Neue Mitte Neubau mit 81 Jahren Entwicklungszeit

Von Klaus Nonnenmacher 

Die Stadt Eislingen hat jetzt den langersehnten Spatenstich für ein neues Rathaus gefeiert. In 18 Monaten soll die Einweihung folgen. Das Projekt gilt als Auftakt für eine komplett neue Stadtmitte.

Strahlende Gesichter beim Spatenstich, unter anderem beim  OB Klaus Heininger (links), der Personalrätin Cornelia Jehle, dem Finanz-Bürgermeister Herbert Fitterling, Landrat Edgar Wolff, Architekt Ferdinand Heide, der Stadrätin Uli Haas (Grüne), dem Bauunternehmer Ulrich Weiss, und Stadtrat Eckehard Wöller (Freie Wähler). Foto: Ines Rudel
Strahlende Gesichter beim Spatenstich, unter anderem beim OB Klaus Heininger (links), der Personalrätin Cornelia Jehle, dem Finanz-Bürgermeister Herbert Fitterling, Landrat Edgar Wolff, Architekt Ferdinand Heide, der Stadrätin Uli Haas (Grüne), dem Bauunternehmer Ulrich Weiss, und Stadtrat Eckehard Wöller (Freie Wähler). Foto: Ines Rudel

Eislingen - Seit dem Zusammenschluss von Groß- und Kleineislingen im Jahr 1933 hat es Überlegungen für den Bau eines neuen Rathauses für die Stadt gegeben. Am Donnerstag war es endlich soweit. Die Honoratioren durften den Baubeginn feiern. Für rund 12 Millionen Euro soll in den kommenden 18 Monaten das neue Rathaus an der Bahnstrecke gegenüber des Schlosses entstehen und dort zugleich eine neue Stadtmitte markieren, genau zwischen dem einstigen Großeislingen nördlich von Fils und Bahn und dem früheren Kleineislingen südlich davon.

Die Stadt hat eine historische Chance ergriffen

Lange war um dieses Projekt in der Stadt gerungen worden, darauf wiesen die Redner beim Spatenstich hin. Immerhin, so stellte auch der Landrat Edgar Wolff fest, handele es sich um eine historische Chance, der Stadt eine neue Mitte zu geben. Wolff hat Erfahrung. Als Bürgermeister von Ebersbach hatte er den dortigen Rathausneubau begleitet. Das schönste sei dann der Moment, wenn die Bürger am Tag der offenen Tür nach der Fertigstellung von ihrem Rathaus in Scharen Besitz ergriffen, versprach er den Eislingern.

Dass die Bürger an den Planungen aktiv beteiligt waren, hob auch der Oberbürgermeister Klaus Heininger hervor. Er verwies auf das kontroverse Meinungsbild, das vorgeherrscht habe, als er vor vier Jahren seigewhlt worden war, und auf die vielen Grundsatzentscheidungen über künftige Verkehrsführungen, Standort und Ausgestaltung des Rathausumfelds, die seither im offenen Forum Stadtentwicklung diskutiert worden waren. Die jetzige Zielsetzung sei aber deshalb auch von den Bürgern anerkannt. Seine Erkenntnis daraus: „Es wurde sehr schnell deutlich, dass gutachterliche Ergebnisse nicht allein das Kriterium für städtebauliche Zielsetzungen sein können.“ Heininger hat übrigens ebenfalls Erfahrung mit dem Bau von Rathausern. Als Amtsleiter hat er die Rathauserweiterung in Plüderhausen begleitet und als Bürgermeister durfte er sein Rathaus in Birenbach fertig bauen.

Architektenwettbewerb ist bereits vier Jahre her

Noch vor Heiningers Amtsantritt in Eislingen hatte Ferdinand Heide den Architektenwettbewerb mit seinem Entwurf eines hohen Kubus für sich entschieden. Damals war man noch davon ausgegangen, dass das Rathaus auf dem Areal etwas weiter nördlich am Place d’ Oyonnax stehen würde. Nachdem das Schlüsselgrundstück des Schlosstheaters von der Stadt doch erworben werden konnte, hatte man bekanntlich das Rathaus nach Süden gerückt. „Der Entwurf konnte nahezu Eins zu Eins beibehalten werden“, so Heide, der auch betonte, dass sein Entwurf, so kompakt er sich nach außen hin präsentiere, später innen durch eine Freitreppe, und ein großzügiges Foyer offener und durchlässiger sei.

Kompakt wird die neue Mitte dennoch, schließlich ist dem Rathaus im Nordwesten des Areals noch ein neues Büro- und Geschäftshaus angegliedert. Auch dieses soll in den kommenden Monaten gebaut werden. Dort sollen ein Drogeriemarkt, eventuell ein Friseur und eine Bäckerei mit Café sowie unter anderem Arztpraxen und ein Sanitätsgeschäft Einzug hallten.

Bis zur ganzen neuen Mitte braucht es einen langen Atem

Komplett ist die neue Mitte aber erst, wenn auch die Mühlbachstraße neu gebaut wird und danach die bestehende Überführung von Bahn und Fils abgebrochen werden kann, die noch die neue Mitte zwischen Rathausneubau und Schloss zerschneidet. Während jedoch das Geld für den Rathausneubau angespart worden ist, steht die Finanzierung für diese weiteren historischen Maßnahmen noch in den Sternen.




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