Mineralbad Berg Stadträte beschließen Abriss der Blankenhorn-Villa

Von Josef Schunder 

Die alte Blankenhorn-Villa am Mineralbad Berg muss einem Neubau für die Gastronomie weichen. Diesen Beschluss fällten die Stadträte am Freitag.

Der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost wollte die Villa erhalten. Die Stadträte haben anders entschieden. Foto: Jürgen Brand
Der Bezirksbeirat Stuttgart-Ost wollte die Villa erhalten. Die Stadträte haben anders entschieden. Foto: Jürgen Brand

Stuttgart - Für die Sommergastronomie im Mineralbad Berg wird neu gebaut werden, die sogenannte Blankenhorn-Villa abgerissen. Das hat am Freitag eine Mehrheit im Bäderausschuss beschlossen. Sie folgte dem Vorschlag der Stadtverwaltung und verwarf damit einen fast einstimmigen gefassten Beschluss des Bezirksbeirats Ost. Dieser hatte den Altbau unbedingt erhalten wollen, obwohl dann ein Anbau notwendig wäre, um dem Brandschutz, dem Arbeitsschutz und den Erfordernissen der Lebensmittelhygiene gerecht zu werden. Und obwohl sich die Stadt dann der Möglichkeit berauben würde, einen Teil des Grundstücks zum Preis von etwa 500 000 Euro zu verkaufen. Die Modernisierung des Altbaus und der Anbau die Stadt würden deshalb insgesamt 1,33 Millionen Euro mehr kosten als der Neubau für rund 1,8 Millionen.

Einige Fraktionen hatten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Bei der SPD hatte sich intern ein knappes Votum für die Sanierung und den Anbau ergeben. Bei SÖS/Linke-plus plädierte die SÖS für die Erhaltung, ebenso Thomas Adler, nicht aber Christoph Ozasek (beide Linke).

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Dass der Name Blankenhorn-Villa, der auf den früheren Badbesitzer Blankenhorn verweist, leicht irreführend ist, bestritt niemand. Eine Villa ist es nicht wirklich. Die Abrissgegner betrachten das Gebäude aber Teil des Badensembles und seines kultigen Retro-Ambientes. Die Erhaltung sei bei der Bürgerbeteiligung gewünscht worden. Bernd Klingler (BZS 23) meinte sogar, 32 Millionen Euro habe man für die Sanierung des Bads von Anfang an reserviert, da komme es auf 1,3 Millionen mehr auch nicht mehr an. Die Mehrheit sprach sich aber für die wirtschaftlichere Lösung aus. Konrad Zaiß (Freie Wähler) riet dringend davon ab, „den alten Schuppen auf Teufel komm raus zu erhalten“.

Vor allem, meinten die Abrissbefürworter, könnten auf dem nicht mehr benötigten Grundstücksteil an der Steubenstraße vier Wohnungen entstehen. Denn dann müsse man optisch und beim Verkehrsanschluss nicht auf das Blankenhorn-Gebäude Rücksicht nehmen. Auf Antrag der Grünen beschloss der Ausschuss dann, dass man den Wohnungsbau konkret angeht. Bauherren könnten die städtische SWSG oder Baugemeinschaften sein.

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