Nach Architektenwettbewerb zur B 14 Kammergruppen möchten die Tunnelverlängerung absagen

Von Josef Schunder 

Die Verfasser der prämierten Arbeiten hätten allesamt nichts mit dem Plan der Stadt anfangen können, den Tunnelabschnitt am Gebhard-Müller-Platz zu verlängern. Daher wünschen sich die fünf Stuttgarter Kammergruppen in der Architektenkammer, das Projekt zu streichen.

Die Stuttgarter Kammergruppen würden die Verlängerung dieses Tunnelabschnitts in Richtung Neckartor gern absagen. Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski
Die Stuttgarter Kammergruppen würden die Verlängerung dieses Tunnelabschnitts in Richtung Neckartor gern absagen. Foto: Lichtgut/Leif-Hendrik Piechowski

Stuttgart - Keine Verlängerung des B-14-Tunnelabschnitts am Gebhard-Müller-Platz in Stuttgart – das haben jetzt die fünf Stuttgarter Kammergruppen innerhalb der Architektenkammer Baden-Württemberg gefordert. Damit reagierte ihr Sprecher Thomas Herrmann auf das Resultat des städtebaulichen Ideenwettbewerbs, den die Stadt im Sinne von neuem Stadtraum statt reiner Verkehrsflächen entlang der innerstädtischen B 14 ausgelobt hatte. „Auf diese unnötige Baumaßnahme sollte man verzichten, selbst wenn dadurch Regressforderungen auf die Stadt zukämen“, erklärte Herrmann. Von den Verfassern der fünf ausgezeichneten Arbeiten habe niemand etwas mit der unlängst beschlossenen Verlängerung des Straßentunnels am Gebhard-Müller-Platz anfangen können.

„Eine Fülle neuer Ideen“

Aus Sicht der Kammergruppen ist es „sicher richtig“ gewesen, das Wettbewerbsgebiet auf den gesamten Straßenzug vom Schwanenplatz bis zum Marienplatz auszuweiten. Ebenso richtig sei die mutige Vorgabe einer Gemeinderatsmehrheit gewesen, „langfristig von einer Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs um 50 Prozent auszugehen“. Die Arbeiten würden zeigen, wie viel zusätzliche Qualität für die Innenstadt dadurch gewonnen werden könnte und dass es sich lohne, auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Schon beim ersten Blick auf die prämierten Arbeiten erkenne man eine Fülle neuer Ideen zur Weiterentwicklung der Stuttgarter Innenstadt.

Entscheidend sei es nun, dass mit der Umsetzung der Ideen begonnen werde und das Wettbewerbsergebnis nicht wieder in der Schublade verschwinde. Dazu müsse nun eine intensive, offene Debatte über die tatsächlichen Schritte und deren Auswirkungen beginnen. Je besser die Stadtgesellschaft mitgenommen werde, desto mutiger könnten die Maßnahmen ausfallen und desto nachhaltiger werde deren Wirkung sein. Zum Einstieg wünschen sich die fünf Stuttgarter Kammergruppen eine große öffentliche Ausstellung sämtlicher Wettbewerbsarbeiten an einem leicht erreichbaren Ort, begleitet von fachkundigen Führungen, Vorträgen und Diskussionsveranstaltungen.




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