Landesmuseum Württemberg Anfassen verboten! Neun Regeln für den Museumsbesuch

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Das Landesmuseum Württemberg freut sich über neue Kundschaft infolge des kostenlosen Eintritts, doch nicht alle wissen sich zu benehmen. Wir geben Tipps für den erfolgreichen Museumsbesuch.

Seit 2018 ist Eintritt in das Landesmuseum in Stuttgart zwar frei. Ein paar Regeln gelten aber trotzdem. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Seit 2018 ist Eintritt in das Landesmuseum in Stuttgart zwar frei. Ein paar Regeln gelten aber trotzdem. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Der freie Eintritt öffnet Türen: Ins Landesmuseum Württemberg kommen plötzlich Besucher, die nicht wissen, wie man sich benimmt. Unser Museums-Knigge gibt Verhaltenstipps für Anfänger und Fortgeschrittene.

1. Ticket lösen

Häufig gibt es mehrere Ausstellungen in einem Museum, sodass man Einzeltickets lösen kann oder aber eine Karte fürs gesamte Haus erwirbt. Ist der Eintritt frei, kann man in der Regel direkt in die Ausstellung. Im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart, in dem die Schausammlungen 2018 kostenlos sind, muss man sich trotzdem ein Ticket holen – aus Sicherheitsgründen und für die Statistik.

2. Finger weg

Museen bewahren Schätze, die Jahrhunderte oder Jahrtausende alt und in der Regel sehr kostbar sind. Gemälde berühmter Maler kosten teilweise mehrere Millionen Euro. Damit diese herausragenden Werke auch späteren Generationen erhalten bleiben, müssen sie pfleglich behandelt und geschützt werden. Deshalb: Mit den Augen schauen – und nichts anfassen. In Kindermuseen ist das anders, dort gibt es meist spezielle Gegenstände, die so robust sind, dass man sie auch berühren darf.

3. Keine Rucksäcke

Der Mensch hat hinten keine Augen, weshalb Rucksackträger einen häufig unbeabsichtigt anrempeln. Damit bei einer schwungvollen Drehung kein Objekt vom Sockel gefegt wird oder über eine Leinwand geschrammt wird: Rucksäcke immer ins Schließfach. Kleine Handtaschen sind dagegen erlaubt.

4. Abstand halten

In manchen Kunstmuseen ist vor besonders wertvollen Bildern eine Linie auf dem Boden aufgeklebt, die markiert: keinen Schritt weiter. Aber auch ohne Linie muss man Abstand halten, sonst könnte die Alarmanlage anschlagen. Das ist keine Schikane, sondern eine Vorsichtsmaßnahmen, dass man nicht versehentlich die Leinwand berührt, auf der die Farbe vielleicht schon alt und brüchig ist.

5. Nicht essen und trinken

Das mag übertrieben wirken, aber Missgeschicke könnten millionenschwere Folgen haben. Wenn ein Kleinkind wütend sein Fläschchen wegschleudert und die Tuschezeichnung nass wird, ist das Geschrei groß und der Schaden unter Umständen enorm.

6. Fotografieren ohne Blitz

An sich darf im Museum nicht fotografiert werden. In Zeiten von Smartphone und Selfie erlauben aber immer mehr Häuser das Fotografieren – allerdings ohne Blitz. Zur Sicherheit fragt man kurz die Aufsicht, ob man ein Bild machen darf.

7. Ruhe bewahren

Man darf sich im Museum unterhalten, an sich ist es sogar erwünscht, wenn das Publikum von den Ausstellungen zu Gesprächen anregen wird. Weil andere Besuchern aber vielleicht in Ruhe einen Text lesen oder Werke auf sich wirken lassen wollen, sollte es im Museum ein paar Dezibel leiser zugehen.

8. Tempo drosseln

Je schneller man unterwegs ist, desto weniger hat man seinen Körper unter Kontrolle. Die Arme schlenkern, die Klamotten flattern. Deshalb im Museum nicht rennen, um die Schätze nicht zu gefährden. Immerhin gehören die öffentlichen Sammlungen letztlich der Bevölkerung – und man will ja auch, dass mit dem eigenen Besitz pfleglich umgegangen wird.

9. Nichts mitnehmen

Das ist eigentlich selbstverständlich: Aber auch wenn staatliche Sammlungen letztlich der Öffentlichkeit gehören und Objekte verführerisch auf dem Sockel stehen – wer etwas mitnimmt, begeht eine Straftat. Kunstdiebstahl ist übrigens nicht sehr lukrativ, denn meistens lässt sich das Diebesgut nicht verkaufen. Nicht nur die Kripo, auch die Experten und Liebhaber beobachten den Markt sehr genau und werden hellhörig, wenn gestohlene Meisterwerke plötzlich zum Kauf angeboten werden.