Müll in Stuttgart-Zuffenhausen Kehrwoche 2.0 – private Putzkolonne sorgt für Sauberkeit

Rund 20 Kilo Müll kamen bei der Kehrwoche 2.0  zusammen. Foto: /Bernd Zeyer
Rund 20 Kilo Müll kamen bei der Kehrwoche 2.0 zusammen. Foto: /Bernd Zeyer

In Zuffenhausen startete das Projekt Kehrwoche 2.0, dabei kamen rund 20 Kilo Müll zusammen. Künftig soll regelmäßig gereinigt werden.

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Zuffenhausen - Tetrapackungen, leere Flaschen, Zigarettenkippen, festgetretene Kaugummis, Lebensmittelreste – diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Wer eine Runde durch Zuffenhausen dreht, der wird fast an jeder Ecke mit herumliegenden Müll konfrontiert. Zwar sind die Reinigungstrupps der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) regelmäßig unterwegs, doch das scheint nicht auszureichen. Deshalb möchte man im Bezirk nun selbst einen Beitrag leisten: Ein Mal im Monat wird es unter dem Motto Kehrwoche 2.0 eine private Putzaktion geben. Start war am Dienstag.

19 Mädchen und Jungs sammelten

„Man sollte sich nicht nur über den Müll aufregen, sondern auch etwas dagegen tun“, sagt Bianca Jahnke. Von der Leiterin des Begegnungs- und Servicezentrums der Arbeiterwohlfahrt (Awo) stammt die Idee für das Projekt Kehrwoche 2.0. Natürlich war sie selbst mit dabei, als sich ein knappes Dutzend Bürgerinnen und Bürger und die Klasse 4b der Rosenschule mit 19 Mädchen und Jungs und Kunstlehrerin Patricia Leicht auf den Weg machten, um Müll einzusammeln. Angeschlossen hatte sich der Gruppe auch Bezirksvorsteher Saliou Gueye. „Die Aktion hat einen praktischen und einen symbolischen Charakter“, meinte Gueye. Einerseits sorge man so für Sauberkeit, andererseits werde auch das Bewusstsein der Bürger für die Müllproblematik geschärft. „Nicht jammern, mitmachen“, bringt es der Bezirksvorsteher auf den Punkt. Ziel sei es, Zuffenhausen lebenswerter zu gestalten. Das wäre auch gut für die Geschäftsleute – ein Laden, um den herum es sauber sei, locke sicherlich mehr Kunden an. Deshalb war die Putzkolonne auch in der Zuffenhäuser Einkaufsmeile, der Unterländer Straße, unterwegs. Dort, so berichteten die Teilnehmer, habe es leider besonders viel zu tun gegeben.

Die AWS will künftig öfters vor Ort sein

Gefördert wurde die Aktion mit 1000 Euro aus dem Verfügungsbudget des Bezirksbeirats. Davon konnten unter anderem Handschuhe und Zangen angeschafft werden, auch Westen sollen noch besorgt werden. Auch die AWS unterstützte die privaten Müllsammler. Und versprach Gueye, künftig noch öfter an neuralgischen Punkten wie dem Hans-Scharoun-Platz und der Fläche rund ums Bezirksrathaus präsent zu sein.

Den teilnehmenden Schülern hat die Aktion großen Spaß gemacht. Stolz präsentierten sie zusammen mit ihren erwachsenen Mitstreitern die mit rund 20 Kilo Müll gefüllten Säcke. „Vor einem Laden haben wir ganz viele Kippen eingesammelt“, erzählte Frieda. Die Neunjährige weiß schon genau, dass man Müll nicht achtlos wegwerfen sollte: „Da wird der Boden dreckig, und das ist schlecht für die Umwelt.“ Ähnlich sieht es ihre Mitschülerin Luise: „Wenn ich etwas wegwerfen will und es gibt in der Nähe keinen Mülleimer, dann stecke ich es in die Tasche, bis ich an einem Eimer vorbeikomme.“

Info: Müll gesammelt wird jeden dritten Dienstag im Monat, 14 bis 16 Uhr, Treffpunkt ist das Awo-Zentrum, Unterländer Straße 48. Nächster Termin ist am 16. November.




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