Nach Schüssen in Hattenhofen und Stuttgart FDP-Politiker steht in Klinik unter Polizeischutz

Wer hat auf dem Uhlandhof in Hattenhofen auf den 65-Jährigen geschossen? Die Polizei ermittelt. Foto: SDMG/SDMG

Der angeschossene FDP-Kreisrat und Landwirt ist im Krankenhaus auf dem Wege der Besserung. Doch die Polizei schließt nicht aus, dass der Schütze zurückkehrt.

Lokales: Wolf-Dieter Obst (wdo)

Nach dem mutmaßlichen Attentat auf den Göppinger FDP-Kreisrat und Landwirt Georg Gallus junior am Sonntagmorgen in Hattenhofen (Kreis Göppingen) bleibt die Polizei im Alarmmodus. Der 64-Jährige wurde zwar zwischenzeitlich operiert und ist außer Lebensgefahr, doch im Krankenhaus steht er unter Polizeischutz. „Wegen der gezielten Vorgehensweise ist nicht auszuschließen, dass der Täter zurückkehren könnte“, begründet die Polizeisprecherin Andrea Wagner die Sicherheitsmaßnahme.

 

Inzwischen hat die Kriminalpolizei in Göppingen eine Ermittlungsgruppe namens Hof eingerichtet, die den Fall aufklären soll. Diese löst die anfangs gebildete Sonderkommission ab, die in Ulm ihren Sitz gehabt hätte. Das Polizeipräsidium ist außerdem weiterhin mit den Schüssen in Eislingen und Donzdorf im Kreis Göppingen und einem Tötungsdelikt in Heidenheim beschäftigt.

Der Täter hatte offenbar gute Ortskenntnisse

Der 65-jährige Landwirt war am Sonntag gegen 4 Uhr in seiner Wohnung im Uhlandhof von einem Unbekannten durch ein Fenster von außen beschossen und schwer verletzt worden. Es ist nicht auszuschließen, dass der unbekannte Täter Kenntnisse über die Lebensgewohnheiten seines Opfers hatte. Für Landwirte ist es schließlich nicht ungewöhnlich, um diese Uhrzeit bereits wach und unterwegs zu sein.

Über die aktuelle Gefährdungslage des 32-jährigen Opfers in Zuffenhausen gibt es dagegen keine Angaben der ermittelnden Polizei. Am vergangenen Freitag gegen 21.10 Uhr hatten unbekannte Täter an der Ecke Unterländer- und Burgunderstraße mehrere Schüsse auf offener Straße abgefeuert, der 32-Jährige hatte zunächst lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Er musste in einer Klinik operiert werden. Als Hintergrund wird eine Auseinandersetzung im rockerähnlichen Milieu nicht ausgeschlossen.

In Stuttgart gibt es eine schweigsame Klientel

Ob auch der 32-Jährige in der Klinik unter Polizeischutz steht, „darüber können wir keine Auskünfte erteilen“, sagt der Stuttgarter Polizeisprecher Timo Brenner. Weil die Ermittlungen der Soko Runaway, englisch für Ausreißer, bei einer eher schweigsamen Klientel schwierig sind, versucht die Polizei in Stuttgart „den Hinweisgebern ein möglichst breites Feld an Möglichkeiten“ zu geben. Hinweise werden auch unter der Internetadresse https://bw.hinweisportal.de/ entgegengenommen. Auf diese Weise können nicht nur schriftliche Anmerkungen, sondern auch Fotos und Videos hochgeladen werden. Brenner: „Wir versuchen so viele Hinweise wie möglich zu bekommen.“

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