Nürtingen Von einem Hotel am Neckar ist keine Rede mehr

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Die Bürgerinitiative Nürtingen am Neckar sieht ihr Ziel erreicht. Am 24. September sollen jetzt Bürger Ideen zur Gestaltung des Ufers bei der Fischtreppe entwickeln.

Im Januar und Februar hatte die Bürgerinitiative  gegen die umstrittenen Hotelpläne mobil gemacht. Foto: Horst Rudel
Im Januar und Februar hatte die Bürgerinitiative gegen die umstrittenen Hotelpläne mobil gemacht. Foto: Horst Rudel

Nürtingen - Die zwischenzeitliche Verwirrung im Tauziehen um ein mögliches Hotel am Nürtinger Neckar ist beendet. Der Gemeinderat hat am Dienstagabend bekräftigt, dass der Ende des vergangenen Jahres gefasste Verkaufsbeschluss von städtischen Flächen am Neckarufer an einen Reutlinger Investor „zum Bau eines Hotels“ aufgehoben ist. Diese Bestätigung war notwendig geworden, weil nach der wiederholten Aufhebung und Neuformulierung von Beschlüssen selbst manche Stadträte nicht mehr wussten, welche Ausgangslage denn nun gilt.

Mehr Freiflächen am Neckar gefordert

Der von der Fraktion NT 14 eingespeiste und mit 15 zu 14 Stimmen knapp angenommene Änderungsantrag mit dem Zusatz „zum Bau eines Hotels“ stößt bei der Bürgerinitiative Nürtingen am Neckar auf Genugtuung. Denn die Initiative hatte 4701 Unterschriften für ein Bürgerbegehren gesammelt, um den Bau des geplanten Hotels zwischen der B 313 und dem Neckar zu verhindern. Zwar hatte der Gemeinderat bereits vor der Sommerpause die zuvor gefasste Festlegung der Flächen auf ein Hotel durch die Nutzungsart „Gastronomie, Biergarten und Gewerbe“ ersetzt. Doch die Initiative befürchtete, das Rathaus mit dem Oberbürgermeister Otmar Heirich (SPD) an der Spitze könnte die Hotelpläne auf Umwegen trotzdem weiter vorantreiben. Diese Gefahr hält Fritz Eisele, einer der Vertrauensleute der Initiative, jetzt für gebannt. Die Initiative lehnt ein Hotel in der zuletzt geplanten Form ab, weil dadurch zu wenig öffentliche Freifläche übrig bleibe.

Bürger sollen Ideen und Vorschläge entwickeln

Nun sollen sich Bürger mit der Gestaltung der fraglichen Flurstücke auf Höhe der Fischtreppe befassen. Sie sollen bei einer Bürgerbeteiligung am 24. September vier Stunden lang zu folgenden Fragen ihre Meinung kundtun: Welche Entwicklung sehen Sie ganz persönlich für die Freiflächen rund um das geplante Projekt Gastronomie, Biergarten und Gewerbe an der Neckarstraße? Was ist Ihnen bei der Gebäudegestaltung wichtig? Kann Nürtingen von diesem Projekt profitieren?

Unklar ist allerdings, von welchem Gebäude hier die Rede ist. „Über was geredet wird, ist eine große Frage“, erklärt der Rathaussprecher Clint Metzger auf Nachfrage. Es gehe darum, Gedanken, Ideen und Vorschläge zu entwickeln, über die dann im Gemeinderat diskutiert werden soll. Falls nötig, soll es eine weitere Runde der Bürgerbeteiligung geben, die dann für den 8. Oktober angesetzt ist. Die Runde tagt hinter verschlossenen Türen, Pressevertreter sind aber zugelassen.

Bürgerinitiative pocht auf Einhaltung der Rahmenplanung

Indessen gibt es Kritik an der Form dieser „repräsentativen Bürgerbeteiligung“. Die Stadtverwaltung hat per Zufallsgenerator 30 Bürger ausgewählt. Diese Basis sei für ein repräsentatives Verfahren viel zu gering, lautet der Einwand. Laut Fritz Eisele, der das Ziel der Bürgerinitiative erreicht und die ganze Diskussion über die Gestaltung des Neckarufers „auf Null“ gestellt sieht, muss die Debatte in einen größeren Rahmen gefasst werden – nämlich in den der Nürtinger Bewerbung für eine Landesgartenschau. Eigentlich hätte die Einbeziehung der Bürger für die Gartenschau durch das Büro Senner schon vor der Sommerpause beginnen sollen. Der Start verzögere sich jedoch bis Oktober oder November, so die Auskunft von Clint Metzger.

Weiter hält die Bürgerinitiative an den Ergebnissen des Ideenwettbewerbs Westlicher Neckar fest, der auch den Bereich der Fischtreppe abdeckt. Den Siegerentwurf, der eine einreihige Bebauung an der Neckarstraße vorsieht, gelte es nun bei einem Architektenwettbewerb mit Inhalten zu füllen. Ein Hotel im kleinen Maßstab sei dabei durchaus vorstellbar, so Fritz Eisele.




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