstadt erweitert. Die Ursache ist nach wie vor unklar. Jetzt wird sogar bei der Bodenseewasserversorgung angesetzt.

Böblingen: Martin Dudenhöffer (dud)

Sindelfingen - Erweitern statt entwarnen: Die Stadtwerke Sindelfingen haben am Mittwochnachmittag bekannt gegeben, dass nun auch das Wasser in Maichingen und auch in der nahe gelegenen Gemeine Magstadt abgekocht werden muss.

 

Chlorkonzentration nicht hoch genug

Die Proben aus dem entsprechenden Hochbehälter haben auch einen negativen Befund ergeben, allerdings sei die Chlorkonzentration noch nicht hoch genug. Das liegt nach Einschätzung von Lars Haustein, Stadtwerke Sindelfingen, daran, dass sich das Chlor durch einen Biofilm in den Rohren schnell abbaut. Damit sei auch die Konzentration an der Entnahmestelle niedriger. Insgesamt seien Proben aus allen zehn Hochbehältern im Wassernetz genommen worden. In den vergangenen Tagen habe man einen großen Aufwand betrieben und den Fokus auf den zuerst verunreinigten Behälter Goldberg gelegt.

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Nun haben die Proben in einem anderen Hochbehälter eine bakterielle Belastung ergeben. Lars Haustein erklärt: „Am Montag haben wir im Hochbehälter Rheinstraße eine Probe genommen. Die hat einen Bakterienfund ergeben. Das ist ärgerlich, denn bisher war die Verunreinigung nur im Goldberg-Behälter festgestellt worden.“ Da der Grenzwert bei einer Bakterienbelastung in Trinkwasser bei Null liegt, in einer Probe von 100 Millilitern Wasser aber genau ein Bakterium gefunden wurde, besteht die Warnung. Daraus folgt die Ausdehnung des Abkochgebots auch auf Maichingen und Magstadt, die ihr Trinkwasser aus dem jetzt betroffenen Hochbehälter beziehen.

Woher die Verschmutzung kommt, stehe weiterhin nicht fest. Bis kein negatives Ergebnis vorliegt, bleibt das Erhitzungsgebot für Leitungswasser bestehen. „Möglicherweise können wir für Goldberg morgen Entwarnung geben. Maichingen und Magstadt wird dagegen vorerst bleiben“, wagt Hau-stein eine Prognose.

Bakterien im Hochbehälter Rheinstraße

Die Ursachenforschung läuft indes auf Hochtouren, wie Lars Haustein sagt. „Wir arbeiten eng mit dem Vorlieferanten unseres Wassers aus der Bodenseeregion zusammen, um die Ursache zu finden.“ Es sei grundsätzlich auch denkbar, dass der Regen der vergangenen Monate nun dafür sorgt, dass viel mitgeschwemmt werde. „Es könnte sein, dass ein verunreinigter Schwall gekommen ist“, mutmaßt Haustein.

Die mit solchen Problemen vertrauten Gesundheitsämter erlebten immer wieder solche Verunreinigungen. Oftmals kann trotz intensiver Spurensuche mit allerlei Technik der Ursprung der Verkeimung nicht gefunden werden. Sicher scheint für die Wasserexperten nur, dass der Eintrag, also die Quelle der Verunreinigung, nicht aus dem eigenen Netz stammt, sondern von außen eingeflossen sein muss.

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