Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Im Juni haben die ersten „Häuslebauer“ im neuen Renninger Baugebiet Schnallenäcker III mit der Arbeit begonnen. Vor allem im nordwestlichen Bereich sowie an den äußeren Rändern des östlichen Teils reihte sich bald eine Baustelle an die nächste. Inzwischen ragen immer mehr Häuser empor, wo sich vor wenigen Jahren noch ein Acker befunden hat.
Ob es in diesem Tempo weitergeht, das hängt ganz von den Bauherren ab. „Im Ausschuss Planen Technik Bauen des Gemeinderats werden die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser erteilt“, erklärt Theresa Finkenauer, Sprecherin der Stadt Renningen. „Diese Genehmigungen sind dann drei Jahre gültig.“ Innerhalb dieser Frist ist es aber den Eigentümern überlassen, wann sie mit dem Bau ihres Hauses beginnen wollen, die Stadt hat darauf keinen Einfluss.
Platz für 1000 Renningerinnen und Renninger
Zwar ist die Fläche des neuen Baugebiets insgesamt deutlich kleiner als die seines Vorgängers Schnallenäcker II. Allerdings wird Schnallenäcker III deutlich dichter besiedelt sein, die öffentlichen Grünflächen sind ebenfalls überschaubarer. Letztlich soll das Gebiet nördlich der Nelkenstraße Platz für rund 1000 Renninger bieten.
Bei vielen Eltern schellen daher schon lange die Alarmglocken. Denn die Versorgung mit Krippen- und Ganztagsplätzen ist in Renningen seit Jahren knapp, es gibt stets mehr Anfragen als Plätze. Bei normalen Kindergartenplätzen müssen immer wieder Malmsheimer Familien auf Renninger Einrichtungen zurückgreifen. Seit Jahren versucht die Stadt Renningen daher, die Betreuungsplätze aufzustocken. Unter anderem im neuen Baugebiet soll ein großer Neubau für fünf Gruppen – darunter auch Krippenplätze – entstehen. Da dieses Projekt allerdings noch einige Zeit benötigen wird, ist auf dem Gelände des künftigen Kindergartens ein Provisorium in Form von Containern geplant. „Die Aufstellung der Container in der Korngäustraße ist für Frühjahr 2024 vorgesehen“, so Theresa Finkenauer.
Ebenfalls Anfang 2024 möchte die Bauherrengemeinschaft für das neue Mehrgenerationenhaus loslegen. Die Beteiligten haben vor wenigen Wochen ihre Baugenehmigung erhalten und möchten ihr Projekt endlich in die Tat umsetzen.
Bei einem Mehrgenerationenhaus handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus, das üblicherweise von einer Gruppe privater Bauherren geplant und gebaut wird, die es dann auch selbst bewohnen möchten. Im Unterschied zu „normalen“ Mehrfamilienhäusern wird später viel Wert auf die Gemeinschaft zwischen den Bewohnern gelegt, Gemeinschaftsflächen wie Gärten, Partykeller oder Gemeinschaftsräume fallen oft sehr viel größer aus.
Nach dem Erfolg des ersten Mehrgenerationenhauses in Schnallenäcker II bahnte sich früh eine Fortsetzung an, als die Pläne für ein neues Baugebiet Gestalt annahmen. Trotz der großen Zahl an Interessierten wird letztlich aber nur ein MGH entstehen. Denn die Vergabe der Bauplätze lief nach einem Punktesystem. Und bei diesem hatten Baufirmen, die Häuser mit sozialem Wohnraum planten, die besseren Karten. Es gab daher nur einen Bauplatz über eine Direktvergabe, die allerdings mit einigen Auflagen verbunden ist.
Eine Werkstatt für den Gemeinschaftsraum
Entstehen werden, wie geplant, insgesamt 13 Wohnungen. Als Besonderheit ist noch die Integrierung einer kleinen Werkstatt neben dem Gemeinschaftsraum geplant. „Wir haben uns noch einmal zusammengesetzt und überlegt: Wo soll unser Fokus liegen?“, erzählt Martina Oberrauch, die für die Projektsteuerung verantwortlich ist. „Wir haben bei uns zum Beispiel einige Carsharer, Nachhaltigkeit ist allen ein großes Anliegen.“ Eine Werkstatt wäre zudem der erste Schritt, um möglicherweise ein Repaircafé einzurichten. Die Idee dazu besteht seit den ersten Planungen, ist aber noch nicht spruchreif. Zumindest gehört es zu den genannten Auflagen, dass nicht nur die Bewohner des Hauses von dem Gemeinschaftsraum etwas haben sollen, sondern auch die anderen Bewohner des Baugebiets.
Vergangenes Jahr war die Gruppe auf der Suche nach Interessierten für zwei „leere“ Wohneinheiten. „Für die haben wir zwei tolle Teilnehmer gefunden“, freut sich Martina Oberrauch. „Jetzt befinden sich aber zwei andere Bauherren auf Nachrückersuche.“ Es handelt sich um eine Fünf- und eine Dreizimmerwohnung. Interessierte können sich mit Martina Oberrauch per E-Mail an martina@oberrauch.de in Verbindung setzen.