Missbrauchsverdacht in Verein in Korntal-Münchingen Sportverein will Belästigungen aufarbeiten

Von Julian Illi 

Ein 19-jähriger früherer Fußballtrainer soll 16 Kinder und Jugendliche aus einem Verein in Korntal-Münchingen sexuell belästigt haben. Nun hat sich der Verein zu Wort gemeldet – und mitgeteilt, wie er mit den Vorfällen umgehen will.

Ein 19-jähriger Fußballtrainer soll in Korntal-Münchingen Kindern Pornofilme gezeigt haben (Symbolfoto) Foto:  
Ein 19-jähriger Fußballtrainer soll in Korntal-Münchingen Kindern Pornofilme gezeigt haben (Symbolfoto) Foto:  

Korntal-Münchingen - Der Korntal-Münchinger Sportverein, gegen dessen ehemaligen Fußballtrainer die Kriminalpolizei derzeit wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt, verurteilt die Vorfälle „auf das Schärfste“. Das hat der Club am Freitag in einer öffentlichen Stellungnahme mitgeteilt.

Man werde umfassend beraten, wie Übergriffe „im Rahmen einer nachhaltigen und effizienten Prävention“ künftig verhindert werden könnten, schreibt der Vorstand des Vereins. Konkret beabsichtige man zum Beispiel, einen Ehrenkodex zu formulieren, der sich an den Grundsätzen des Württembergischen Landessportbundes orientiere. Respekt, Rücksichtnahme und Toleranz seien „unverzichtbare Elemente eines guten und erfolgreichen Miteinanders“, heißt es weiter.

Der Verein reagiert damit auf die Vorwürfe, die in dieser Woche bekannt wurden: So soll ein 19 Jahre alter ehemaliger Jugendtrainer der Fußballabteilung des Clubs zwischen Dezember 2015 und Ende Februar dieses Jahres 16 Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 14 Jahren sexuell belästigt haben. Unter anderem soll er den Jungen Pornofilme, auch Kinderpornos, gezeigt und angeboten haben. Außerdem soll er unter dem Vorwand, eine wissenschaftliche Studie durchzuführen, den Betroffenen intime Fragen gestellt haben. Zu körperlichen Übergriffen kam es nach Angaben der Ermittler nicht. Der junge Mann hat die Vorwürfe vollständig eingeräumt und befindet sich auf freiem Fuß.

Der 19-Jährige wurde aus dem Verein entlassen

In der aktuellen Stellungnahme heißt es dazu: „Unser Mitgefühl gilt den betroffenen Kindern und Jugendlichen sowie deren Sorgeberechtigten.“ Man hoffe, dass es ihnen gelinge, „die Taten rasch und vollständig zu verarbeiten“. Um den Erfolg der Ermittlungen nicht zu gefährden, habe man bisher auf eine Information der Eltern verzichtet. Nachdem die Vorfälle nun bekannt wurden, will der Club „den Sachverhalt in einem Dialog“ mit den Betroffenen und deren Eltern aufarbeiten.

Informiert über die Ermittlungen wurde der Verein laut der Mitteilung bereits Mitte Juli, die Polizei ist nach eigenem Bekunden in dem Fall schon seit Februar aktiv. Damals entdeckten Eltern eines Betroffenen verdächtige Nachrichten auf dem Handy ihres Sohnes und erstatteten Anzeige gegen den 19-Jährigen. Der Verein schloss den jungen Mann daraufhin als Mitglied aus und sprach ein Betretungsverbot für sämtliche Sportanlagen aus.