Möhringer Bodybuilder „Mister Olympia“ lässt die Muskeln spielen

Ob er selbst noch einmal auf der großen Bühne in Las Vegas die Muskeln spielen lassen wird, hält Mirco Burger noch offen. Foto: privat

Vor zwei Jahren hat es Mirco Burger in die Fußstapfen seines großen Bodybuilding-Vorgängers Arnold Schwarzenegger geschafft, nun ist der Möhringer zudem zum zweiten Mal „internationaler Trainer des Jahres“. Für seinen Sport übt er eiserne Disziplin, wie sein Tagesplan zeigt.

Es ist schon eine ganze Weile her. Im November 2021 hat der Möhringer Mirco Burger als erster und bislang einziger Deutscher den Titel „Mister Olympia“ im Natural Bodybuilding der Profis in der Altersklasse 40 bis 49 gewonnen. Damals, nach seiner Rückkehr aus Las Vegas, titelte unsere Zeitung: „Auf den Spuren des Terminators“ – in Anlehnung an den Österreicher Arnold Schwarzenegger, der diese höchste zu vergebenden Auszeichnung in der Sportart in den 1970er Jahren siebenmal erhalten hatte. Burger, 47 Jahre alt, verheiratet und Vater einer Tochter, ist aber nicht nur ein Vorzeige-Athlet, sondern auch ein Vorzeige-Trainer, wie seit diesen Tagen erneut offiziell bestätigt ist.

 

Mit dem Gang auf die große Bühne gar nicht gerechnet

Nachdem er 2022 bei den Titelkämpfen im US-Bundesstaat Nevada schon als internationaler Trainer des Jahres ausgezeichnet worden war, wurde Burger diese Ehre nun an selber Stätte ein weiteres Mal zuteil. Dabei hatte der Möhringer, der die diesmal 22 deutschen Athleten als Teammanager betreute, den Gang auf die große Bühne gar nicht vorgesehen gehabt. „Wer rechnet schon damit, zweimal nacheinander diesen Titel zu gewinnen. Das ist doch verrückt“, sagt Burger, der im Hauptberuf als Polizist in Göppingen arbeitet und sich „riesig“ über die Wertschätzung seiner Arbeit mit seinen Sportlern freut.

Mit dem Coaching 2016 gewonnen

Die Arbeit als Coach, die mit großer Leidenschaft gleichzusetzen ist, hat Burger 2016 begonnen – und das schnell erfolgreich. Sven Weihe, sein erster Athlet, wurde deutscher Meister, Europa- und Weltmeister. Heute betreut der Möhringer im „Team Burger“ pro Saison maximal fünf Wettkampfathleten – von denen Constantin Eisenlohr im Sommer bei den Weltmeisterschaften in Manchester in der Athletenklasse den Titel gewann.

Außer den Wettkampfathleten melden sich aber auch immer wieder Lifestyle-Klienten, die mit Burgers Hilfe ihren Lebensstil ändern respektive verbessern möchten. „Es gibt viele, die inzwischen mehr nach sich schauen, gesünder und besser leben wollen“, berichtet Burger. Für sie bietet er von Januar an auch ein Online-Coaching an – weil die Nachfrage so groß ist. Ein Trend dieser Zeit.

Auch als Trainer genießt der Möhringer einen exzellenten Ruf

Dass Burger als Coach inzwischen einen exzellenten Ruf genießt, drückt sich auch durch die Tatsache aus, dass einige seiner Klienten weite Anfahrtswege auf sich nehmen. Die beiden Extrembeispiele: aus Südtirol und aus London. Das Coaching umfasst außer einem individuellen Trainingsplan Hautfaltenmessungen, Formcheck, Posing-, Präsentations-, Ernährungs- und Schlaftipps. Es ist ein Rundumpaket, das von den (Wettkampf-) Athleten vor allem eines fordert: eiserne Disziplin. So wie sie Burger selbst vorlebt. „Ich fühle mich aktuell besser als je zuvor“, sagt der Perfektionist. Bei einer Körpergröße von 1,83 Metern wiegt er derzeit 82 Kilogramm. Sein Fettanteil liegt bei knapp über vier Prozent. Und das bei einer täglichen Zufuhr von rund 3500 Kalorien. In Ruhe schlägt sein Puls 36-mal in der Minute. Zum Vergleich: Bei Männern liegt der normale Fettanteil bei zehn bis 22 Prozent und gelten 60 bis 80 Pulsschläge als durchschnittlich.

Burger hat aktuell einfach Lust, Gas zu geben

Die Werte Burgers kommen freilich nicht von ungefähr. Sein Wecker klingelt jeden Morgen um 4.40 Uhr. Kurz vor 6 Uhr ist der 47-Jährige oft der Erste, der im Göppinger „Nice-Athletic-Club“ von Michael Kraus, dem Handball-Weltmeister von 2007, rund eine Stunde Gewichte stemmt. Danach beginnt er seinen Polizeidienst. „Das Training ist noch nie so gut gelaufen“, sagt Burger. Was daran liegen mag, dass er keinen Wettkampfdruck verspürt. Er habe „einfach Lust, Gas zu geben. Es ist mein ganz eigener Antrieb“. Vier bis fünf Trainingseinheiten sind in der Woche die Regel. Schließlich könne man auch im Alter noch Fortschritte erzielen, die Haut straff und elastisch halten. Und dann ist ja trotz allem nicht ausgeschlossen, dass sich Burger irgendwann doch noch einmal auf die große Bühne in Las Vegas begibt. Nicht, um erneut eine Auszeichnung als Trainer zu erhalten, sondern um sich mit eigenem Muskelspiel den Bodybuilding-Konkurrenten in der Altersklasse 50 bis 59 zu stellen. Noch zögert er. Denn: „Wenn ich nur Zweiter oder Dritter werden würde, müsste ich weitermachen. So könnte ich nicht aufhören“, sagt er. Doch will er wirklich?

Ein Selfie mit Arnold Schwarzenegger fehlt noch in der Sammlung

Dass er im kommenden Jahr erneut in Las Vegas dabei sein wird, das steht bereits fest – abermals als Teammanager. Und vielleicht trifft er dann ja auch den inzwischen 76 Jahre alten Ex-Terminator, Gouverneur und Mister Universum im Gold’s Gym in Venice Beach in Kalifornien, wo Burger nach den Bodybuilding-Meisterschaften noch eine Woche Urlaub gemacht hat. „Diesmal haben wir Arnold leider verpasst“, sagt Burger. Schwarzenegger war nicht da. Keine Frage: Ein Selfie mit Mister Olympia aus der Steiermark würde sich gut zwischen all den Pokalen von Mister Olympia aus Möhringen machen.

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