Milka, Nescafé, Visa Das sind die kultigsten Werbespots der 90er

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Die 90er Jahre waren nicht nur geprägt von einem besonderen Musikgeschmack, auch die Werbung erlebte dank des Privatfernsehens eine erste Blütezeit. Einige Spots erreichten sogar Kultstatus, wie etwa der Milka-Opa oder der Nescafé-Italiener.

Bruno Maccallini ließ als Herr Angelo in der Nescafé-Werbung Frauenherzen höherschlagen. Foto: imago stock&peopl
Bruno Maccallini ließ als Herr Angelo in der Nescafé-Werbung Frauenherzen höherschlagen. Foto: imago stock&peopl

Stuttgart - Besonders muss es sein. Einprägsam. Herausstechend. Werbung ist eine Wissenschaft für sich. Anfang Februar konnte man beim Super Bowl wieder eindrucksvoll sehen, dass sich Firmen oft einiges einfallen lassen, um ihren Werbespots einen außergewöhnlichen Kick zu verliehen. So hat etwa Porsche mit seinem „The Heist“-Kurzfilm auf Youtube schon über 17 Millionen Clicks generiert. An solch aufwendige und teure Sequenzen war früher nicht zu denken – erst Recht nicht im normalen TV-Programm. Und doch gibt es einige Spots, die uns heute noch in Erinnerung sind.

Ein nostalgischer Blick zurück

In den 90ern bekamen die Unternehmen dank des Aufschwungs des Privatfernsehens immer mehr Möglichkeiten, sich durch Werbung in einem guten Licht zu präsentieren. Das gelang mal mehr, mal weniger. Wir blicken etwas nostalgisch auf die kultigsten Werbespots vor dem Jahrtausendwechsel zurück.

Ein Satz reichte Peter Steiner 1993 in einer Werbung für Milka, um Kultstatus zu erreichen. „Aber Vorsicht: It’s cool, man!“ war in kurzer Zeit in aller Munde. Schließlich erschien sogar ein Song mit Spruch, der dem lässigen Alpen-Opa einen Top-Ten-Hit in Deutschland, Österreich und der Schweiz bescherte.

Cool und völlig normal ist es heutzutage, sein Leben auf Instagram, Facebook und Co. mit der Außenwelt zu teilen. Früher war das etwas schwieriger. Die Sparkasse hatte mir ihrem Spot aber schon den richtigen Riecher. Einfach Fotos einpacken und dem Gegenüber bei Gelegenheit vor den Latz knallen. „Mein Haus, mein Auto, mein Boot!“ Wie geil bin ich bitte?! Pech nur, wenn der zu Beeindruckende mehr Trümpfe im Ärmel hat. Der Schober zum Beispiel.

Dem Charme dieses Italieners konnte man nicht widerstehen. Bruno Maccallini als Herr Angelo nahm seiner geladenen Nachbarin mit der Leichtigkeit eines gewitzten Herzensbrechers nicht nur den Wind aus den Segeln, sondern besänftigte die Dame auch noch mit einem dampfenden Cappuccino. Dabei war die Aufregung eigentlich umsonst. Denn: „Isch abe gar keine Auto, Signorina.“

Ein Auto anzubieten hatte dagegen Toyota. Ein tierisch Gutes sogar. Zumindest wurde das von diesem Kultspot suggeriert, in dem sich verschiedene Tiere zum neuen Corolla äußerten. Der Dialog zwischen Affen, Schweinen und Co. reichte, um den Kunden nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben. Alles richtig gemacht. „Nichts ist unmöglich. Toyota“!

Nichts unmöglich war offenbar auch bei dieser Badenixe aus dem Visa-Spot. Da hüpfte sie mal schnell von ihrem Bötchen ins Wasser, schwamm ans Ufer und ging in einen kleinen Laden, um sich eine Sonnenbrille zu gönnen. Aber wie bezahlen, fragte sich der verliebt-verdutzte Verkäufer hinter der Theke? Ein Griff unter den Badeanzug ans Gesäß – und schon hielt sie die Lösung parat. Die Freiheit nahm sie sich einfach.

Ebenfalls auf den Sommer setzte Langnese. Oder besser gesagt, auf dessen Geschmack. Dabei schaffte es der Eishersteller, die geballte Kraft von Kindheitserinnerungen, Heimatgefühl und Geborgenheit in einen Spot zu packen. Verstärkt wurde der Effekt durch einen echten Ohrwurm, den man auch heute noch unweigerlich mit Langnese verbindet. So schmeckt der Sommer.

Kindheit und Wohlfühlatmosphäre gehörte auch bei den Storck Riesen zum Einmaleins für einprägsame Werbespots. Als der kleine Michael voller Vorfreude in den Laden von Frau Lange hineinspazierte, ging wohl jedem vor dem heimischen Fernseher das Herz auf. Untermalt von Musik à la Lindenstraße, machte diese Werbung Jung und Alt Lust auf die süße Köstlichkeit. Dem Michael noch heute.

Wild und energiegeladen ging es dagegen bei Kellogg’s zu. Das Unternehmen setzte gleich auf mehrere Erfolgsfaktoren: Sommer, Tiere, Abenteuer. Aus diesem Stoff sind kultige Werbespots gemacht. Wer mit Tiger Tony im Windsurf-Duo antritt und es dabei noch seinen Freunden zeigt, ist einfach ein cooler Typ. Und das alles dank der Frosties. Denn „die wecken den Tiger in dir! Und dir!“

Sehen Sie hier eine Auflistung weiterer kultiger Werbespots der 80er und 90er.