Mercedes-Vergütung Topgehälter müssen auch Sinn haben
Mercedes-Benz macht mit seinem neuen Vergütungssystem einen Schritt in die richtige Richtung, kommentiert Peter Stolterfoht.
Mercedes-Benz macht mit seinem neuen Vergütungssystem einen Schritt in die richtige Richtung, kommentiert Peter Stolterfoht.
Nachrichten über enorme Gehälter versetzen viele Normalverdiener immer wieder in einen Zustand höchster Erregung. Zur Beruhigung vertrauen manche von ihnen auf ein altes Hausmittel – und zwar in Form einer Weisheit, die man sich in Erinnerung rufen muss: Mehr als ein Schnitzel am Tag kann man ja ohnehin nicht essen.
Ola Källenius hätte sich 2023 rein theoretisch jeden Tag 1750 Schnitzel leisten können, wenn man sein Bruttoeinkommen als Berechnungsgrundlage nimmt. Satte 12,74 Millionen Euro hat der Mercedes-Chef im vergangenen Jahr verdient. Das geht aus dem gerade vorgelegten Vergütungsbericht des Automobilherstellers hervor.
Es ist in der Marktwirtschaft müßig, darüber zu diskutieren, ob Bezahlungen angemessen sind. Auch wenn die Entlohnung des Mercedes-Chef im Vergleich mit der eines Facharbeiters erst einmal unverhältnismäßig wirkt. 2023 ganz besonders. Dafür sorgen Sonderprämien, die nur alle vier Jahre ausgezahlt werden. 2024 dürfte deshalb die Vergütung von Ola Källenius auf rund sechs Millionen Euro zurückgehen und wieder auf dem Stand von 2022 sein. Was auf der anderen Seite bescheiden daherkommt gegenüber den 200 Millionen, die der Fußballer Cristiano Ronaldo jährlich in Saudi-Arabien einstreichen soll.
Von Vergütung kann nicht Gerechtigkeit erwartet werden, im Topverdienerbereich aber eine gewisse Sinnhaftigkeit. Diesem Anspruch kommt Mercedes mit einem erstmals angewendeten System jetzt stärker nach. Zu den Bemessungskriterien gehören neben dem Erreichen finanzieller Ziele nun auch solche, die Nachhaltigkeit, Diversität, Inklusion und Gleichstellung betreffen.