Marijn Rademaker als Choreograf Ehemaliger Stuttgarter Tänzer macht Ballettfilm

Marijn Rademaker hat das Orchester in seine neue Choreografie integriert; als Tanzfilm kommt „Verklärte Nacht“ am 17. April zur Uraufführung und ist online zu erleben. Foto: Leszek Januszewski/Ballett Dortmund 11 Bilder
Marijn Rademaker hat das Orchester in seine neue Choreografie integriert; als Tanzfilm kommt „Verklärte Nacht“ am 17. April zur Uraufführung und ist online zu erleben. Foto: Leszek Januszewski/Ballett Dortmund

Die Choreografie kommt von Marijn Rademaker, die Kostüme hat Thomas Lempertz gestaltet: „Verklärte Nacht“ heißt ein Filmprojekt des Dortmunder Balletts, das auch Stuttgarter Tanzfans aufhorchen lässt.

Kultur: Andrea Kachelrieß (ak)
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Stuttgart/Dortmund - Der niederländische Tänzer Marijn Rademaker hat 15 Jahre lang das Stuttgarter Ballett mitgeprägt, Rollen wie die des dämonischen Meisters in „Krabat“ oder Marco Goeckes Solo „Äffi“ sind für ihn hier entstanden, bevor es ihn 2015 zurück in seine Heimat zog. Bereits im Rahmen eines Noverre-Abends hat sich der ehemalige Solist des Stuttgarter Balletts, der wegen Knieproblemen kurz nach seinem Umzug nach Amsterdam seine aktive Karriere beenden musste, als Choreograf vorgestellt. Nun gestaltet er für das Ballett Dortmund einen ganzen Abend und präsentiert Arnold Schönbergs „Verklärte Nacht“ als Tanzfilm; für die Kostüme zeichnet Rademakers ehemaliger Stuttgarter Kollege Thomas Lempertz verantwortlich.

Die Uraufführung des Projekts, das zugleich Rademakers choreografisches Debüt am Ballett Dortmund ist, findet am 17. April um 19.30 Uhr als Livestream statt. In Kooperation mit den Dortmunder Philharmonikern, der Akademie für Theater und Digitalität, dem Filmemacher Mathieu Gremillet sowie dem Kostümbildner Thomas Lempertz entstand ein Ballettfilm, der unter www.theaterdo.de digital uraufgeführt wird.

Das Orchester ist Teil der Choreografie

Rademaker hat sich bei seiner Version von „Verklärte Nacht“ bewusst für eine filmische Version entschieden und seine Choreografie dementsprechend konzipiert. Somit handelt es sich nicht um die Aufzeichnung einer ursprünglich für die Bühne geschaffenen Choreografie, sondern um ein eigenständiges, multimediales Projekt, in dem das Orchester Teil der Choreografie ist und als eigenständiger Akteur bewusst in die Handlung integriert wurde.

Das Streichsextett „Verklärte Nacht“, inspiriert von einem Gedicht Richard Dehmels aus dem Jahr 1896, gehört zu den beliebtesten und meist gespielten Werken des Wiener Komponisten Arnold Schönberg. Den Choreografen Marijn Rademaker inspirierte die Komposition zu einem Tanzstück, das in Zusammenarbeit mit der Dortmunder Akademie für Theater und Digitalität und dem Filmemacher Mathieu Gremillet zum Film weitergedacht wurde.

Der erste Teil der Choreografie wird von sechs Streichern der Dortmunder Philharmoniker begleitet und beschäftigt sich mit der Zerrissenheit der Hauptfiguren, die erste Schritte in ein neues Leben wagen. Die Tänzerinnen und Tänzer des Ballett Dortmund bewegen sich zwischen Zweifel, Angst und Wut, aber auch von Hoffnung getragen. Von einer großen Streicherbesetzung, die Schönberg selbst 1917 erstellt hatte, wird der zweite Teil gespielt, der sich deutlich vom ersten abgrenzt. Auch die Gefühlswelt ändert sich und wird bestimmt von Akzeptanz und Liebe sowie neuen Sichtweisen auf die Welt.

Die Uraufführung ist am Samstag, 17. April 2021, um 19:30 Uhr kostenlos unter www.theaterdo.de/digital zu erleben und bleibt bis zum Folgetag um 23:59 Uhr abrufbar.




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