Neues Bildungsprogramm in Herrenberg Ohne Begegnung keine Bildung

Friederike Schmalfuß und Johannes Söhner bleiben bei der Bildung am Ball. Foto: Kirche
Friederike Schmalfuß und Johannes Söhner bleiben bei der Bildung am Ball. Foto: Kirche

In der Corona-Krise richtet sich die Erwachsenenbildung neu aus –mit digitalen Veranstaltungen.

Esslingen: Ulrich Stolte (uls)
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Herrenberg - In einem Dilemma befindet sich die evangelische Erwachsenenbildung in Herrenberg – und vermutlich nicht nur sie. Denn durch die Corona-Krise fallen alte Einnahmen weg und neue Ausgaben kommen hinzu. In den Online-Veranstaltungen kassiert das Team um die Pfarrerin Friederike Schmalfuß und den Verantwortlichen Johannes Söhner keine Eintrittsgelder mehr, die zur Refinanzierung der Referentenhonorare dienen. Wenn Veranstaltungen gestreamt werden, dann braucht die Erwachsenenbildung ein professionelles Aufnahme-Team. Auch das schlägt ordentlich zu Buche.

Spiegel der gesellschaftlichen Strömungen

Dennoch haben die beiden im Gottvertrauen und mit rund 4000 Euro Budget wieder ein Programm auf die Beine gestellt, das die gesellschaftlichen Strömungen widerspiegelt. Es geht um Rassismus, Nachhaltigkeit, die Belange der Dritten Welt und interne Kirchenthemen. „Die Hoffnung geben wir nicht auf“, sagt die Pfarrerin Friederike Schmalfuß. Sie möchte, dass sich die Teilnehmer auch wieder persönlich treffen können: „Die Kirche muss jetzt ein Zeichen setzen!“ Für Johannes Söhner ist Bildung nicht ohne Begegnung möglich. „Sonst kann man sich alles im Fernsehen anschauen“, meint er.

Im Fernsehen oder zumindest am Computerbildschirm anschauen muss man sich zur Zeit etwa eine Veranstaltung in Kooperation mit dem ZKM in Karlsruhe. Sie geht drei Fragen nach. Ist die Realität vollständig berechenbar? Lässt sich der Mensch berechnen? Wie können Rechner zur Erzeugung neuer Realitäten und neuer Identitäten eingesetzt werden? Zu sehen ist die virtuelle Schau „Berechenbar – Unberechenbar“ im Netz unter digitalekunsthalle.zdf.de. Die Termine sind bis zum 30. September abrufbar, der Zugang ist kostenlos.

Kandidatenvorstellung zur Landtagswahl

Wer noch unschlüssig ist, wo er bei der Landtagswahl am 14. März sein Kreuzchen setzen soll, könnte am Freitag, 19. Februar, eine Entscheidungshilfe bekommen. Auf Einladung der Erwachsenenbildung und der Volkshochschule Herrenberg werden die Kandidaten im Wahlkreis Leonberg/Herrenberg mit dem Publikum diskutieren. In Oberjesingen treffen sich Sabine Kurtz (CDU), Dieter Scheerer (FDP), Jan Sascha Hambach (SPD), Peter Seimer (Bündnis 90/Die Grünen), Peter Keßler (AfD) und Robert Schacht (Die Linke). Die Zuschauer können sich digital via Zoom zuschalten. Gesprochen wird unter anderem über den Wandel in der Wirtschaft, die Entwicklung der Demokratie und vieles mehr. Der Termin ist am Freitag, 19. Februar, um 19.30 Uhr.

Über Idole im Netz spricht die Kommunikations- und Erziehungswissenschaftlerin Janine Dietrich am 30. März von 19.30 Uhr bis 21 Uhr, voraussichtlich in der Spitalkirche Herrenberg. Sie geht der Frage nach, welchen Einfluss Influencer auf Kinder und Jugendliche haben.

Die Herzensgebete sind Friederike Schmalfuß ein besonderes Anliegen. Dabei werden Zeilen aus der Feder des heiligen Antonius stets wiederholt, ähnlich einem Mantra im Buddhismus. So soll der gläubige Mensch seine seelische Mitte finden. Wenn es denn wieder Veranstaltungen gibt, werden diese in der Spitalkirche in Herrenberg stattfinden. Sie dient den Christen in der Stadt als sozialer Raum, als Kulturraum, als Begegnungsstätte und auch als spirituelles Zentrum.




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