Nach Großbrand in Waiblingen Riesige Hilfsbereitschaft für betroffene Familie

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Eine Waiblinger Familie hat in den Flammen fast all ihr Hab und Gut verloren. Der geschätzte Schaden liegt bei 700 000 Euro. Nun aber erreicht die Betroffenen eine Welle der Hilfsbereitschaft.

Möbel, Kleidung, Papiere: all dies haben fünf Menschen aus dem Waiblinger  Ortsteil Hegnach bei dem Feuer verloren. Foto: SDMG 6 Bilder
Möbel, Kleidung, Papiere: all dies haben fünf Menschen aus dem Waiblinger Ortsteil Hegnach bei dem Feuer verloren. Foto: SDMG

Waiblingen - Die fünfköpfige Familie aus Waiblingen-Hegnach (Rems-Murr-Kreis), die in der Nacht auf Mittwoch ihr Zuhause durch ein Feuer verloren hat, erfährt nun eine riesengroße Welle der Hilfsbereitschaft. Bei unserer Zeitung haben sich per Telefon und per Facebook etliche Menschen gemeldet, die den Betroffenen helfen wollen.

Ein Mann aus Kernen hat zum Beispiel Möbel und Geschirr an die Familie abzugeben, eine Frau aus Böbingen einen Kinderwagen und eine Wiege, andere möchten Babykleidung beisteuern. Denn die obdachlos gewordene Familie, die vorübergehend bei Verwandten untergekommen ist, besteht aus Großeltern, Eltern und einem Säugling (wir berichteten).

Der Waiblinger Feuerwehrkommandant ist stolz auf die Hilfsbereitschaft

Der Waiblinger Feuerwehrkommandant Jochen Wolf steht mit der Hegnacher Familie in Kontakt. „Die Solidarität und Hilfsbereitschaft ist immens. Es macht mich stolz und glücklich, dass es so etwas noch gibt“, sagt er. „Jetzt gilt es erst einmal zu priorisieren, was die Familie so schnell wie möglich braucht – und was erst morgen oder in einer Woche.“

So sei den fünf Brandgeschädigten sogar eine möblierte Wohnung angeboten worden. „Bei Sachspenden ist es derzeit ein Problem, dass es noch gar keinen Platz gibt, um sie unterzubringen.“ Auch von Seiten der Feuerwehr, speziell der Abteilung Hegnach, ist die Hilfsbereitschaft groß – kein Wunder: Einer der von dem Feuer Betroffenen gehört zu deren Führungsriege. „Wir tun, was wir können“, so der Kommandant Jochen Wolf.

Das Auto hat das Feuer überstanden – Schlüssel und Papiere sind weg

Dazu gehöre es auch, die vielen Hilfsangebote zu koordinieren, welche die Familie erhalten habe. Wie viele es sind, kann Wolf schon gar nicht mehr zählen. Die besagten Sachspenden können derzeit im Feuerwehrhaus Hegnach abgegeben werden – nach telefonischer Absprache unter der Nummer 0174/3 27 43 03. Die evangelische Kirchengemeinde von Hegnach hat zudem ein Spendenkonto eingerichtet.

Das Feuer stellt die Hegnacher Familie auch vor Probleme, die die meisten Menschen wohl kaum erahnen würden: So ist ein Auto zwar vom Feuer unbeschadet geblieben, die Schlüssel fielen jedoch dem Feuer zum Opfer. Und einen Nachschlüssel gibt es laut Jochen Wolf nur mit Fahrzeugpapieren oder zumindest dem Personalausweis. Doch diese Papiere sind nun nichts mehr als Asche – wie fast das gesamte Hab und Gut der Familie.

Die Ursache des Brands in Waiblingen-Hegnach ist noch immer unklar

Der Einsatz hatte in der Nacht auf Mittwoch fast 150 Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Selbst am Donnerstagvormittag musste die Feuerwehr noch letzte Glutnester bekämpfen. „Da war es kurz noch einmal zu leichter Rauchentwicklung gekommen – seither war aber nichts mehr“, erklärt Jochen Wolf am Freitag. Die Polizei schätzt den Schaden, der bei dem Brand der beiden Gebäude entstanden ist, auf 600 000 bis 700 00 Euro.

Warum das Feuer am Dienstag gegen 23.30 Uhr entflammt war und wie es sich auf die beiden Gebäude, die von der Familie bewohnt wurden, ausbreiten konnte, ist nicht klar. Die Arbeit der Brandermittler ist schwer: Das Feuer und die große Menge an Löschwasser haben die Häuser schwer beschädigt. Am Mittwoch hatten die Kriminaltechniker ihre Untersuchungen deswegen abbrechen müssen und noch immer müssen sie sehr vorsichtig vorgehen.




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