Neuer Radweg bei Affalterbach? Aus Gras-Trasse könnte Radweg werden
Das Landratsamt Ludwigsburg denkt über eine neue Verbindung zwischen Affalterbach und Remseck-Hochdorf nach. Größere Hürden gibt es bei der Realisierung einer anderen Strecke.
Das Landratsamt Ludwigsburg denkt über eine neue Verbindung zwischen Affalterbach und Remseck-Hochdorf nach. Größere Hürden gibt es bei der Realisierung einer anderen Strecke.
Der Ausbau der Kreisstraße 1669 zwischen Affalterbach und Remseck-Hochdorf auf ganzer Strecke scheint gesichert. Zunächst hatten sich Landwirte der Marbacher Exklave Siegelhausen quergestellt und ihre Grundstücke nicht verkaufen wollen, sodass der Mittelteil nicht wie der Rest der Route hätte auf sechs Meter verbreitert werden können. Im letzten Moment lenkten die Bauern aber ein. Der Verhandlungserfolg in dieser Sache hatte aber keinen positiven Effekt auf einen neuen, parallel verlaufenden Radweg, der ebenfalls zur Diskussion stand, konstatiert das Landratsamt. Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass eine Alternative für Pedaleure realisiert wird.
Momentan ist die Situation eher suboptimal, Radler können über das offizielle Wegenetz nicht direkt von Affalterbach nach Hochdorf oder umgekehrt gelangen. Stattdessen muss man aus der Gemeinde am Apfelbach kommend den Marbacher Stadtteil ansteuern, dann die K 1669 queren, auf einem Feldweg Kurs in Richtung Ludwigsburg-Poppenweiler nehmen, um dann links nach Hochdorf abzubiegen. Für einen Radweg entlang der Straße hat sich der Landkreis bis dato die dafür notwendigen Areale nicht sichern können.
Über die entsprechenden Flächen sei nun auch bei den erfolgreichen Verhandlungen mit den Landwirten über die Verbreiterung der Straße nicht gesprochen worden, teilt das Kreishaus mit. Stattdessen bestehe aber die „Möglichkeit, einen vorhandenen Grasweg in öffentlicher Hand zu befestigen, der etwas abseits der Fahrbahn liegt“, erklärt der Pressesprecher Andreas Fritz. „Aktuell gibt es dazu allerdings noch keine Unterlagen, die mit den Anliegern abgestimmt werden können. Der Bau eines Radweges ist daher als gesondertes Projekt im Nachgang zum Straßenausbau zu betrachten“, schränkt er sogleich ein.
Klar ist aber, dass die Trasse in Hochdorf an der Fuchsgrube in der Verlängerung der Talstraße starten würde. „Dort ist der Beginn des Weges alternativlos“, betont Franziska Schuster, Pressesprecher-Kollegin von Fritz. Von hier würde es ohne Umschweife gen Siegelhausen gehen und von dort wie bislang weiter nach Affalterbach. Für den Abschnitt in der Nähe des Marbacher Stadtteils wären vier Varianten denkbar, entweder immer geradeaus auf der Linie der heutigen mit Gras bewachsenen Wirtschaftstrasse bis zur schmalen Straße von Siegelhausen nach Waiblingen-Bittenfeld oder mit unterschiedlich ausgeformten Schlenkern kurz vor dem Weiler.
Der Radweg würde weitgehend auf Grundstücken der öffentlichen Hand verlaufen, „aber für die Herstellung müsste man auf jeden Fall während des Baus rechts und links zusätzlichen Platz vorübergehend in Anspruch nehmen“, erklärt Schuster. „Wichtig ist, bei den Planungen die Siegelhäuser mit ins Boot zu holen“, hebt der Marbacher Bürgermeister Jan Trost hervor.
Trost betont außerdem, dass es einen Mehrwert bringen würde, wenn auch eine andere Lücke im Radwegenetz geschlossen würde: die zwischen Marbach und dem Stadtteil Rielingshausen, wo vor allem von der Schweißbrücke bei Erdmannhausen an eine umstandslose und schnelle Trasse weiter nach Marbach Fehlanzeige ist. Die Chancen, diesen Makel zu beseitigen, schienen bis vor kurzem sehr gut zu stehen. Das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) und die Kommunen hatten sich auf eine Streckenführung verständigt. Das Land stellte eine volle Kostenübernahme in Aussicht. Von der Schweißbrücke sollte es nach Angaben der Erdmannhäuser Bauamtsleiterin Verena Fischer grob gesagt über den Bahnhof entlang der Gleise und das Gewerbegebiet von Erdmannhausen bis zur Brücke unterhalb des Unternehmens Huober Brezel und von dort auf noch nicht im Detail festgezurrte Art und Weise nach Marbach gehen. Für diese Route wäre aber ein Privatgrundstück in westlicher Richtung vom Bahnhof erforderlich gewesen, erklärt Andrea Panitz, Pressesprecherin des RP. Doch über besagtes Areal habe keine Einigung erzielt werden können. „Dementsprechend stagniert die Entwurfsplanung aktuell, da zunächst ein neuer Verlauf der Radwegeführung ermittelt wird, um die Grundstücke des Eigentümers zu umgehen“, sagt Panitz.
Man werde jetzt eine geänderte Variante vorschlagen, „die jedoch gegebenenfalls mit mehr Steigung, einer längeren Wegstrecke oder zum Teil auch einer Führung auf der Straße verbunden ist“.
Wesentlich weiter ist man hingegen beim Bau eines neuen Radwegs von Bietigheim-Metterzimmern nach Kleinsachsenheim entlang der Straße zwischen den beiden Orten. Dieser soll in diesem Jahr realisiert werden, teilt Franziska Schuster, Pressesprecherin des Landratsamts, mit. Die Trasse ist nach Angaben des Kreishauses zugleich die einzige, die 2024 im Raum Ludwigsburg neu gebaut wird.
Selbstauflösung
In Kirchberg im benachbarten Rems-Murr-Kreis sollen die Bagger anrücken, um den Radweg an der Murr auf dem 1,6 Kilometer langen Abschnitt von der Talstraße bis zur so genannten Geisterhöhle grundlegend zu sanieren. Die Trasse befinde sich „in einer Phase der Selbstauflösung“, teilt Bürgermeister Frank Hornek mit.
Zuschüsse
Wann genau das Projekt angegangen wird, steht noch nicht fest. Die Arbeiten würden ausgeschrieben, sobald die gewünschten Zuschüsse für das Projekt bewilligt worden seien, erklärt Hornek.