Neue politische Bücher Blinde Flecken der Geschichtsschreibung

Kirchenmann der DDR:  Rainer Eppelmann Foto: Caro/Meyerbroeker
Kirchenmann der DDR: Rainer Eppelmann Foto: Caro/Meyerbroeker

Drei Neuerscheinungen auf dem Gebiet des politischen Buchs widmen sich dem Zeitalter der Aufklärung, den Kirchen in der DDR und der Geschichte der Einwanderungsgesellschaft in Deutschland.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Mirko Weber (miw)

Stuttgart - Blinder Fleck I: Vom „Dunkel“ ins „Licht“ zu kommen war das Versprechen der Aufklärung im sogenannten langen achtzehnten Jahrhundert, das historisch als Zeitalter der Vernunft gilt. Dass aber die Aufklärung allein als „Blüte des Universalismus“ zu betrachten sei, die dafür gesorgt habe, „allgemeingültige Prinzipien und Regeln“ für „alle Menschen in den Blick“ zu nehmen, stellt sich für Marie-Luisa Frick, Philosophieprofessorin in Innsbruck und Jahrgang 1983, in ihrem neuen Buch „Mutig denken. Aufklärung als offener Prozess“, auch als zweifelhaft dar. Schließlich wurden westliche Ideen ohne Hinterfragen „der Menschheit übergestülpt“, wie sie feststellt. Menschenfreundlichkeit im Rahmen kolonialistischer Expansion erschien nicht als Widerspruch: Denis Diderot erkannte das scharfsinnig in „Bougainvilles Reise“ von 1772, als er vom Europäer als „Vergifter der Völker“ sprach.

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