Neue Reihe im SWR Fernsehen Mit Eric Gauthier zum Tanz-Hotspot Tel Aviv

Von Ulla Hanselmann 

Der Auftakt der neuen SWR-Tanzdoku-Reihe „Dance around the World“ mit Eric Gauthier führt nach Israel. Unterdessen proben die Tänzerinnen und Tänzer seiner Company in Stuttgart mit dem Choreografen Marco Goecke. Eine Uraufführung ist in Sicht!

Immer in Bewegung:  Eric Gauthier (l.) und  der Choreograf Nadav Zelner  in der Doku „Dance around the World – Tel Aviv“ Foto: SWR 7 Bilder
Immer in Bewegung: Eric Gauthier (l.) und der Choreograf Nadav Zelner in der Doku „Dance around the World – Tel Aviv“ Foto: SWR

Stuttgart - Tänzer, Choreograf, Kompaniechef – Eric Gauthier ist vieles auf einmal. Bei allem, was er macht, ist der Kanadier stets und vor allem ein Botschafter des Tanzes. Wo er kann, wirbt er für seine Kunst, mit Workshops; Youtube-Videos und Flashmobs mitten in der Stuttgarter City, dazu bringt er unter dem Label Gauthier Dance mobil den Tanz in Schulen, Pflegeheime, Krankenhäuser. Nun erreicht die Mission des Wahl-Stuttgarters eine neue Dimension: Mit der SWR-Serie „Dance around the World“ kann er die Menschen via Fernsehen für den Tanz begeistern. Der Pilotfilm war erstmals Ende 2019 auf der Filmschau Baden-Württemberg zu sehen – nun feiert der sechzigminütige Serienauftakt im SWR-Fernsehen seine TV-Premiere (16. Juli, 22.45 Uhr).

Die Grundidee der Fernsehreihe: Eric Gauthier erkundet die Tanzmetropolen der Welt. Dass der erste Stopp nach Tel Aviv führt, dürfte das Publikum von Gau­thier Dance nicht verwundern: Die Stadt gilt als Hotspot des zeitgenössischen Tanzes, und die Theaterhaus-Kompanie hat etliche Stücke von Israelis wie Nadav Zelner, Ohad Naharin und Sharon Eyal im Repertoire.

Getanzt wird nicht nur auf der Bühne

Die Vertrautheit Gauthiers mit den Tanzprotagonisten von Tel Aviv und seine unbegrenzte Neugierde ermöglichen einen temperamentvollen, lebendig geschnittenen Film – Regie führt der Dokumentarfilmer Andreas Ammer. Der Choreograf Nadav Zelner macht als Stadtführer mit und erklärt die Intensität des israelischen Tanzes: „Wir sehen hier die Dinge anders, haben Angst vor nichts. Es gibt keine Regeln.“ Getanzt wird aber nicht nur auf der Bühne oder im Probenraum, sondern auch an ungewöhnlichen Orten: in Landschaften, am Strand, auf der Straße – so wird die Tanz-Doku zum getanzten Roadmovie.

Ohad Naharin, „Godfather of Israeli Dance“ und Hauschoreograf der berühmten Batsheva Dance Company, gibt Einblick in die von ihm entwickelte Bewegungssprache, die Gaga-Technik: Statt auf einen Spiegel richten die Tänzer ihre Augen nach innen. Gauthier, unschwer zu erahnen, belässt es nicht bei Interviews, sondern tanzt und trainiert immer wieder mit. Der zweite Teil der Reihe soll in die reich mit formidablen Tanzkompanien gesegneten Niederlande führen. Die Produktion stand bereits in den Startlöchern, wurde aber von der Corona-Krise bis auf Weiteres ausgebremst.

Der Vorverkauf beginnt am 19. Juli

Mit Vollgas hingegen probt Gauthier Dance seit Anfang Juni für die nächste Premiere am 7. Oktober im Theaterhaus Stuttgart – endlich wieder ein Liveerlebnis fürs Gauthier-Dance-Publikum! Marco Goecke, ehemals Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts und seit 2019 Ballettdirektor in Hannover, hat als Artist in Residence der Company das abendfüllende Stück „Lieben Sie Gershwin?“ kreiert.

Geprobt wird bis Samstag in zwei unabhängigen Gruppen, um den Corona-Auflagen gerecht zu werden. Das Virus drückt auch der Choreografie seinen Stempel auf: Sie besteht ausschließlich aus Solos und Pas de deux. Man darf gespannt sein, wie Goecke, der dafür bekannt ist, vor allem Arme und Oberkörper zum Vibrieren zu bringen, die Musik von George Gershwin in Tanz übersetzt. Denn der habe „für die Füße komponiert“, soll Fred Astaire gesagt haben. An diesem Samstag ist Generalprobe, tags darauf, am 19. Juli, beginnt der Vorverkauf. Coronabedingt stehen für den großen T1-Saal lediglich etwa 250 Karten zum Verkauf. Für Gauthier-Fans heißt es also: schnell sein.




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