Neue Bibliothek in Oslo Ein Wohnzimmer für die Bürger

Von red/dpa 

Mit staubigen Bücherkisten haben moderne Bibliotheken nichts mehr gemein. Norwegen geht im Bibliotheksbau nun noch einen Schritt weiter – wie die spektakuläre Deichman Hauptbibliothek in Oslo beweist. Am Donnerstag ist Eröffnung.

Spektakulärer Auftritt: die neue Deichman Hauptbibliothek in Oslo Foto: dpa/Sigrid Harms 10 Bilder
Spektakulärer Auftritt: die neue Deichman Hauptbibliothek in Oslo Foto: dpa/Sigrid Harms

Oslo - Im Zentrum der norwegischen Hauptstadt Oslo wird am Donnerstag, 18. Juni, die neue Deichman Hauptbibliothek eingeweiht. Der gläserne Bau liegt in Nachbarschaft zur spektakulären Oper und dem neuen Munch-Museum, das im Herbst für den norwegischen Maler Edvard Munch (1863-1944) eröffnet werden soll.

„Wir wollten ein Gebäude schaffen, das zu seiner Umgebung passt und das Interesse für die Bibliothek weckt“, sagte einer der Architekten, Einar Hagem. Auf den sechs Etagen finden sich insgesamt 450 000 Bücher und andere Medien. Doch die Bibliothek lädt nicht nur zum Lesen ein. Die Besucher können hier Computerspiele spielen oder im Minikino Filme gucken. Es gibt ein Tonstudio, Nähmaschinen, 3D-Drucker und diverse Werkzeuge zum freien Gebrauch.  

Ein luftiges Atrium ist das Herz des Glastempels

Der Bibliotheksdirektor Knut Skansen sagt, man müsse die veraltete Vorstellung überwinden, dass eine Bibliothek ein staubiger, alter Ort sei. Die Deichman Hauptbibliothek solle zum „Wohnzimmer“ der Osloer Bevölkerung werden.

Das gläserne Gebäude der Architekturbüros Lundhagem und Atelier Oslo wurde im Stadtteil Bjørvika auf dem Fjord errichtet und entspricht wirklich nicht dem Klischee einer Bibliothek mit meterhohen Bücherregalen und gedämpfter Atmosphäre. Gehalten werden die sechs Etagen von drei Türmen, dadurch steht das Zentrum des Gebäudes frei und bildet ein Atrium. Damit setzen die Norweger die Reihe an spektakulären Bibliotheksbauten, die in den vergangenen Jahren in aller Welt entstanden sind, fort.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 230 Millionen Euro. Aufgrund der Corona-Pandemie können nur 200 geladene Gäste an der Eröffnungszeremonie teilnehmen. Namensgeber der Bibliothek ist der Fabrikbesitzer Carl Deichman (gestorben 1780), dessen Büchersammlung den Grundstock für die Bibliothek bildete.




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