Mobilität auf den Fildern Mehr Pendler sollen das Rad nutzen

Startpunkt für die Radler war die Filharmonie in Bernhausen. Von dort ging es  durch den Flughafentunnel über die  Mittlere Filderstraße  nach Stuttgart zum Wilhelmsplatz. Foto: Elke Rutschmann
Startpunkt für die Radler war die Filharmonie in Bernhausen. Von dort ging es durch den Flughafentunnel über die Mittlere Filderstraße nach Stuttgart zum Wilhelmsplatz. Foto: Elke Rutschmann

Bei einer Rad-Demo von den Fildern in die Stuttgarter Innenstadt fordert das Radbündnis Filder unter anderem Verbesserungen im Flughafentunnel.

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Filder/Stuttgart - So wie Oliver Burkardsmaier geht es vielen Radfahrern: Der Stuttgarter lebt im Westen der Stadt – arbeitet aber in Leinfelden-Echterdingen und würde am liebsten mit seinem E-Bike zu seinem Arbeitsplatz radeln. „Doch solange es den Radschnellweg nicht gibt und man vor allem durch den für uns Radfahrer in der Form gefährlichen Flughafentunnel fahren muss, ist das leider nicht möglich“, sagt Burkardsmaier. Diesen Zustand will er aber nicht hinnehmen und war am Samstagnachmittag einer von 120 Teilnehmenden, die sich zur Raddemo an der Filharmonie in Bernhausen getroffen haben. Eingeladen dazu hatte der ADFC Stuttgart und das Radbündnis Filder.

Verbesserungen im Flughafentunnel

„Wir wollen mehr Menschen aufs Rad bringen. Dazu braucht es einen Radschnellweg und Verbesserungen im Flughafentunnel für den Fuß- und Radverkehr“, sagt Tobias Willerding vom ADFC Stuttgart. Die Route der Gruppe führte durch den Flughafentunnel zwischen Bernhausen und Plieningen zur Mittleren Filderstraße und der Jahnstraße und dann weiter in die Stuttgarter City zum Wilhelmsplatz. Eskortiert von zwei Polizeimotorrädern war der Tunnel an diesem Nachmittag nicht das sonst so gefürchtete Nadelöhr. „Aber sonst ist der nur 1,10 Meter breite Radweg, den wir uns auch noch mit den Fußgängern teilen, eine Zumutung für uns Radler und Begegnungsverkehr ist schon gar nicht möglich“, sagt Monika Knopf, die zusammen mit zwei anderen Frauen das Radbündnis Fildern auf die Beine gestellt hat. Inzwischen haben sie 30 ehrenamtliche und hauptamtliche Unterstützer für ihr Anliegen.

Die Ideallösung wäre ein parallel zum Flughafentunnel verlaufende eigene Röhre für Radfahrer und Fußgänger zu bauen, deren Umsetzung jedoch lange dauern würde. Knopf und ihre Mitstreiter sehen aber auch zwei andere Varianten, die aktuell helfen können. „Ein Tempolimit auf 30 Kilometer wäre vorstellbar oder eine Ampellösung“, sagt Knopf, die auch in Kontakt mit Verkehrsminister Winfried Hermann steht. „Er hat uns zugesagt, unsere Arbeitsgruppe demnächst zu besuchen“, sagt sie. Der Slogan Radfahrland Baden-Württemberg müsse seitens der Politik auch mit Leben gefüllt werden.

Ein Schritt Richtung Radschnellweg

Deutlich konkreter ist die Unterstützung durch den Filderstädter Oberbürgermeister Christoph Traub, der sich in einem gelben Trikot unter die Gruppe gemischt hat. „Der Zustand im Tunnel verhindert, dass mehr Berufspendler Richtung Flughafen oder Messe aufs Rad steigen. Ich plädiere auf für ein Tempolimit“, sagt Traub.

Aber es gab auch Lob für die Stadtverwaltung seitens des ADFC. Der Gemeinderat diskutiert derzeit möglicherweise eine Fahrspur der Jahnstraße zwischen Gablenberg und der Mittleren Filderstraße stadtauswärts wegzunehmen und einen mindestens vier Meter breiten Geh- und Radweg statt des bisherigen Gehwegs anzulegen. Die Verwaltung will die Beschlussvorlage nun im Herbst vorlegen „Der ADFC Stuttgart unterstützt dieses Vorhaben. Das wäre immerhin ein weiterer Schritt Richtung Radschnellweg“, sagt Tobias Willerding.




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