Markus Freitag geht in Ruhestand Kämpfer für Personal und faire Arbeit

Von Konstantin Schwarz 

19 Jahre lang war Markus Freitag im Gesamtpersonalrat der Landeshauptstadt, in den letzten sechs Jahren führte er das Gremium.

Markus Freitag (re.), der Gesamtpersonalratsvorsitzende der Landeshauptstadt, geht in Ruhestand. OB Fritz Kuhn (Grüne) verabschiedete ihn vor vielen Zuhörern im Rathaus. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Markus Freitag (re.), der Gesamtpersonalratsvorsitzende der Landeshauptstadt, geht in Ruhestand. OB Fritz Kuhn (Grüne) verabschiedete ihn vor vielen Zuhörern im Rathaus. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Ihn wird OB Fritz Kuhn (Grüne) nicht so schnell vergessen: Markus Freitag, der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der Landeshauptstadt, ist am Dienstag im Rathaus verabschiedet worden. Der gelernte Sozialarbeiter, der 2013 den Vorsitz übernahm und für mehr als 18 000 Beschäftigte sprach, habe „genervt ohne Ende, das war stressig“, bekannte Kuhn – und sprach damit hohes Lob aus. „Sie haben seit Jahren deutlich gemacht, dass mehr Personal nötig ist“, sagte Kuhn, mit dem Doppelhaushalt 2020/2021 gebe es nun mehr als 800 neue Stellen. Martin Gross, Verdi-Landesbezirksleiter, bezeichnete den obersten Beschäftigtenvertreter als „Stimme gegen den Sparwahn“ und als „kämpferischen Teil der Gesellschaft“, der die 40-Stunden-Woche verhindert habe. Freitags Nachfolgerin Claudia Häußler lobte dessen Energie und Engagement. „Er hat Augenhöhe hergestellt und mit der Verwaltung auf dieser verhandelt“, so Häußler.

Freitag selbst redete der nahezu komplett anwesenden Bürgermeisterriege letztmals ins Gewissen. Eine gute Verwaltung sei Garant für einen demokratischen Staat. Jahresüberschüsse, die sich seit 2003 auf 2,5 Milliarden Euro summierten „sollten für die Zukunft beruhigen“, sagte Freitag. Er hoffe, dass die Stellen schnell besetzt werden können und die Stadt sich zu einer Ballungsraumzulage und zum Neubau eines Verwaltungsgebäudes im Neckarpark durchringe. Zehn Jahre sei er anfangs bei der Stadt als Streetworker in der Drogenarbeit unterwegs gewesen, blicke Freitag zurück: „Das war eine gute Schule, schließlich ist die Verwaltung ja auch nicht emotionslos unterwegs.“




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