Motto des Böblinger Weihnachtsmarktes lautet „Märchen“ „Ein Weihnachtsmarkt braucht eine gewisse Magie“

Der Weihnachtsmarkt wird nicht mehr auf dem Elbenplatz stattfinden. Foto: /Stefanie Schlecht

Märchenhaft will sich der Böblinger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr präsentieren. Der Initiator Manuel Böhler spricht über die Idee dazu, seine Erwartungen und die Bedenken der Händler.

Die Initiative, den Böblinger Weihnachtsmarkt unter dem Thema „Märchen“ wieder auf dem Marktplatz stattfinden zu lassen, stammt ursprünglich von Ge-meinderatsmitglied Manuel Böhler (SPD). Im Gespräch mit unserer Zeitung verrät der Hotelier, was er sich vom Weihnachtsmarkt erhofft.

 

Herr Böhler, wie sind Sie auf das Thema „Märchen“ gekommen?

Meiner Ansicht nach braucht ein Weihnachtsmarkt etwas Besonderes, eine gewisse Magie, um mehr als nur Laufkundschaft anzuziehen. Märchen sprechen Groß und Klein an und rufen bei uns schöne Erinnerungen an die Kindheit wach. Außerdem bietet die historische Kulisse hervorragende Ansatzmöglichkeiten für die unmittelbare Verknüpfung mit einem Märchenmotiv: der Christophorus-Brunnen, auf dem der Froschkönig sitzt, ein Fachwerkhaus für Frau Holle, die dort das Bettzeug aus dem Fenster ausschüttelt. Oder warum nicht das historische Fleischermuseum von außen mit Lebkuchen bekleben, wo die Hexe dann ihr berühmtes Sprüchlein den Kindern zuraunt? Es sieht doch jetzt schon ein bisschen wie ein Hexenhaus aus.

Einige Händler äußern Bedenken, dass auf dem Marktplatz weniger Laufkundschaft zu erwarten ist. Wie stehen Sie dazu?

Ich kann die Sorgen voll und ganz verstehen. Seitens der Bürger war das Echo auf die angekündigte Rückverlegung auf den Marktplatz zwar extrem positiv. In der Vergangenheit erwies sich der Marktplatz jedoch nicht gerade als Magnet für Laufkundschaft. Und im Vergleich zum Elbenplatz ist er auch eher beengt. Das spricht aus wirtschaftlicher Sicht erst einmal nicht für den Marktplatz. Aber gerade hier soll das besondere Motto des Märchenweihnachtsmarktes eben für Belebung sorgen und nicht primär die Laufkundschaft anlocken. Viel mehr Besucher, die gezielt dort hingehen, weil es etwas Besonderes zu erleben gibt. Bereits der Weg zum Marktplatz könnte durch überraschende Installationen als Erlebnispfad gestaltet werden.

Wurden Sie in den bisherigen Planungsprozess miteinbezogen?

Mir war eher wichtig, die Idee zu geben und den Stein ins Rollen zu bringen. Planen und umsetzen ist aus meiner Sicht die Aufgabe derer, die dann in der wirtschaftlichen und planerischen Verantwortung stehen und damit am Ende auch das Geld und im Idealfall den Erfolg verdienen. Das bedeutet konkret: der Veranstalter und die Händler.

Die Händler können ihre jeweiligen Buden individuell und kreativ mit Märchenthemen ausgestalten. Warum nicht gebrannte Mandeln und Nüsse am Aschenputtel-Stand verkaufen? Oder Bratäpfel am Schneewittchenstand? Den Ideen und der Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt.

Welche Erwartungen haben Sie an den diesjährigen Weihnachtsmarkt?

Ich bin gespannt, was der Veranstalter zum Auftakt für Ideen präsentiert. Wichtig ist aus meiner Sicht ein gutes Marketing, auch über die Stadtgrenzen hinaus. In den sozialen Medien habe ich schon erste gute Ansätze wahrgenommen, mit dem Ergebnis, dass sich bereits ein großer Bekannten- und Freundeskreis dafür interessiert. Aber was ich für absolut essenziell für den zukünftigen Erfolg halte: Der Weihnachtsmarkt sollte zum einen in zeitlicher Hinsicht deutlich ausgeweitet werden, sodass er im Idealfall mindestens drei, eher vier Wochen stattfindet. Allein hierdurch würden sich die Auf- und Abbaukosten inklusive Aufwand drum herum auf mehrere Tage als bisher verteilen und das Ganze wirtschaftlicher gestalten.

Ebenso könnte sich der Weihnachtsmarkt in Zukunft nicht nur auf den Marktplatz beschränken, sondern langfristig über die Gassen bis zum Elbenplatz ausdehnen – bei entsprechendem Erfolg sogar bis in die Fußgängerzone und weiter zum Bahnhof. Dann wäre auch die Laufkundschaft mit abgeholt, und der Einzelhandel der Innenstadt könnte mit eigenen kreativen Aktionen ebenso teilnehmen und profitieren.

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