Neuer Spielplatz im Rosensteinpark Kinder erobern den Stuttgarter Rosensteindino
Am Freitag ist ein 50 Meter langer Großspielplatz beim Naturkundemuseum eröffnet worden. Die Anlage ersetzt die frühere Holzpyramide.
Am Freitag ist ein 50 Meter langer Großspielplatz beim Naturkundemuseum eröffnet worden. Die Anlage ersetzt die frühere Holzpyramide.
Viele erinnern sich noch: Für gleich mehrere Generationen von Stuttgarter Kindern und jungen Eltern war der Spielplatz beim Naturkundemuseum am Löwentor ein fast unwiderstehlicher Anziehungspunkt. Die turmhohe Spielpyramide, die zur Internationalen Gartenschau 1993 im oberen Rosensteinpark errichtet worden war, hatte zu dieser Zeit ihresgleichen gesucht – und wurde seit ihrer Schließung von vielen Kindern schmerzlich vermisst. Nach langem Tauziehen zwischen Stadt und Land konnte am Freitagnachmittag an selber Stelle nun endlich ein neuer Großspielplatz eingeweiht werden: ein 50 Meter langer und bis zu acht Meter hoher Dino mit sieben Rutschbahnen und zahllosen Klettermöglichkeiten.
Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) und die Staatssekretärin im Finanzministerium, Gisela Splett (Grüne), ließen es sich nicht nehmen, am Freitag den neuen „Rosensteindino“ im Rahmen eines kleinen Eröffnungskinderfestes mit Gratis-Eis für alle selbst einzuweihen. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele Jungen und Mädchen das silbrig glänzende Urzeittier allerdings schon längst lautstark für sich erobert.
Nopper erinnerte daran, dass der Spielplatz im Rosensteinpark bereits seit 1965 besteht und spätestens nach dem Bau der Holzpyramide 1993 „ein Ausflugsziel für Familien aus Stuttgart und der Region war“. Die Staatssekretärin unterstrich die örtliche und thematische Nähe der Anlage zum benachbarten Naturkundemuseum: „Vielleicht verführt der Besuch des Spielplatzes den einen oder anderen ja auch zu einem Besuch des Museums“, sagte Splett.
Die neue Kletter- und Spielkombination, die nach einem Entwurf des Stuttgarter Planungsbüros Winkler und Boje entstanden ist, hat die Form eines landenden Flugsauriers. Der Kleinkindspielbereich bildet sein „Nest“ und enthält eine Rutsche, Sandelbereich und Kletterelemente mit Netzen und Rampen sowie eine Murmelbahn in Form eines Dino-Eis.
Gleich sieben größere Rutschbahnen führen vom mächtigen, bis zu acht Meter hohen schuppenbewehrten Saurierrücken hinab in den Sand. Hinzu kommen Kletterelemente und Schaukeln. Wie die Stadt betont, gilt die Anlage nach Vorgaben einer Inklusionsmatrix auch ohne explizit behindertengerechte Spielgeräte als inklusiv. Ein Leitsystem ermögliche zudem Kindern mit eingeschränkter Sehkraft die Nutzung.
Die Fertigstellung des 975 000 Euro teuren Spielplatzes, der ursprünglich bereits 2018 eröffnet werden sollte, hatte sich um mehrere Jahre verzögert. Zuerst musste der ursprüngliche Planungsentwurf für die Anlage angeblich aufgrund denkmalschützerischer und naturschutzrechtlicher Vorgaben im Rosensteinpark überarbeitet werden. Dann zog zwischenzeitlich das Land, auf dessen Grund der Spielplatz steht, seine Zusage zur Finanzierungsbeteiligung zurück. In der Folge hatte sich das Projekt erheblich verteuert. An den nun angefallenen Kosten von knapp unter einer Million Euro beteiligt sich das Land nun mit einem Drittel.
Die Vorgängeranlage war nach mehr als 25-jähriger Nutzung baufällig geworden und musste im Jahr 2020 aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Zuvor waren für die Stadt jährliche Instandhaltungskosten von 60 000 Euro für die Anlage angefallen.