Neubauprojekt in Bad Cannstatt 800 Schüler sollen an die Elwertstraße ziehen

Von Torsten Ströbele 

Das Kolping-Bildungswerk hat ein städtisches Grundstück in der Nähe des Jugendhauses und des Bahnhofs für sich entdeckt. Der Gestaltungsbeirat fand die Entwürfe „nachvollziehbar“. Der Gemeinderat muss das Projekt aber noch absegnen.

Vorne rechts  ist eine Interimskita zu sehen, die auch in die Planungen des Kolping-Bildungswerks aufgenommen werden kann. Links daneben befindet sich das Grundstück für das neue Schulzentrum. Gegenüber ist auf der anderen Straßenseite das Straßenbahnmuseum beheimatet. Foto: Google Earth
Vorne rechts ist eine Interimskita zu sehen, die auch in die Planungen des Kolping-Bildungswerks aufgenommen werden kann. Links daneben befindet sich das Grundstück für das neue Schulzentrum. Gegenüber ist auf der anderen Straßenseite das Straßenbahnmuseum beheimatet. Foto: Google Earth

Bad Cannstatt - Das Kolping-Bildungswerk Baden-Württemberg sucht in der Landeshauptstadt einen neuen Standort, an dem rund 800 Schüler unterkommen können. Wenn es nach dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Vogt geht, ist der Verein fündig geworden. Er hat das städtische Grundstück an der Elwertstraße 8 ins Auge gefasst, das in direkter Nachbarschaft zum Jugendhaus Cann und gegenüber des Straßenbahnmuseums liegt.

„Einige unserer Mietverträge laufen aus“, sagte Vogt in der jüngsten Sitzung des Gestaltungsbeirates. Um welche aktuellen Standorte es sich handelt, wollte der Vorstandsvorsitzende auch auf Nachfrage unserer Zeitung nicht sagen. Es gebe ein paar Optionen, aber die genaue Planung sei noch nicht abgeschlossen. Man habe allerdings auch noch etwas Zeit. Bis zum Jahr 2024 sei man räumlich auf der sicheren Seite.

Doch damit kein Engpass entsteht, sollte das Kolping-Bildungswerk auch auf jeden Fall an der Elwertstraße bauen dürfen. „Das muss aber der Gemeinderat noch entscheiden“, sagt Vogt. Wann das Thema auf der Tagesordnung der Lokalpolitiker landen wird, konnte die Stadtverwaltung bis Redaktionsschluss leider nicht mitteilen. Allerdings machten einige Fraktionen schon vor einem Jahr deutlich, dass die Fläche nicht verkauft werden soll. „Mit einer Erbbaulösung können wir aber gut leben“, betont Vogt. „Wir richten uns da nach der Stadt.“

Sporthalle soll auch Vereinen zur Verfügung stehen

Mit den ersten Entwürfen und dem Modell des neuen Kolping-Bildungswerk-Schulzentrums an der Elwertstraße war zumindest der Gestaltungsbeirat der Stadt schon einmal recht zufrieden. Geplant ist, in die Mitte des Neubaus eine dreiteilbare Sporthalle im Untergeschoss zu integrieren. „Wenn wir das umsetzen wollen, ergibt sich der Rest des Entwurfs von ganz alleine“, sagte Architekt Sandro Graf von Einsiedel, der die Pläne dem Gremium vorstellte. Viel Platz gebe es auf dem Grundstück nicht. „Aber wir können es passgenau für diesen Standort machen“, ergänzte Vogt. Auch die Freiflächen für die rund 800 Schüler seien ausreichend. Etwa 3000 Quadratmeter stünden zur Verfügung. „Vier bis fünf Quadratmeter pro Schüler sind in Ordnung“, sagte von Einsiedel. Vor allem Mädchen und Buben, die über den zweiten Bildungsweg kommen, sollen an der Elwertstraße unterrichtet werden. „In der Regel kommen die Jugendlichen ab der Realschule zu uns“, sagt Klaus Vogt. Trotz der nicht optimalen Anordnung und Größe der Freiflächen würden Jugendliche in diesem Alter gut damit zurecht kommen. Das sahen auch die Mitglieder des Gestaltungsbeirats so, die den Aufbau des Entwurfs als nachvollziehbar bezeichneten. Das galt auch sowohl für die Tiefgarage mit den 20 Stellplätzen, wie für die Unterrichtsräume im Erd- und in den drei Obergeschossen. Zudem ist ein Dachgarten sowie eine Spiel- und Pausenfläche im dritten Obergeschoss vorgesehen. „Laut dem Bebauungsplan aus dem Jahr 2006 sind Höhen von 18 und 14 Metern erlaubt. Diese Vorgaben halten wir ein“, sagte Sandro Graf von Einsiedel.

Vogt hofft nun auf eine schnelle Entscheidung des Gemeinderats, damit kommendes Jahr die Baugenehmigung eingeholt werden kann. 2023/2024 soll dann die Einweihung stattfinden. Während der Bauzeit wolle man sich mit dem Sportamt zusammensetzen, um über die Nutzung der Sporthalle zu sprechen. „Wir wollen das Haus nach außen öffnen. Auch Vereine sind bei uns willkommen“, sagt Vogt. In Fellbach habe man beispielsweise eine Kooperation mit dem TSV Schmiden, der in den Abendstunden die Halle nutze.

Das Kolping-Bildungswerk beschreibt sich als unabhängiger, überkonfessioneller und für alle Kulturen offener Bildungsanbieter für frühkindliche Bildung, Grundschule, weiterführende Schulabschlüsse, Studium sowie berufliche Aus- und Weiterbildung. An 40 Standorten in 25 Städten werden von dem Verein jährlich etwa 15 000 Teilnehmer beschult. „Als privater Bildungsträger nehmen wir unsere gesellschaftliche Verantwortung ernst“, heißt es auf der Internetseite des Vereins. „Wir ermöglichen jedem jederzeit die Chance auf einen Schulabschluss und den Ausbildungsanschluss. Im Zentrum unseres Engagements steht immer der Mensch und ganz besonders die Persönlichkeitsbildung unserer Teilnehmer.“

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