Nahverkehr zum Flughafen Die U 6 nimmt Kurs auf den Flughafen

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Mit der U6 zum Flughafen: Die Beteiligten in der Region haben sich über die Finanzierung weitgehend geeinigt. Ende 2016 könnten die ersten Stadtbahnen der Linie 6 zum Stuttgarter Flughafen rollen.

Der Prellbock soll weg, die Stadtbahn soll weiter zur Startbahn rollen. Foto: Achim Zweygarth
Der Prellbock soll weg, die Stadtbahn soll weiter zur Startbahn rollen. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Im Stuttgarter Rathaus denkt man in Sachen Stadtbahn bereits konkret über die Gemarkungsgrenze hinaus: „Spätestens bis Ende des Jahres ist die Verlängerung der Stadtbahnlinie U 6 zum Flughafen unterschriftsreif“, prophezeit der Pressesprecher Markus Vogt. Unter den Fachleuten würden gegenwärtig noch die Finanzierungsdetails für das 70 Millionen Euro teure Schienenprojekt besprochen.

Wie bereits berichtet, sollen die Züge der Stadtbahnlinie U 6 von der heutigen Endstation im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost aus zunächst die A 8 auf einer Brücke überqueren. Dann rollen sie auf der nahe an der B 27 liegenden Trasse zur etwa drei Kilometer entfernten Endhaltestelle „Flughafen/Messe“, die in unmittelbarer Nähe zum bestehenden S-Bahnhof und zum geplantem Filderbahnhof liegen soll.

Fest steht: Der Löwenanteil der Kosten des als dringlich geltenden Projekts wird von Bund und Land getragen. Der restliche Finanzierungsbetrag, der sich einschließlich zweier neuer Stadtbahnzüge auf 26,5 Millionen Euro beläuft, muss vom Landkreis Esslingen, von Stuttgart, Leinfelden-Echterdingen und vom Flughafen aufgebracht werden. Nun dürfte der Durchbruch in Sicht sein: Bei der sogenannten Komplementärfinanzierung sind sich nach Informationen der Stuttgarter Zeitung der Flughafen, der Landkreis Esslingen sowie Stuttgart und Leinfelden-Echterdingen bei den jüngsten sehr intensiven Verhandlungen weitgehend einig geworden.

Regionales Finanzierungspaket geschnürt

Demnach soll der Flughafen mit zehn Millionen Euro einen erklecklichen Anteil am regionalen Finanzierungspaket übernehmen. Von den verbleibenden 16,5 Millionen Euro entfalle die Hälfte auf den Landkreis Esslingen. Stuttgart soll 4,6 und Leinfelden-Echterdingen 3,6 Millionen Euro tragen. Die Filderkommune muss vorerst von dem erwarteten Betriebskostendefizit von 1,5 Millionen Euro im Jahr keinen Cent tragen. Diese Last sollen der Landkreis Esslingen und Stuttgart allein schultern, bis das von Leinfelden-Echterdingen und Stuttgart nur noch halbherzig geplante interkommunale Gewerbegebiet südwestlich der Messe eines Tages eingeweiht wird.

Die auf den Landkreis und die beiden Städte entfallenden Anteile an der U-6-Verlängerung orientieren sich an dem Beteiligungsmodell des Verbands Region Stuttgart (VRS) für die Finanzierung von Infrastrukturaufgaben. „Es gab Gespräche mit einem guten Verhandlungsergebnis“, sagt Klaus Neckernuß, der Nahverkehrsfachmann in Esslinger Landratsamt. Anfang Juli werde sich der Kreistag mit dem Thema befassen. Beim Flughafen dürfte die Entscheidung hingegen erst in der Aufsichtsratssitzung im Dezember fallen.

Eine finanzielle Beteiligung des Flughafens an der Finanzierung der U 6 hat kürzlich auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) ins Gespräch gebracht. Schließlich gebe es auf dem Airport ein großes Interesse an einem besseren Schienenanschluss. Der Flughafen hat sich auch bei Stuttgart 21 mit einem Zuschuss von 357 Millionen Euro beteiligt, um einen Fernbahnhof zu bekommen.

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