Mensaessen in Leonberg und Umgebung Schnitzel mit Soße ist weiter im Rennen

Die Leiterin der Schulmensa des Schulzentrums Rutesheim: Daniela Hoss Foto: Jürgen Bach

Die Entwicklung in Freiburgs Mensen für Grundschulen und Kitas, grundsätzlich nur noch vegetarisches Essen anzubieten, findet in Leonberg keine Resonanz.

Für große Aufmerksamkeit hat ein Gemeinderatsbeschluss vom vergangenen Oktober in Freiburg gesorgt, der nun dort zum neuen Schuljahr in Kraft getreten ist: In Freiburgs städtischen Grundschulen und auch in Kitas wird ab sofort nur noch ein vegetarisches Einheitsmenü angeboten. Gibt es auch in den Schulen rund um Leonberg Überlegungen, Fleisch komplett vom Speiseplan der Mensen zu streichen?

 

In Leonberg gibt die Stadt nach einem Vorschlag des Amtes für Jugend, Familie und Schule die Rahmenbedingungen für den Essensplan an Schulen vor, den die beauftragten Cateringfirmen einhalten müssen. „Welche Speisen dann konkret in den Schulen auf dem Teller landen, entscheidet das Catering selbst“, sagt Sebastian Küster, der Pressesprecher der Stadt Leonberg. Bei der Beauftragung von Caterern und der Erstellung von Essensplänen orientiere sich die Stadt Leonberg an den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Diese sieht vor, einmal wöchentlich Fleisch, einmal wöchentlich Fisch und dreimal wöchentlich vegetarisches Essen anzubieten. An Tagen, an denen es Fisch oder Fleisch gibt, können die Kinder in der Regel auch eine vegetarische Variante wählen“, erklärt Küster.

Die Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern hätten vorab die Möglichkeit, zwischen der Vollkostlinie oder der vegetarischen Linie zu wählen und bei den Caterern entsprechend zu buchen. „Ein rein vegetarisches Schulessen, wie es Freiburg anbietet, ist in Leonberg nicht angedacht“, sagt Sebastian Küster. Die meisten Schulen Leonbergs werden von Caterern beliefert. „Mit diesen gibt es Cateringverträge, die regelmäßig aktualisiert werden. Sofern es Änderungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gibt, werden diese im nächsten Vertrag angepasst. Weil die Verträge nicht alle zeitgleich abgeschlossen und aktualisiert werden, gelten nicht an allen Schulen die exakt gleichen Vorgaben.“

Eine Ausnahme sei beispielsweise die Triangel, die Schüler der beiden Gymnasien sowie der Gerhart-Hauptmann-Realschule versorgt. Hier kochen noch immer ehrenamtliche Eltern, die von einer Hauswirtschafsleitung sowie Küchenfachkräften – alle fest angestellt – unterstützt und angeleitet werden. Der Vorsitzende des Triangel-Vereins, Oliver Zander, hat die Entwicklungen in Freiburg mit Interesse verfolgt. „Bei uns gab es keine Reaktion drauf und auch nicht den Wunsch, es gleich zu tun.“ Seit Jahren biete die Triangel ein ausgewogenes Essen an. „Wir passen uns dem Zeitgeist an, und so ist eine vegetarische Variante immer dabei“, sagt Zander.

In Rutesheim versichert die Bürgermeisterin Susanne Widmaier: „Bei uns bekommen in unserer Mensa die Kinder im Schulzentrum von der ersten Klasse Grundschule bis zur gymnasialen Oberstufe ein gesundes und leckeres Mittagessen“. Dieses sei freiwillig und könne gebucht werden. „Das bedeutet aber auch, wenn das Essen den Kindern nicht schmeckt, holen sie sich beispielsweise Fast Food wie Pizza, Döner oder auch leider häufig eine Tüte Kartoffelchips im Supermarkt in der Ortsmitte. Daher ist oberstes Ziel, dass es den Kindern und Jugendlichen auch besonders gut schmeckt und die Mensa nicht für den Mülleimer kocht“, sagt Widmaier.

Geleitet wird die Mensa hauptamtlich von der ausgebildeten und erfahrenen Köchin Daniela Hoss. „Sie achtet bei der Aufstellung des Speiseplanes auf eine sehr gesunde und ausgewogene Ernährung und bindet dabei die ehrenamtlichen Kocheltern mit ein“, sagt die Bürgermeisterin. In den vergangenen Jahren hätten sich auch die Rutesheimer einem allgemeinen Trend angeschlossen. „Wir bieten viermal die Woche Mittagessen an. Früher gab es dreimal Fleisch, heute nur noch zweimal die Woche. Es gibt immer auch eine vegetarische Variante, das heißt, niemand muss gegen seinen Willen Fleisch essen. Die Zutaten werden vorwiegend regional, saisonal und frisch eingekauft. Es wird mit sehr viel Salat und frischen Früchten serviert, im Winter auch mal mit Tiefkühlware.“ Die Kindertageseinrichtungen werden von externen Caterern versorgt, da die Mensa nur an vier Tagen Mittagessen anbietet und die großen Mengen nicht leisten könnte.

Auch Gerlingen will Mischkost neben Vegetarischem anbieten

Auch die Kinder bei der Stadtranderholung werden, so die Bürgermeisterin, in der Regel mit dem Essen der Mensa versorgt. Bei einer jüngsten Abstimmung war das Ergebnis eindeutig: Mit sehr großem Abstand hat das „Schnitzel mit Rahmsoße“ gewonnen.

Vegetarisch oder Gerichte mit Fleisch: Die Schulmensa in Renningen bietet ebenfalls beides an. „Wir haben festgestellt, dass das eine gute Mischung und die richtige Lösung ist“, sagt Roland Schäfer, Vorstand des Mensavereins. „Wenn vegetarische oder gar vegane Essgewohnheiten vom Elternhaus nicht geprägt sind, hat man in der Mensa keine Chance, die Kinder umzuerziehen.“ Was man in Renningen keinesfalls wolle ist, dass Reste weggeworfen werden. „Wir wollen nachhaltig sein, und wenn tatsächlich mal Essen übrig bleiben, nehmen die ehrenamtlichen Küchenhelfer dieses mit“, sagt Roland Schäfer.

Im Gerlinger Haushalt sind etwa 4,25 Millionen Euro für eine neue Mensa vorgesehen. Wohin sie gebaut wird, steht noch nicht fest. Aber derweil haben die Gemeinderäte schon hitzig darüber diskutiert, welche Kost-Varianten man den Schülerinnen und Schülern künftig servieren möchte – und man entschied sich für einen externen Dienstleister, der jeden Tag zwei Menülinien anbieten soll – eine vegetarische und eine Mischkost.

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