Neue Attraktion in der Wilhelma Tiere zum Streicheln und ein Reisfeld

Der neue Asiatische Schaubauernhof in der Wilhelma – mit Reisfeld, Marktplatz und Restaurant. Foto: Lichtgut/Zophia Ewska

Der zoologisch-botanische Garten in Stuttgart ist nach der Eröffnung der Terra Australis nun um eine weitere Attraktion reicher: Die Wilhelma hat jetzt einen Asiatischen Schaubauernhof.

Lokales: Iris Frey (if)

Die Wilhelma macht Schlagzeilen“, erklärte Andreas Hölting, der Direktor des Landesbetriebs Vermögen und Bau, bei der Einweihung des neuen Asiatischen Schaubauernhofs am Dienstag. Er freue sich, kurz nach der Eröffnung der Terra Australis, nun ein weiteres „Highlight“ eröffnen zu dürfen: den Schaubauernhof, dessen Bauherr die Landeseinrichtung Vermögen und Bau war. Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) erinnerte an den Masterplan von Vermögen und Bau, der die Neustrukturierung des nördlichen Teils der Wilhelma mit der Themenwelt Asiens vorsieht. Hier soll den Besuchern direkter Kontakt mit Tieren ermöglicht werden, um die Umweltbildung voranzubringen – Konflikte zwischen Mensch und Tier sollen hier thematisiert werden.

 

Die Bereiche gruppieren sich um einen Dorfplatz herum

Der Asiatische Schaubauernhof ist über dem Rosensteintunnel gebaut worden und wurde um einen zentralen Dorfplatz herum angelegt, um den sich verschiedene Bereiche für asiatische Nutztiere gruppieren. Es gibt ein Multifunktionsgebäude mit dem asiatischen Restaurant Bandipur, das von Marché betrieben wird; dazu gesellen sich ein Kiosk, Tierunterstände mit Heulager und Futterküche, außerdem gibt es ein 140 Quadratmeter großes Reisfeld, auf dem schon zahlreiche Pflanzen zu sehen sind. Auch Teesträucher und andere asiatische Kulturpflanzen werden gezeigt. Unter den Tieren sind Kaschmirziegen, Romanovschafe und Vietnamesische Hängebauchschweine sowie die Hühnerrasse Ayam-Cemani, die ursprünglich aus Indonesien kommt. Die schwarzen Hühner gelten in der Heimat als mystisch, in Europa werden die Tiere „Gothic Huhn“ genannt, sie haben tiefschwarze Federn, Knochen und Fleisch.

Das Besondere an der neuen Anlage: die Besucher dürfen die Schafe und Ziegen streicheln und bürsten, dafür wurden eigens Boxen mit Striegeln eingerichtet. Auf dem Dach des Multifunktionsgebäudes befindet sich eine 150 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage, die an die Fernwärmeversorgung der Wilhelma angeschlossen ist. Insgesamt hat das Land rund 2,65 Millionen Euro in die neue Anlage investiert.

Die Tigeranlage entsteht in der Nähe des Schaubauernhofs

Splett erinnerte daran, dass die Fertigstellung des Asiatischen Schaubauernhofs eigentlich schon für 2022 geplant war. Doch 2021 hatte es einen Baustopp gegeben. Grund war die streng geschützte Mauereidechse. Für sie musste erst ein Ersatzhabitat gesucht werden, im Sommer 2022 wurden die Tiere dann umgesiedelt.

Wilhelma-Direktor Thomas Kölpin nahm den Schlüssel für die neue Anlage in Empfang und zeigte sich erfreut über die Fertigstellung der neuen Attraktion. Er erläuterte das Gesamtkonzept der Neustrukturierung auch mit Blick auf die Tigeranlage, die gerade in der Nähe des Asiatischen Schaubauernhofs entsteht. Wenn dann noch die Elefantenanlage nördlich des Areals gebaut wird, wird der bisherige Schaubauernhof dort aufgelöst. Kölpin betonte, wie wichtig auch hier das Zusammenspiel von Zoologie und Botanik sei – ebenso wie in der zuvor eröffneten Terra Australis. Und mit einem Augenzwinkern verkündete er stolz: „Wir haben das größte Reisfeld nördlich der Alpen.“ Die gesamte Anlage des neuen Schaubauernhofs umfasst 3400 Quadratmeter.

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