Musikpause des Landesmuseums Württemberg Beethoven total im Fruchtkasten

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Im Stuttgarter Musikinstrumentenmuseum steht ein besonderer Beethoven-Zyklus an: Klavierstudenten interpretieren bis Dezember sämtliche Sonaten und Konzerte des Meisters.

Musik auf dem Doppelflügel: die freitäglichen Konzerte im Fruchtkasten des Landesmuseums Württemberg haben ein treues Publikum. Foto: Hans Jörg Wangner
Musik auf dem Doppelflügel: die freitäglichen Konzerte im Fruchtkasten des Landesmuseums Württemberg haben ein treues Publikum. Foto: Hans Jörg Wangner

Stuttgart - Die Musikpause im Fruchtkasten am Schillerplatz hat einen festen Platz im Stuttgarter Musikleben: Jeden Freitag, 12.30 bis 13 Uhr, sammeln dort Musikstudenten auf dem historischen Doppelflügel von Pleyel Podiumserfahrung. In diesem Jahr steht die Reihe ganz im Zeichen Ludwig van Beethovens. Bis 18. Dezember – also genau 250 Jahre und einen Tag nach der Taufe des Komponisten – erklingen sämtliche 32 Sonaten und fünf Klavierkonzerte sowie Kammermusik und Lieder des Meisters.

Die Reihe geht auf eine Anregung des Arbeitskreises Musik der Stadt Stuttgart zurück, organisiert wird sie vom Klavierprofessor Florian Wiek, der auch sonst die Musikpausen leitet. Damit gibt es erstmals in der 17-jährigen Geschichte der Veranstaltung einen Werkzyklus, der sich über das ganze Jahr erstreckt. „Natürlich“, sagt Wiek über die Suche nach den Interpreten, „waren bei ihnen manche Sonaten beliebter als andere, aber im Kreis der Klavierprofessoren konnten wir – glaube ich – immer eine gute Auswahl treffen.“ Wiek ist zuversichtlich, dass die wenigen freien Termine im Sommer auch noch besetzt werden, auch wenn das wegen der Ferien nicht leicht fallen dürfte.

So kann sich das Musikstunden-Publikum auf knapp fünfzig junge Interpretinnen und Interpreten freuen, von denen es manche schon von früheren Auftritten kennt: Khayala Alizada etwa, die am 26. Juni die Es-Dur-Sonate op. 31,3 spielt, oder das Stuttgarter Ausnahmetalent Cynthia Maya Bal (drittes Klavierkonzert am 3. Juli). Nicht zu vergessen Vincent Hermann, der am 13. Dezember mit der monumentalen Hammerklaviersonate das Halbstundenformat der Musikpause sprengen darf.

Dass der Beethoven-Zyklus auf große Resonanz stößt, zeigte sich bereits bei der Premiere am vergangenen Freitag: Florian Wiek spielte zum Auftakt mit seinen Professorenkollegen Anke Dill (Violine) und Tristan Cornut (Cello) das „Geistertrio“ op. 70,1. Der Fruchtkasten war brechend voll, das Publikum begeistert.




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