Neue Dozentin der VHS Backnang Darum hilft schreiben . . .

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Neues Semester, neue Dozentin: Carolin Rebmann wirbt bei der Volkshochschule Backnang für Monotasking. Sie leitet am Freitag bei der Langen Nacht der VHS einen Schreibworkshop.

Schreiben, sagt Carolin Rebmann, setze Gedanken frei. Foto: Gottfried Stoppel
Schreiben, sagt Carolin Rebmann, setze Gedanken frei. Foto: Gottfried Stoppel

Backnang - Carolin Rebmann ist ein wahres Multitalent. Sie wirbt aber für das sogenannte Monotasking, also für ein Kontrastprogramm zum vielerorts gelobten und von zig Arbeitgebern geforderten Multitasking. Unter Multitasking versteht man die Ausführung mehrerer voneinander unabhängiger Aufgaben zur selben Zeit. Die 35-jährige Frau aus Schorndorf indes sagt: „Nur mit voller Aufmerksamkeit machen wir keine halben Sachen.“ Das ist auch der Titel eines Kurses von und mit Carolin Rebmann, der Mitte Oktober von der Volkshochschule (VHS) Backnang angeboten wird.

Carolin Rebmann ist im neuen Semester, das am 23. September beginnt, eine neue VHS-Dozentin. Die Möglichkeit, alles auf einmal erledigen zu können, sagt sie, sei zu einer Erwartung geworden, alles auf einmal erledigen zu müssen – eine „unproduktive und ungesunde Haltung“. Rebmann plädiert für einen bewussten Umgang mit der wichtigsten Ressource: mit der Aufmerksamkeit. Der „Alles-auf-einmal-Wahn“ beherrsche nicht nur den Büroalltag zu vieler Menschen, sonders „setzt uns auch privat unter immer größeren Druck“, sagt sie. Ihrer Ansicht nach sollte man das Handy auch mal ausmachen, E-Mails nur zu ganz bestimmten Zeiten abrufen und im Urlaub wirklich abschalten. Das sei ihr kürzlich zwei Wochen lang auf Korsika ganz gut gelungen.

„Die Gefahr des digitalen Burn-outs“

In einem anderen Kurs mit Rebmann geht es um „Die Gefahr des digitalen Burn-outs“. Ferner bietet die Waiblingerin einen Schreibworkshop an, sein Titel: „Erzähl mir keine Märchen, lass mich lieber darüber schreiben.“ Die Teilnehmer werden angeleitet, Geschichten abzuändern. Das Schreiben, sagt die Dozentin, werde zur Selbstreflexion eingesetzt, Schreiben habe immer auch einen „selbsttherapeutischen Charakter“. Und es biete die Chance, „uns nachhaltig zu beeinflussen“.

Das Geschriebene könne Gedanken und Gefühle freisetzen, könne einen Perspektivwechsel einleiten. Schreiben wirke wohltuend und fördere die Wahrnehmung mit allen Sinnen. Rebmann hat in Köln Mehrsprachige Kommunikation und Fachtextübersetzung studiert. Sie hat an der Uni beim Studentenradio mitgearbeitet und ein Praktikum bei einem deutschsprachigen Radiosender in Namibia gemacht. Später war sie freie Mitarbeiterin beim Westdeutschen Rundfunk in Köln. Radio – das ist es, dachte sie damals. Rebmann hatte sogar ein festes Jobangebot bei dem Sender in Namibia, der einstigen deutschen Kolonie in Afrika. Doch dann kam alles ganz anders. Sie traf nämlich ihren künftigen Gatten. Blieb in Deutschland. Zog zurück ins Ländle. Fortan verdiente sie ihr Geld als Texterin und Bloggerin für Firmen. Doch nach ein paar Jahren kamen erste Zweifel.

Psychologische Beraterin und Personal Coach

Sie wollte mehr, etwas anders tun, gerne mehr mit Menschen arbeiten. Dann die Entscheidung: ein Fernstudium, Carolin Rebmann wurde psychologische Beraterin und Personal Coach.

Jetzt arbeite sie „durch Texte mit Menschen“, sagt die neue VHS-Dozentin und ist damit ganz offenkundig ziemlich zufrieden. Wer Carolin Rebmann kennenlernen möchte, kann am Freitag, 20. September, zur Langen Nacht der Volkshochschule in Backnang in der Bahnhofstraße 2 kommen. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und dauert bis Mitternacht. Viele Dozenten stellen sich und ihre Kursangebote vor. Carolin Rebmann ist um 22.30 Uhr an der Reihe, mit dem Schreibworkshop „Gute Nacht? Geschichten!“