Neuer Disney-Film „Eiskönigin 2“: Unverfroren geschäftstüchtig

Von Verena Weustenfeld 

Bettwäsche, Kaffeebecher und LED-Lampen: Der zweite Teil des Disney-Animationsfilms „Eiskönigin 2“ zielt kurz vor Weihnachten mit Zusatzprodukten auf den Geldbeutel von Eltern und Großeltern.

Im zweiten Teil der „Eiskönigin“ machen sich Rentier Sven, Kristoff, Anna, Königin Elsa und Schneemann Olaf (von links nach rechts) auf die Suche nach dem Sinn ihres Lebens. Foto: dpa
Im zweiten Teil der „Eiskönigin“ machen sich Rentier Sven, Kristoff, Anna, Königin Elsa und Schneemann Olaf (von links nach rechts) auf die Suche nach dem Sinn ihres Lebens. Foto: dpa

Stuttgart - 1,28 Milliarden US-Dollar hat einst der erste Teil von „Frozen – Die Eiskönigin völlig unverfroren“ weltweit in die Kassen eingespielt. In Deutschland erhielt der Film die Goldene Leinwand für drei Millionen Zuschauer in 18 Monaten. Und der Hype um den Disney-Film ebbt nicht ab. Dabei zieren die Hauptfiguren Anna und Elsa Spielzeug, Poster und Werbekampagnen.

Von der singenden Elsa-Puppe, Armbänder-Sets und Mädchen-Bademäntel über Audio-CD’s, Partyteller und LED-Tischleuchten – die Vielfalt kennt keine Grenzen und soll auf den Geschmack bringen. Disney verwertet wie kein anderer Medienkonzern seine Filmfiguren. Nun kommt mit „Eiskönigin 2“ der zweite Teil des Trickfilmmärchens in die deutschen Kinos. Der erste Trailer zum Film – veröffentlicht am 13. Februar 2019 – wurde in den ersten 24 Stunden 116,4 Millionen mal angesehen. Die Soundtracks wurden am 15. November 2019 veröffentlicht – die Liste reicht von Hape Kerkeling über Panic!At the disco bis hin zu Mark Foster. Der Vorverkauf von der „Eiskönigin 2“ ist, passend zur Weihnachtszeit, einer der erfolgreichsten aller Zeiten bei Animationsfilmen.

Allein auf der Internetseite Mytoys.de gibt es rund Tausend Fan-Artikel

Unter dem Hashtag #FrozenFanFest soll das Merchandising bald von Sprechern der Originalversion vorgestellt werden – unter anderem mit Hape Kerkeling. Mehr als 200 Influencer aus 30 Ländern enthüllen die Produkte zum Film. Neuartige Spielideen, die Schlüsselmomente des Films darstellen, bauen auf neuen Technologien auf. Die Bandbreite reicht von Karaoke-Apps für Smartphones mit Liedern aus dem Film und Spiele für Nintendo für Kinder ab vier Jahren.

Doch nicht nur auf der Playstation sind die Soundtracks beider Filme erhältlich, sondern auch als MP3-Download sowie als Hörspiel. Direkt zum neuen Leinwand-Abenteuer erscheint vom 21. November an das Magazin „Disney – Die Eiskönigin“. Als Extra liegt ein Kristalllicht mit Sound bei. Für die Vermarktung der Magazine ist die hauseigene Vermarktungsgruppe Egmont Media Solutions verantwortlich.

Allein auf der Internetseite Mytoys.de gibt es rund Tausend Fan-Artikel – Tendenz steigend. Auch im Disneyland Paris findet vom 11. Januar 2020 an ein passendes Programm statt und lädt zu einer musikalischen Reise ein – „Reindeers are better than people“ (Rentiere sind besser als Menschen): Man singt mit Rentier Sven und Naturbursche Kristoff und lernt Tanzschritte mit Anna.

Prinzessinnen-Filme spielen auch heute noch eine große Rolle

Der Vorläuferfilm „Frozen“ aus dem Jahr 2013 basiert ganz grob auf dem Märchen von der Schneekönigin von Hans Christian Andersen. Als entscheidender Unterschied zu den herkömmlichen Heldenreisen ist der Held hier jedoch kein mutiger und schöner Prinz, sondern eine junge Frau, die nicht passiv auf Rettung wartet, sondern im selbst gewählten Exil lebt und sich auf die Suche nach ihrer Schwester begibt. „Es ist ein richtiger Girl-Power-Superhelden-Film“, sagt die US-Schauspielerin Idina Menzel, die Elsa ihre Stimme leiht.

Solche Prinzessinen-Filme sind aus feministischer Sicht nicht nur kritisch zu sehen, sind die Prinzessinnen doch meist mit überdurchschnittlicher Macht ausgestattet. Auch in der heutigen Zeit spielen sie noch eine große Rolle. Sie dienen als Identifikationsfiguren für Mädchen und begegnen uns in Film, Kinderbüchern und in Werbung. Trotz einiger Rückgriffe nehmen die Prinzessinnen des 21. Jahrhunderts eine deutlich emanzipierte Haltung ein. Neue Rollenmuster und veränderte Geschlechterverhältnisse haben den Umgang mit der Figur verändert.

Die Frau war noch nie so unabhängig wie heute. Und die Eiskönigin ist eine ziemlich selbstbewusste Frau. Auch Jungen können darüber übrigens Empathie lernen. Die „Eiskönigin 2“ ist ein Film über die Liebe, aber eben nicht im klassischen Sinn. Ein Hashtag #GiveElsaAGirlfriend fordert sogar, dass Elsa lesbisch sein soll. Die Botschaft: Frauen können auch ohne romantische Liebe glücklich sein.