Warum der Motorsägenhersteller seine Akku-Produkte künftig nicht mehr nur im Ausland, sondern auch am Stammsitz Waiblingen produzieren wird.

Wirtschaft: Imelda Flaig (imf)

Der Waiblinger Motorsägenhersteller Stihl forciert seine Akku-Strategie und will künftig auch in Waiblingen Akku-Produkte herstellen. Bislang werden die im Ausland gefertigt. Die Produktion von Akku-Geräten für professionelle Anwendungen soll am Stammsitz 2024 starten.

„Akku ist unser am schnellsten wachsendes Marktsegment und wir investieren weiterhin kräftig in dieses Zukunftsfeld. Mit dem Aufbau der neuen Akku-Produkte-Fertigung stellen wir die Weichen, um auch weiterhin ein führender Player im Akku-Markt zu sein“, sagte der Stihl-Vorstandsvorsitzende Michael Taub.

Jedes fünfte verkaufte Stihl-Produkt ist akkubetrieben

Knapp 20 Prozent aller verkauften Stihl-Produkte weltweit haben nach Angaben des Stihl-Chefs einen Akku-Antrieb. Bislang fertigt Stihl den Großteil seiner Akku-Geräte in Österreich. Weil man dort angesichts des Marktwachstums perspektivisch an die Grenzen kommt, hatte Stihl bereits im Sommer angekündigt, in Rumänien einen neuen Produktionsstandort für Akku- und Elektro-Produkte aufzubauen, der voraussichtlich 2024 starten soll.

Mit der Fertigung in Waiblingen erweitere man die Produktionskapazitäten im Akku-Bereich und stelle den internationalen Fertigungsverbund weiterhin schlagkräftig für die steigende Nachfrage auf, sagte Produktionsvorstand Martin Schwarz. „Die Entscheidung für eine Akku-Geräte-Produktion in Waiblingen ist ein klares Bekenntnis zu unserem Produktionsstandort in Deutschland“, so Schwarz.

Das Familienunternehmen hat seine ersten Akku-Produkte 2009 auf den Markt gebracht. Mittlerweile hat Stihl mehr als 50 Akku-Geräte für Privatanwendungen und Profis im Sortiment – das reicht von der Heckenschere für den Gartenliebhaber bis zum Trennschleifer oder der Profi-Motorsäge.

Entwickelt werden Geräte und Akku-Packs in Waiblingen

Entwickelt werden die Geräte sowie dazugehörige Akku-Packs und Ladegeräte im Entwicklungszentrum in Waiblingen. Am Stammsitz werden auch seit 2019 Akku-Packs gefertigt. Seine Akku-Produkte fertigt Stihl bislang vor allem in Österreich, weitere Produktionsstandorte von Akku-Geräten sind USA und demnächst neben Deutschland auch China sowie Rumänien.

Im vergangenen Jahr hat Stihl erstmals die Fünf-Milliarden-Grenze beim Umsatz geknackt. Beschäftigt werden weltweit fast 20 100 Beschäftigte – davon sind mehr als 5700 im deutschen Stammhaus, der Andreas Stihl AG & Co. KG.