Nachfrage in Stuttgart steigt Mehr Abos nach VVS-Reform

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Seit 1. April ist die VVS-Tarifzonenreform in Kraft. Zwei Wochen später stellt der Verbund deutlich mehr Verkäufe für Abonnements fest. In Stuttgart gibt es nur noch eine Zone, in den Kreisen weitere vier.

Luisa Schmidt (Mitte) hat das 100 000. Abo im DB-Abocenter gekauft. Es gratulieren Iris Gassi, Leiterin des Abocenters, und VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Luisa Schmidt (Mitte) hat das 100 000. Abo im DB-Abocenter gekauft. Es gratulieren Iris Gassi, Leiterin des Abocenters, und VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Luisa Schmidt ist ein Glückskind. Die Immobilienkauffrau hat nicht nur rasch eine Wohnung im angesagten Stuttgarter Westen gefunden, ihr Jahresticket des Verkehrsverbunds Stuttgart (VVS) ist auch der 100 000. Zeitfahrschein, der über das Abocenter der Deutschen Bahn verkauft wurde. Dafür gab es für die 25-Jährige am Donnerstag einen Blumenstrauß von Iris Gassi, der Leiterin des Abocenters, und VVS-Geschäftsführer Horst Stammler und obendrauf einen DB-Reisegutschein über 200 Euro.

Zuwachs von 15 Prozent

Luisa Schmidt ist beileibe kein Einzelfall. „Immer mehr Stammkunden nutzen unser Angebot im Abo“, sagt Stammler. Die Tarifzonenreform, die am 1. April in Kraft trat und die aus 52 Zonen fünf Ringe macht, scheint den Trend nun zu unterstützen. Im April und im Mai gab es laut VVS je rund 15 Prozent mehr Bestellungen für Abos als in den Vorjahresmonaten. „Wir hoffen durch die Tarifreform auf mehr Fahrgäste“ sagt Stammler. Er gehe davon aus, dass „die Zahl der Fahrten 2019 im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent steigen wird.“ Zuletzt lag die Steigerungsrate bei 1,3 Prozent.

2018 gab es 374 Millionen Fahrten – so viele wie noch nie im Gebiet des VVS, das die Stadt Stuttgart und die Kreise Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Rems-Murr umfasst. Zum 1. Januar 2021 wird auch der Kreis Göppingen beitreten. Nach der Tarifzonenreform gibt es in Stuttgart nur noch eine Zone, in den Kreisen vier. Zahlreiche, aber nicht alle Verbindungen sind preiswerter geworden. Kein Fahrgast wird jedoch preislich schlechter gestellt.

Jeder 4. Bürger nutzt VVS regelmäßig

Seit 2011 hat sich nach Angaben Stammlers die Zahl der Abonnenten mehr als verdoppelt. Damals wurden die Konditionen umgestellt: der Jahresfahrschein wurde verbilligt („zehn Monate zahlen – zwölf Monate fahren“ und monatliche Abbuchung). Wenn man Schüler und Studenten mit ihren Zeitkarten dazu rechne, „haben sich mehr als 383 000 Fahrgäste länger als einen Monat gebunden“, sagt Stammler. Berücksichtige man auch Besitzer von Monatstickets, „haben wir inzwischen 565 000 Stammkunden in der Region“, sagt Stammler, der als Ziel mehr als 600 000 Abos ausgibt: „Damit ist jeder vierte Bürger der Region regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.“

Zu dem Zuwachs tragen vor allem das Firmenticket und das Seniorenabo bei. Auch wirtschaftlich sind die Zeitkarten ein Pfund für den VVS. Durch sie wurden 2018 rund 350 Millionen Euro eingenommen, im Gelegenheitsverkehr ist es nur knapp die Hälfte. Die Gesamteinnahmen des VVS belaufen sich auf fast 540 Millionen Euro. „Die Abo-Käufer sind unsere wichtigsten Kunden“, sagt Stammler.

Sonderangebot der DB

Luisa Schmidt jedenfalls braucht nicht mehr überzeugt zu werden. Für ihre tägliche Fahrt zur Arbeit auf dem Killesberg sei das Jahresticket für 676 Euro allemal günstiger als das Auto, zumal sie mit dem Ein-Zonen-Fahrschein jetzt in ganz Stuttgart unterwegs sein könne. Für alle, die es ihr nachmachen wollen, bietet das DB-Center einen 20-Euro-Einkaufsgutschein, wenn man von Mai bis Juli online (www.bahn.de/vvs, Code DANKE) ins Abo einsteigt.

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